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Mir ist der Besuch des Nikolo immer viel zu wertvoll, als dass ich ihn (wenn er doch schon so freundlich ist, uns zu besuchen) für uns alleine haben wollte.
Deshalb haben wir heute, wie schon in den vier oder fünf Jahren zuvor, wieder einige befreundete Familien zu einer kleinen Nikolausfeier eingeladen.
Die Kinder waren natürlich völlig aufgekratzt und zwischenzeitlich fragte man sich schon, ob man sie nicht vielleicht doch lieber noch ein wenig lüften wolle.
Als der Nikolo dann wirklich vor der Tür stand (wie er es in Österreich öfter mal schon am 5. Dezember tut), saßen hier sieben Kinder aber so was von kerzengerade auf der Couch und sangen -- angeführt von Minka, die ihm gleich einmal erzählte, dass sie bestens vorbereitet sei -- ein Nikolauslied; Mutze und Kati ein weiteres, das sie extra für den Anlass geübt hatten, und auch Mutzes Tröte Trompete kam wieder mal zum Einsatz.
Letzteres freute den Nikolo ganz besonders, denn er nimmt immer regen Anteil an Mutzes Trompetenspiel...

"Ist der Nikolo lieb, nimmt den Kindern nichts weg. Bringt Kindern Süßekeiten. Nikolo mir freundlich ist!", sagt Minka, und Recht hat sie!
Der heute war ganz besonders lieb, das war nämlich...
...
...
...
...
unser Lieblingsnachbar*!
Schön war's mal wieder!
Heute wurde ich für Mutzes Kalender übrigens hier fündig.
Euch wünsche ich morgen gefüllte Stiefel und einen schönen zweiten Advents- und Nikolaussonntag!
So long,
Corinna
*Und der war schon vor zwei, drei Jahren mal "unser" Nikolo und freute sich über ein Trompetenständchen... Als er sich verabschiedete, sagte er damals zu Mutze: "Üb schön weiter. Der Nikolo hört das. Jeden Tag..." Und im Umdrehen zu mir: "Durch's geschlossene Fenster." Die ganze Zeit hatte ich mich schon gewundert, wer sich wohl hinter dem Nikolobart verstecken möge -- und da fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen, ;-).
Heute in Mutzes Adventskalender:
Das ästhetische Wiesel
Christian Morgenstern
Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
inmitten Bachgeriesel.
Wisst ihr,
weshalb?
Das Mondkalb
verriet es mir
im stillen:
Das raffinier-
te Tier
tats um des Reimes willen.
So long,
Corinna
Der LV und ich denken derzeit ernsthaft über die Einführung eines ganzjährigen Adventskalenders nach, jedenfalls für den Mosche.
Denn der, der das Aufstehen an Schultagen sonst komplett verweigert (Hard Core), also der Mosche, für den man eigens einen Ins-Bad-Trag-Service eingerichtet hat, um ihn überhaupt aus dem Bett zu bekommen, dieser Mosche also...
...
...
...
...
stand heute nun schon das dritte Mal wie von selbst noch vor der Zeit auf, putzte sich fast widerstandslos die Zähne, murrte nur ein bisschen, weil er sich anziehen sollte...
...
...
und rannte runter zu seinem Adventskalender.
Wow.
Da war's noch nicht mal sieben.
Heute in Mutzes Adventskalender:
Heimatlose
Joachim Ringelnatz
Ich bin fast
Gestorben vor Schreck:
In dem Haus, wo ich zu Gast
War, im Versteck,
Bewegte sich,
Regte sich
Plötzlich hinter einem Brett
In einem Kasten neben dem Klosett,
Ohne Beinchen,
Stumm, fremd und nett
Ein Meerschweinchen.
Sah mich bange an,
Sah mich lange an,
Sann wohl hin und sann her,
Wagte sich
Dann heran
Und fragte mich:
"Wo ist das Meer?"
Euch einen schönen 3. Dezember, bei uns wird heute das Christkind aktiv (aber erst muss es noch das Bad putzen).
So long,
Corinna
Heute mal wieder gedacht, dass es eine weise Entscheidung war, den Mosche auf eine andere Volksschule zu schicken als Mutzes damals.
Auf dem Weg zur Schule sahen wir, dass einige Geschäfte im Bezirk schon Weihnachtsbäume aufgestellt haben -- geschmückt mit Weihnachtsschmuck, den die verschiedenen Klassen seiner Schule gebastelt haben.
Überall kleine Grüße der Schüler und Schülerinnen.
Schön, das.
Der Schmuck von Mosches Klasse hängt an einem Baum in einem Versicherungsgebäude. Gestern gingen sie mit der ganzen Klasse schauen und bekamen dort als Danke Schön (jeder) einen Adventskalender.
Er ist mächtig stolz und möchte nun, dass wir am Nachmittag dort vorbei gehen, damit ich den Engel bewundern kann, den er gebastelt hat.
Neudeutsch, sagt der LV, heiße das übrigens, die Schule "vernetze" sich im Bezirk.
Auch heute in der Schule: Im Eingangsbereich saß ein älterer Mitschüler mit Ziehharmonika und begrüßte die Kinder mit Weihnachtsliedern.
Das oder ähnliches wird in den Wochen bis Weihnachten sicher noch öfter vorkommen -- letztes Jahr standen dort oft auch Lehrerinnen, die Weihnachtslieder sangen oder auf der Trompete spielten.
Es ist eine andere, offenere, engagiertere und liebevollere Atmospähre dort.
(Auch wenn da natürlich auch nicht alles Gold ist was glänzt. Aber doch: wir sind zufrieden.).
Heute im Kalender nur ein kleiner Sinnspruch:
Das Lernen macht stets dann Verdruss,
wenn man's nicht möchte, aber muss.
(Heinz Erhardt)
Morgen wieder etwas längeres.
So long,
Corinna
Adventskalender sind in unserer Familie Chefsache, also: meine Sache.
Der Mosche wünschte sich erstmals einen gekauften, denn wenn man sich frei entscheiden kann zwischen einem selbstgebastelten und einem Lego-Kalender, dann liegt es ja wohl nahe, welcher es sein wird.
Minka und der LV bekamen einen "aus der Dose", will sagen, die vom letzten Jahr wurden noch einmal wiederbelebt.
Nur Mutze hatte einen besonderen Wunsch: sie wollte Gedichte und Geschichten, und es sollten auch einige von mir sein.

