23.06.16

On a mission...


Ich habe noch nie gerne Anweisungen befolgt -- und die Kombination chinesisches Kochbuch und meine mangelnden Chinesischkenntnisse macht es natürlich auch nicht besser...

Trotzdem habe ich mich auf die Mission begeben, der Sache mit der chinesischen Küche mal genauer auf den Grund zu gehen.

Nudelgerichte sind hier definitiv mein Liebstes, deshalb habe ich es gestern mal mit diesem hier versucht:


Als erstes mal die ganzen Zutaten übersetzt und mich dann im Super- und Gemüsemarkt auf die Suche begeben. 




Ganz allein habe ich es nicht geschafft und musste um Hilfe bitten. Nur bei den Gewürzen bin ich alleine fündig geworden.

Und natürlich auf dem Gemüsemarkt:


Beim Nudelgeschäft traue ich mich nie so recht, einfach rein zu fotografieren, weil immer Leute drin sind. 

Aber der Laden ist irgendwie klass' krass -- in Österreich könnte ich mir sowas nicht vorstellen.

Aber total süß.


Mit Mengenangaben hatte ich es noch nie so, also alles Pi Mal Daumen, und zum Glück waren im Kochbuch auch genügend Bilder, so dass ich mich orientieren konnte, wenn es mit der Textkenntnis holprig wurde.



Das, was am Ende dabei herauskam, hatte mit dem Original demzufolge nicht mehr viel gemeinsam, aber lecker war's trotzdem.


Und irgendwann werde ich die Sache mit der Vielfalt der verschiedenen Saucen auch noch mal begreifen.

Jetzt habe ich jedenfalls erst mal Blut geleckt und mache mich auf die Suche nach anderen Gerichten, die ich mal ausprobieren könnte.

So long,
Corinna

22.06.16

Texten auf Chinesisch...


Christine fragte in einem Kommentar, was für eine Computertastatur man in China eigentlich benutzt, denn mit den vielen Schriftzeichen müsse das ja gigantisch sein.

Auf dem Computer habe ich mir die chinesische Tastatur nie installiert, aber auf dem Handy geht es ganz einfach, und ich bin mittlerweile sogar recht gut darin, meinen Freunden und Freundinnen auf Chinesisch zu texten.

Na ja, auf Chinesisch oder dem was ich so dafür halte...

Es gibt neben den Schriftzeichen noch die Schriftsprache, das sogenannte pinyin, das sich an der lateinischen Schriftsprache orientiert.

Will ich also meinen Freunden texten, gebe ich das Wort in pinyin ein, und erhalte eine Reihe von Vorschlägen, von denen ich dann den richtige aussuche.



Man muss aber sehr aufpassen, denn oft sind es die kleinen Feinheiten, die den ganzen Unterschied ausmachen.

Zum Beispiel heißt 汉字 (hànzì) Schriftzeichen, aber 汉子 (hànzi) chinesischer Mann.

(Beides wird nicht nur recht ähnlich geschrieben, sondern auch sehr ähnlich ausgesprochen, nur die Betonung auf der letzten Silbe ist anders).

Wenn ich unsicher bin, lass' ich es noch mal durch den Übersetzer laufen -- zum Glück, kann ich nur sagen. 

Denn einmal wollte ich einem Freund etwas ganz harmloses schreiben, hab' aber aus Versehen zwei falsche Schriftzeichen erwischt, und was dann dabei herauskam... war nicht mehr ganz jugendfrei, :-).

Außerdem kann man die Schriftzeichen noch händisch eingeben -- die Chinesen sind klarerweise unglaublich schnell und geschickt darin, bei mir ist es eher ein ziemliches Gemetzel Gekritzel.



Die Funktion nutze ich, wenn ich ein Schriftzeichen nicht kenne, und deshalb natürlich auch nicht in pinyin eingeben kann.

Wenn man zwar gut Chinesisch sprechen aber nicht schreiben kann, kann man auch alles in pinyin schreiben -- aber dazu muss man die Töne dazu schreiben, damit der andere dann weiß, was man meint.

