06.08.09

Die Vorteile des Zeltens...


Die Vorteile des Zeltens lassen sich in einem Satz zusammenfassen:

Man kann einfach drauflos fahren und mal schauen, wo man landet.

Das ist für Planungsverweigerer wie uns ein so großer Vorteil, dass er alle Nachteile, und ich meine wirklich: alle, Nachteile aufwiegt.

Denn wir sind schon froh, wenn wir uns überhaupt mal auf eine gemeinsame Richtung einigen können, vielleicht sogar ein Land, in dem wir Urlaub machen wollen.

Dieses Jahr sollte es auf Wunsch der Kinder für ein paar Tage ans Meer gehen, statt Italien mal Kroatien.

Die weitere Zielfindung beschränkte sich darauf, Mutze immer wieder zu erklären, dass wir sicher nicht nach Indien fahren werden uns für den Ort zu entscheiden, über den wir im Bekanntenkreis die überzeugensten Berichte gehört hatten.

Und das war dieses Jahr ein Campingplatz in der Nähe von Porec an der Westküste Istriens.

Der Campingplatz ist zwar ein bißchen das Pendant zu einer Bettenburg, etwas, was wir sonst eher meiden, da es aber nur ein paar Schritte bis zum Strand waren und sich die Massen ganz gut verteilten, konnten wir diesmal damit sehr gut leben.

Vor allem Minka konnte das, die noch nie in ihrem Leben so gut geschlafen hat, wie im Zelt (auf einer profanen Isomatte, von der sie immer runterrollte), und die tagsüber gar nicht mehr aus dem Meer heraus kommen wollte. Mit ihrer Schwimmlernweste paddelte sie quasi ganztägig vergnügt im Wasser herum, während der Mosche Krebse beobachtete und Mutze und der LV schnorchelten.

Über Porec ist zu berichten, dass es eine wirklich schöne kleine Stadt ist, sehr urig, sehr gemütlich -- aber nur am Tage zu genießen, denn schon tagsüber ist es gut besucht. Aber abends, sobald es dunkel wird, tauchen sie auf, die Massen, man tritt sich gegenseitig auf die Füße und der Mosche und ich bekamen fast einen Nervenzusammenbruch ob der Menschenmenge, der Geräuschkulisse und der vielen kleinen Stände mit Tourineppes, über die man alle zwei Schritte stolpert.

Zu erwähnen ist übrigens auch, dass die Menschen dort unglaublich freundlich und herzlich sind, und vor allem die Kinder überall willkommen waren.

Langer Rede, kurzer Sinn (und in Minkas Worten): "Das ist Urland.* Ich komme wieder!"

Ansonsten hatten wir übrigens sehr viel Freude daran, uns über die Absurditäten des Campens zu amüsieren: Leute, die ihre Wohnwagen an den unmöglichsten Stellen aufstellen, z.B. an der nicht wenig befahrenen Durchgangsstraße der riesigen Anlage, und dann den ganzen Tag zwischen Autos sitzen und Kreuzworträtsel lösen. Oder die, die ganze Küchenschränke mit sich transportieren, um ja nichts missen zu müssen. Und dann noch die, die am Morgen nach einem Unwetter umsichtig die Kiefernadeln von ihren Autos fegen -- mit Handfegern, die sie tatsächlich mit in den Urlaub nehmen!

Ich meine, da bleibe ich doch ohne Worte!

Auch der LV schaute etwas irritiert, und stellte fest, dass er der einzige weit und breit sei, der das nicht machte -- und das ist genau der Grund, aus dem ich ihn liebe.

Also im übertragenen Sinne.

Heute und morgen muss er nun aber noch den Klimawandel verhindern (Stichwort: Hybridmotoren) und die Firma vor der Weltwirtschaftskrise retten, dann aber packen wir das Auto noch mal voll und fahren ins genaue Gegenteil einer Bettenburg, nämlich ins Villgratental in Osttirol.

Wandern.

In diesem Sinne und bis dahin!

So long,
Corinna

*"Urland" = Urlaub

1 Kommentar:

  1. ...hallo nach Graz, welche Richtung auch immer eingeschlagen wird, ich wünsche allen Beteiligten eine wunderbare Zeit und kommt gersund wieder...ich würde die Posts sehr vermissen...also danne bis denne...die Geli

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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