04.06.09

Schule mal... positiv

Gestern abend war Elternabend in Mutzes Schule.

Von ihrer Volksschule bin ich es noch gewohnt, sozusagen präventiv gramgebeugt zu solchen Veranstaltungen zu gehen, denn da bekam man ja eh nichts positives über die Kinder zu hören.

Und die Elternsprechtage erst! In zugeteilten zehn Minuten erfuhr man in einem nicht endenwollenden LeErerinnenmonolog, was für ein unzulängliches Kind man habe. Mag ja ganz nett sein, ihre Tochter, aber...

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das passt nicht und das passt nicht und das hier passt schon gar nicht.

Ich meine, wir reden hier nicht von einer Krawallschlägerin, sondern von einem Kind, das interessiert war, wenig störte, gut mitarbeitete, gute Noten nach Hause brachte, dessen einzige Sünde es aber war, eine Lese-Rechtschreibschwäche und ein langsames Arbeitstempo zu haben.

Anderen Eltern guter Schüler und Schülerinnen ging es ähnlich, aber wie die LeErerin, eine ziemlich dumme Nuss übrigens, mal zu mir meinte, als ich ihr gerade ins Gesicht geflogen war: Es seien ja eh immer nur die gleichen fünf bis sechs Eltern, die sich beschwerten, andere Eltern bettelten sogar um noch mehr Tempo.

Die "anderen" Eltern waren genau zwei, nämlich die, deren Kind entweder wirklich Überflieger war und eigentlich eine Klasse hätte überspringen müssen, oder die, die gerne gewollt hätten, dass ihr Kind das wäre.

Jedenfalls war dem LV und mir ziemlich flau im Magen, als es um die Auswahl einer weiterführenden Schule ging. Schule sollte einfach nicht noch weitere acht Jahre Frust sein, und man hörte ja so viel -- dass viele Kinder den Sprung nicht schafften, der Stress nur noch mehr wurde, der Druck (noch?) größer...

Bildung mag zwar wichtig sein -- aber mal ehrlich: so wichtig, um sich die ganze Kindheit damit zu versauen, kann sie auch wieder nicht sein. Zu einem erfolgreichen Lebensweg gehört ja sehr viel mehr als die Matura. Nämlich eine "runde" Persönlichkeit, und da erweitern Umwege ja bekanntlich die Ortskenntnis.

Zufällig machten uns Bekannte auf eine kleine aber sehr feine Schule aufmerksam, eine verschränkte Ganztagsschule mit dem Schwerpunkt Kunst -- die Kinder haben zwar lange Schultage, dafür aber keine Hausaufgaben, keine Noten (okay, schon auch Noten, aber die werden im Giftschrank verwahrt), und vor allem: keinen Stress.

Mutze, der vorher keine einzige Schule gefallen hatte, die sie sich angeschaut hatte, war nach einem Schnuppertag b.e.g.e.i.s.t.e.r.t.!

Und der LV und ich mehr als dankbar, dass sie tatsächlich einen der wenigen heiß begehrten Plätzte erwischte!

Seitdem ist Schule lustig und interessant -- und auch der LV und ich sind völlig fasziniert davon, wie viel entspannter das Familienleben ist, wenn die Kinder von fähigen und begeisterten LeHrern unterrichtet werden!

Alles, was in der Volksschule beinahe vom ersten Schultag an ein Riesenproblem war und uns allen das Leben zur Hölle machte, wird an der neuen Schule zwar gesehen -- aber nicht überbewertet.

Und weil es keine Noten gibt, sieht selbst eine, sagen wir schätzungsweise Vier minus auf dem Zeugnis immer noch sehr adrett aus, will sagen: kein Thema. Die schauen in der Schule drauf, dass das nicht zu bedrohlich wird und freuen sich über jeden Fortschritt.

Egal, zurück zum Thema. Gestern war also Elternabend, und der KunstleHrer schaute kurz rein, um von seiner Arbeit mit den Kindern zu berichten.

How shall I put it...

Es war eine einzige Freude, ihm zu zu hören. Er war begeistert von der Klasse, von ihrer Arbeit, ihrer Wertschätzung für das Material, mit dem sie arbeiten, ihrer Experimentierfreude. Was die für tolle Sachen machten, wie aufnahmefähig, dass er sich jedes Mal auf den Unterricht mit ihnen freue. Man merkte einfach, dass er wirklich Spass an der Arbeit mit den "Kleinen" hat.

Und man merkt es an den Kindern. Nur ich merke, dass ich mich immer noch nicht so richtig daran gewöhnt habe, Schule mal von einer schönen Seite zu erleben, ;-).

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Auch der Mosche macht uns Freude mit seiner Schule, denn er hat eine ganz, ganz tolle LeHrerin, engagiert, innovativ, liebevoll, mit einer guten Beobachtungsgabe. Mit den Klassenkameraden haben wir es auch gut getroffen, ist ja manchmal auch so eine Sache, aber das passt rundum.

Nur eines, meinte die LeHrerin, passe nicht: nämlich, dass der Mosche und sein Kumpel Anton immer genau im falschen Moment zu raufen anfingen! Das Raufen selber würde sie ja gar nicht stören, nur _immer_ im falschen Moment.

Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte, ;-)

In diesem Sinne Euch noch einen schönen Restabend.

So long,
Corinna

1 Kommentar:

  1. Es stimmt die alte Schule war wirklich nicht so toll, ja auch das mit dem langsamen arbeits tempo stimmt, aber ich habe keine Lese-Rechtschreibeschwäche nur eine Rechtschreibe= schwäche, wie oft muss ich das noch sagen?

    Mutze!

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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