Finde ich persönlich viel schwieriger, denn die Töne sind echt hacklig und ich ernte auch oft genug fragende Blicke, wenn ich mal wieder den falschen treffe, :-).

Ich find's ziemlich lustig, :-).

****

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

21.06.16

Soll ja mal keiner behaupten...



Soll ja mal keiner behaupten, dass ich nicht auch in den Semesterferien lerne...




Endlich ein Buch, das ich lesen kann, :-).

****

Außerdem:



担担面 -- dan dan mian:

Eines meiner Lieblingsnudelgerichte.



Aber ich muss mich definitiv noch mehr den Feinheiten der chinesischen Sprache widmen, denn so war es nur 担担面-inspiriert. 

Aber trotzdem lecker.

****

Eines ist aber wirklich ärgerlich.

Ich hab' quasi das ganze letzte Semester verpennt -- ich hatte so viel an der Backe, dass ich viel geschwänzt habe, und Vokabeln gelernt habe ich auch nur unregelmäßig.

Und somit so ziemlich jede Klausur vergeigt.

Die mündlichen haben mich immer etwas retten können, aber trotzdem sind die Professorin und ich überein gekommen, dass es fein wäre, wenn ich nächstes Semester noch mal in ihren Kurs käme...

...

...

...

Natürlich nur, weil sie mich so gerne mag.

Eh klar.

Im Grunde kein Problem, aber was mich ärgert:

Hätte ich im letzten Semester fleißig(er) gelernt, könnte ich jetzt lesen. 

Denn ich erkenne mittlerweile wirklich, wirklich viele Schriftzeichen, und weiß, dass ich eigentlich wissen sollte, was es heißt.

Hmpf.

****

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,

Corinna

20.06.16

Qingdao -- oder: auch das ist China


Kurz nachdem wir im Herbst 2014 nach China kamen, meinte Minka, sie habe sich China irgendwie "viel chinesischer" vorgestellt.

Und ich verstehe schon was sie meint.

Denn abgesehen davon, dass die Menschen hier eben anders aussehen als in Europa, sind die offensichtlichen Unterschiede nicht so gewaltig groß, dass man denkt, man sei in einer komplett anderen Welt.

Vor allem in einer Großstadt wie Tianjin, die sich so rasant entwickelt hat, dass wenig von ihrem ursprünglichen Charakter übrig geblieben ist.

Aber wenn man ein bisschen einzutauchen bereit ist, findet man an jeder Straßenecke Dinge, die eben doch so völlig (und sehr erfrischend) anders sind als bei uns.

****

Nun haben wir in der letzten Woche Qingdao besucht, eine Küstenstadt, die ehemals deutsche Kolonie war -- und meine Herren, so gut es mir dort auch gefallen hat, ich war in meinem Leben noch nie so verwirrt wie dort.

Denn egal um welche Straßenecke wir gerade bogen -- es hat uns immer an irgendetwas erinnert, aber nur selten an China:

Ein bisschen an die Nordsee.

(Aber nicht wirklich. Weil: ein bisschen wie Jesolo war's auch. Aber nicht ganz).

Manche Häuser an Waldkirch (Breisgau), einige Straßen an die Eggenberger Allee und den Plattenweg in Graz, und die kleinen verwinkelten Gassen in den Hügeln an Norditalien.

Und dazwischen immer wieder das pralle China -- die kleinen Nudelrestaurants, die Fische, die am Straßenrand zum Trocknen lagen, die kleinen Geschäfte, und natürlich die ein oder andere Pagode, die es zu sehen gab.

Dazwischen aber viel deutsche Architektur, die noch aus der Zeit der deutschen Konzession stammen. Und immer wieder Häuser, die genauso gut in Süddeutschland oder Österreich stehen könnten.

Aber nicht abgekupfert, sondern der Stadtkern ist aufgrund seiner speziellen Geschichte eben so gewachsen.

Es ist in China soundso oft so, dass man momentan grad nicht so genau weiß, wo man eigentlich ist...

Aber so ist China eben auch!