Und das war jetzt mal eine echte Herausforderung*. Ich kann gleich sagen, von mir ist nicht viel dabei. Eher viel Erhardt, ein bisschen Ringelnatz und ganz viel Morgenstern (und ein bisschen suche ich noch, um ein wenig mehr Abwechslung hineinzubringen**).
"Macht nichts," sagt Mutze gnädig, "Hauptsache die Geschichte am 24. Dezember ist von Dir."
Da habe ich ja noch 23 Tage Zeit, bis dahin soll mir schon noch was einfallen.
Heute in ihrem Kalender, ganz unweihnachtlich, aber eines, das ich immer sehr gemocht habe:
Zäzilie (II)
Christian Morgenstern
Zäzilie soll die Fenster putzen,
sich selbst zum Gram, jedoch dem Haus zum Nutzen.
„Durch meine Fenster muss man“, spricht die Frau,
„so durchsehen können, dass man nicht genau
erkennen kann, ob dieser Fenster Glas
Glas oder bloße Luft ist. Merk dir das.“
Zäzilie ringt mit allen Menschen-Waffen...
Doch Ähnlichkeit mit Luft ist nicht zu schaffen.
Zuletzt ermannt sie sich mit einem Schrei –
Und schlägt die Fenster allesamt entzwei!
Dann säubert sie die Rahmen von den Resten,
und ohne Zweifel ist es so am besten.
Sogar die Dame spricht zunächst verdutzt:
„So hat Zäzilie ja noch nie geputzt.“
Doch alsobald ersieht man, was geschehn,
und sagt einstimmig: „Diese Magd muss gehen.“
In diesem Sinne (auch) Euch schönes Adventskalenderöffnen!
So long,
Corinna
*Ich tu' mich nämlich schwer mit Gedichten im Allgemeinen und Weihnachtsgedichten im Besonderen.
**Wer schöne kennt, bitte, ich würd' mich freuen, denn noch kann ich auswechseln.
Beim Durchforsten alter Dateien: Mosche-Mund.
Püssel – Puzzle
Nase püzz – Nase putzen
Noss was – Noch was
Buss – Buch
„Alle meine Bauarbeiter“ – Wer will fleißige Handwerker sehen
„Ja, Mama slimm. Mosse ärgern tun.“
Auf die Frage, wann er abstillen wird: „Feuerwehrauto hat. DANN nein Mama trinken!“*
Nach dem Impfen (nachdem er sich zur Belohnung ein Zuckerl UND eine Schokolade ergaunert hat ): "So lustig!"**
Das war 2004, da war er so alt wie Minka jetzt ist.
Und hat genauso süß gesprochen wie sie.
Man vergisst so schnell, wenn man es sich nicht aufschreibt.
Was ich heute auch gefunden habe, allerdings im Schrank, weil ausgedruckt:
Liebe Mutze, lieber Henry: Zwei Babies packen aus. Ein Bericht in Briefen.
Briefe, die meine Schwester und ich uns eine Weile lang hin und her geschickt haben, um über unseren Alltag mit Babies zu berichten. Natürlich, weil wir das damals ungeheuer originell fanden, aus der Sicht unserer Kinder. (Haha).
Sachen, die halt nur für Familienangehörige lustig sind. Wir haben jedenfalls herzlich gelacht, als ich eben ein paar der Briefe vorgelesen habe.
Schöne Erinnerungen sind das.
So long,
Corinna
*Und nein: ich hatte niemals vor, den Zeitpunkt des Abstillens mit meinen Kindern zu diskutieren. Aber es gibt manche Dinge, die... nun ja, die passieren halt.
**Lustigerweise sagt Minka das auch immer: "So lustig!"
Heute in der Post:


Wie man sieht...

... sind die Mützen gut angekommen, gefallen gut und passen perfekt.
Nur für die gestreifte suchen wir noch den passenden Kopf!
Danke, liebe Klara!
So long,
Corinna