07.06.09

Psst, Geheimtreffen in zehn Minuten!

"Psst," flüstert es über die Terrassenmauer, und diesmal ist es Ylvie, die ruft, "seid ihr schon fertig mit dem Abendessen?"

"Nein," ruft der LV zurück, denn es ist das mittlerweile dritte Mal innerhalb der letzten zehn Minuten, dass es so über das Mäuerchen flüstert, "wir sind noch nicht fertig mit dem Abendessen!"

Sie wechseln sich ab, die Nachbarskinder, mit dem Flüstern -- Yann und seine Schwester Ylvie, Kati, Konstantin und Lea, und immer mit dabei: Aristide, dessen Familie vor vielen Jahren aus Frankreich hierher gereist kam und blieb.

Das ist nur der harte Kern, die anderen -- Jenny, Fabi, Hanna, Juli, Tristan, Minkas beste Freundin Emma und noch eine weitere handvoll Kinder mussten schon nach Hause.

Obwohl gerade Tristan immer ganz entzückend ist, wenn er, der Jüngste von allen, den Großen hinterwackelt. Der hält seine Mutter ganz schön auf Trab, meine Herren!

Sie wechseln sich also ab mit dem Flüstern, damit es nicht so auffällt, sie sind ja nicht ungeschickt, und so haben der LV und ich niemanden konkreten, den wir anmoppern können. Weil es nämlich langsam etwas nervt.

"Bin ich jetzt fertig mit dem Abendessen?" fragt der Mosche zum ebenfalls dritten Mal, und ich antworte ihm -- Überraschung! -- mit einem stillen Blick auf seinen immer noch randvollen Teller.

"In zehn Minuten an der Sandkiste," flüstert es jetzt über die Terrassenmauer, und "in zehn Minuten an der Sandkiste" raunt der Mosche seiner großen Schwester zu.

"Ich immer Töpfchen," sagt Minka und klettert vom Stuhl.

"Oh ja," sage ich aufmunternd zum Nesthäkchen und "nehmt Euch Sandschaufeln mit, damit es ganz unauffällig ist," zu den beiden größeren Kindern. Denn es soll ja ein Geheimtreffen sein (direkt vor unserem Wohnzimmerfenster).

"Um acht Uhr seid Ihr spätestens zu Hause," ruft der LV den Kindern hinterher, denn morgen ist ein Schultag. Und ich rate dem Mosche -- über's Mäuerchen hinweg und aus aktuellem Anlass: "Lass Dich nicht von Deiner Mutter erwischen, wenn Du bei Ylvie auf dem Gepäckträger mitfährst!"

Ein breites Grinsen sehe ich noch, als er schon, ratet worauf, um die Ecke verschwindet.

Es ist also alles so, wie es sein soll.

Zu unserer Idylle trägt auf ihre Weise auch Frau Magerquark von gegenüber bei, es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie die Wohnungstür aufreißt und den Kindern hinterher moppert. Wenn sie sonst nichts zu tun hat, als sich über spielende Kinder zu empören, dann sollen sie ihr schon den Gefallen tun und sie schön beschäftigen.

Nur mit Frau Sauertopf von schräg über uns, die mit dem sprechenden Namen, sollen sie sich lieber nicht anlegen. Die stört sich zwar nicht ganz so schnell an etwas wie Frau Magerquark -- aber wenn, dann gehörig. Mit ihr möchte man nicht streiten, wenn ihr versteht, was ich meine...

Es wird ein schöner Sommer werden, auch ohne Sonne!

In diesem Sinne Euch einen schönen Restsonntag -- unten stöhnt übrigens der LV gerade über unserer kaputten Waschmaschine und erinnert mich daran, wie er mich damals, als wir noch nicht zusammen waren, in Amerika besuchte und, bevor er noch die Koffer ausgepackt hatte, die Waschmaschine reparierte. Als er dann noch einen köstlichen Kartoffelsalat für eine Party machte, waren sich meine Mitbewohnerin und meine Kommilitonen alle einig: diesen Mann müsse ich heiraten! Ein guter Rat, dem ich auch gerne gefolgt bin.

In diesem Sinne und so long,
Corinna

1 Kommentar:

Liebe Frau_Mahlzahn!

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