****

Hier eine rein zufällige Auswahl, die längst nicht alle Eindrücke wiedergibt:


Allein das Ankommen war ein Gefühl von Abenteuer -- war ja schließlich das erste Mal, das ich ganz alleine mit den Kindern in eine ganz fremde Stadt in China gefahren bin. 

Beim Rauskommen hatte ich das gleiche Gefühl wie damals als ich zum ersten Mal aus dem Bahnhof von Tianjin kam und auf die Stadt schaute: aufgeregt und erwartungsfroh.

Der Bahnhof liegt ganz in der Nähe der Strandpromenade, und so konnten wir (auf unserer Suche nach einem Taxi) schon ein bisschen herumspazieren und erste Eindrücke genießen.


Ein Taxi haben wir aber nicht gefunden -- Taxi-Streik. 

Dank der Hilfe einiger freundlicher Mitmenschen konnten wir dann endlich die richtige Busverbindung finden, um in unsere Jugendherberge (am anderen Ende der Stadt, eh klar) zu fahren.



 Dem Mo hat die Jugendherberge deutlich besser gefallen als das Hutong Hotel in Beijing, während ich nicht so ganz begeistert war. Obwohl ich hinterher gesehen habe, dass wir mit dem Familienzimmer eh Glück hatten, die anderen Zimmer waren...

Na ja. Lassen wir das.

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Dafür war es zum Strand nicht weit.


Überhaupt haben wir uns viel am Wasser aufhalten können, denn das gab es ja quasi überall, :-).

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Lustigerweise wundern sich meine Kinder immer, warum die Chinesen sie so oft fotografieren wollen...


Besonders den Mo hat's diesmal wirklich oft erwischt, :-).


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Zufällig am Straßenrand dieses Café mit dem besten Chocolate Cake ever entdeckt...



Und ja. So einen guten Melange könnte man auch in Österreich bekommen.

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Des hier war total krass: 

Dieser heftige was-auch-immer-für-ein-Stil-Klotz...


... direkt neben diesem leichten chinesischen Gebäude...


... welches im übringen eine abgefahrene Ausstellung junger Schüler/innen zeigte:


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Völlig sprachlos beim Anblick dieser Prachtvilla, die der deutsche Gouverneur sich Anfang des 20. Jahrhunderts am Hügel hat errichten lassen:




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Auch die evangelische Kirche sehr imposant. 

Und sollte man sich fragen, ob man überhaupt noch in China ist, hier ein kleiner unauffälliger Hinweis:



Paare, die für Hochzeitsfotos posieren. 

Überall. 

DAS ist definitiv China wie es leibt und lebt.

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Random Impressions:






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Und hier noch zwei Lieblingsfotos:


Ein genialeres TukTuk-Gefährt habe ich vorher noch nie gesehen, :-).

Und eines meiner Lieblingsfotos aus Qingdao:


Oben am Hügel die Prachtvilla. unten der kleine Platz und Beginn des Aufstieges zu den kleinen engen und sehr atmosphärischen Gassen.

Genau da hatte ich das perfekte Ferien-Gefühl, :-).

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Man muss Qingdao nicht unbedingt gesehen haben. Aber wenn man die Chance hat, dann sollte man es auch nicht auslassen.

Ich würde jedenfalls noch mal hinfahren, mir hat's total gut gefallen, insbesondere dieser verwirrende Mix, wo für jeden etwas dabei ist.

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Habt einen schönen Wochenanfang!

So long,
Corinna


13.06.16

Rocking to their own beat: die Hutongs von Beijing


Es nutzt ja alles nix, das Leben geht weiter.

Deshalb am Freitag Abend Gleis 9 3/4 erfolgreich gefunden und mit den besten Reisebegleitern von allen nach Beijing gefahren.



 

(Wobei der Mo allerdings wissen lässt, er sei mehr als ein Büschel Haare).

Lustigerweise ist man ja mit dem Zug innerhalb einer halben Stunde in Beijing -- aber vom Bahnhof aus weiter zu kommen... da vergehen Stunden, bis man mal endlich angekommen ist.

