23.09.09

Keseliste


"Was liest'n du da?", fragt Mutze mit interessiertem Blick auf mein Buch und liest: "The Hunger Games von Suzanne Collins."

"Aha," sagt sie, "und worum geht es da?"

"Ach, um so eine Reality Show," antworte ich, was sich für Mutze zuerst eher lahm anhört.

"Du meinst, so wie die, wo die Leute dumm in einem Haus herumsitzen oder die Familien tauschen?"

"Fast," lache ich, denn die Idee mit dem Frauentausch finde ich fast so brutal wie die, die sich Suzanne Collins für ihren Roman ausgedacht hat: "Aber in dem Buch müssen 24 Jugendliche vor laufender Kamera auf Leben und Tod miteinander kämpfen, und wer am Ende übrig bleibt, hat gewonnen."

"Wow," sagt Mutze, und ich sage: "Ist super spannend!"

Eine deutsche Übersetzung gibt es mittlerweile auch und erstaunlicherweise ist auch das englische Taschenbuch seitdem ich es vor zwei Wochen bei Amazon bestellt habe, um vier Euro teurer geworden.

Scheint wohl der neue Hype zu werden.

Für den jetzigen Preis hätte ich es gar nicht gekauft, denn eigentlich fiel es in die Kategorie: "Wissen, was der Feind so liest." Den Buchtip habe ich nämlich auf der Homepage der unsäglichen Stephenie Meyer gefunden.

Aber tatsächlich: obwohl die Geschichte eher simpel gestrickt, das Ende lahm ist und die moralischen Dilemmata der Protagonistin nur schwach gelöst werden, ist das Buch for the most part superspannend und einmal zu den Taschentüchern greifen musste ich auch.

"Kann ich das auch lesen?", fragt Mutze, und ob es eine deutsche Übersetzung gibt, aber ich finde nicht, dass das schon was für sie ist. Ich meine, das Thema und seine Implikationen sind schon sehr brutal, und wenn ich an einer Stelle schon Rotz und Wasser geheult habe...

"Dann lese ich es eben auf Englisch," sagt Mutze voller Inbrust, und das will was bedeuten, denn niemand verabscheut Englisch mehr als sie.

"Deal!", sage ich, denn bis dahin wird's trotz des geweckten Ehrgeizes doch noch eine Weile dauern.

Eine Fortsetzung gibt es auch, eine Trilogie soll es wohl werden, aber ob's reicht, mich bei der Stange zu halten, weiß ich noch nicht, vielleicht, wenn mein S(tapel)U(unter'm)B(ett) wirklich mal abgearbeitet sein sollte.

Das Gerücht vom Tod von Robert Preis habe ich noch gelesen, ein Roman der in Graz zur Zeit der französischen Belagerung des Schlossberges 1809 spielt. Sehr atmosphärisch. Dazu mehr ein anderes Mal, muss ich noch mal tief in mich gehen.

Und dann natürlich mit Genuß gelesen, sozusagen als Vorbereitung auf Der Brenner und der liebe Gott, das ich in der Bibliothek schon vorbestellt habe: Das ewige Leben, in dem's dem Brenner und seinem Erzähler am Ende so dermaßen an den Kragen gegangen ist, dass man eigentlich nicht mehr mit einer Fortsetzung hat rechnen dürfen.

Aber, sagt Wolf Haas, seine Großmutter habe immer gesagt, wenn er mal sterbe, müsse man sein Mundwerk extra erschlagen -- was der Mörder des Erzählers am Ende von Das ewige Leben glücklicherweise versäumt hat.

Und deshalb: Vorfreude jetzt Hilfsausdruck!

Der Mosche empfiehlt übrigens Tom Scatterhorn und der Saphir des Maharadscha von Henry Chancellor, das stellenweise zwar sehr abgedreht ist, aber wirklich spannend! Da schickt er noch mal tausend Dankeschöns zu seiner Großmutter, die ihm das Buch zum Geburtstag geschenkt hat!

Für ihn haben wir übrigens die Reihe Die Zeitdetektive entdeckt, die sprachlich und inhaltlich eine willkommene Alternative zu dieser unsäglichen Das magische Baumhaus-Tortur ist. Auch da sind wir der Großmutter sehr dankbar!

Was Mutze derzeit liest, weiß ich ausnahmsweise mal nicht, die tauschen jetzt immer so lustig hin und her, dass ich gar nicht mehr mitkomme.

In diesem Sinne!

So long,
Corinna

1 Kommentar:

  1. wie der Cousin so's Cousinchen :)))

    Denn es gibt wohl niemanden, der Englisch mehr verabscheut, als.........

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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