So war es schon ziemlich spät am Abend als wir wenigstens mal in der Nähe unseres Hotels waren...

...

...

,,, aber keine Ahnung hatten, wie wir es finden sollten. 

Denn diesmal hatte ich mich für ein Hotel in einem der Hutongs, der alten, engen, dunklen und verwinkelten Gassen Beijings entschieden.

Und dunkel waren sie.

Während ich mich in China abends noch nie gefürchtet habe (ich fühle mich hier sicherer als in Graz), war den Kindern aber ziemlich gruselig zu Mute. 

Wobei es wahrscheinlich wenig hilfreich war, dass ich einfach einen wildfremden Menschen angesprochen und gefragt habe, der dann so freundlich war, uns bis vor die Tür des Hotels zu bringen. 

Also alles halt, was man den Kindern so auf den Weg gibt, das sie niemals tun sollen...

("Ma," sagt Mutze, "du machst auf jeder Reise Sachen, von denen Du uns immer sagst, dass wir sie niemals tun sollen.")


Am nächsten Morgen sah aber alles wieder ganz anders aus.






Der Hutong, in dem wir gelandet waren, war noch sehr, sehr ursprünglich, und hat nach seinem eigenen Rhythmus gerockt.

Den Samstag haben wir dann aber in einem anderen Hutong verbracht.




In die ganz, ganz engen Gassen, da wo das echte Leben brummt, haben wir allerdings nur kurze Blicke geworfen -- denn meiner Meinung nach haben Touristen dort nichts zu suchen. es ist dann eben doch zu privat.





Schön war's. 

Ruhig und geruhsam. 

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In der Nähe unseres Hotels hatte ich ein kleines freundliches Nachbarschaftsrestaurant gefunden, genauso eines, wie ich es gerne mag.

Und ich konnte mein Glück kaum fassen, als alle drei zustimmten, es einfach mal auszuprobieren -- 2/3 meiner Kinder mögen nämlich solche Lokale (leider) nicht so gerne. 

(Weshalb ich fairerweise zugebe, dass sie schon nachmittags gut genug gegessen hatten, um sich abends in Toleranz zu üben).

Aber wie gesagt -- Mutze und ich sind für solche Läden immer zu haben.






Nicht nur, dass es wirklich, wirklich köstlich war, sondern wir waren auch so richtig mittendrin. 

Vull schön.

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Und dann natürlich kein Wochenende in Beijing, ohne dem legendären 798 Art District einen Besuch abzustatten.

Denn dort gibt es jedes Mal Neues zu sehen.








(Ist das Kunst oder kann das schon weg?)



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Natürlich waren wir auch auf diversen Märkten shoppen -- und ich musste herzhaft lachen, als die Verkäuferinnen meinten, sie würden mir einen besseren Preis geben, weil mein Chinesisch so gut sei. 

Haha, ich glaub' eher, sie wollten mich mit schlechten Preisen dafür bestrafen, dass es so grottenschlecht ist, :-).

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Am Abend haben mir die Kinder dann noch mal den Gefallen getan, chinesisch essen zu gehen.

Denn ich wollte unbedingt noch mal in das Restaurant, in dem ich an meinem allerersten Abend in China mit Frank war -- "damals", auf unserem Look & See Trip im November 2013.

Kurz nachdem ich bei meinem ersten Versuch, eine Straße in China zu überqueren, fast von einem Auto überfahren worden war. 

Weitere Male sollten folgen. Also, dass ich beim Überqueren einer Straße fast überfahren worden wäre. 

Mittlerweile kann ich aber sagen: Straßen in China jagen mir keinen Schrecken mehr ein, und oft bin 
ich schneller auf der anderen Straßenseite als meine chinesischen Mitbürger...

Weshalb Mutze (als ich ihr die Stelle zeigte, wo es mich damals fast erwischt hätte) auch lachend meinte:

"Also, Ma, da ist doch überhaupt nichts los. Ich bin so gar nicht stolz auf Dich."

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Schön war's!

Ich will nochmal!

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Euch wünsche ich einen schönen Wochenanfang!

So long,
Corinna

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