18.12.09

Honest Mistake...


Der im Moment ein wenig kränklich darniederliegende Mosche verschlief gestern den ganzen Nachmittag. Als er aufwachte, dachte er, es sei schon der nächste Tag und rannte schnell zu seinem Adventskalender.

Da Minka und ich auch den ganzen Nachmittag verpennt ein kleines Mittagsschläfchen gehalten hatten, war ich auch noch nicht wach genug, um zu begreifen, worüber er überhaupt redete.

Erst als er (sozusagen) mit dem 18. Dezember in der Hand vor mir stand, wurde mir sein "honest mistake" bewusst.

Doch so sehr ich ihn zu trösten versuchte und erklärte, dass es ein ehrlicher Fehler gewesen sei, und er deshalb den 18. Dezember auch ruhig schon am 17. behalten dürfe, verstaute er sein Lego wieder im Adventskalender. Ein bisschen unglücklich, weil ihm das Missgeschick geschehen war, aber nichts desto trotz sehr ehrlich.

(Heute freute es ihn dafür umso mehr. Besonders, weil Mutze ihm noch heimlich eine kleine Beigabe hinein geschmuggelt hatte, damit er doch noch eine kleine Überraschung hatte).

Gutes Kind. Gute Kinder.

*****

Heute reimte Wilhelm Busch für uns:

Bestimmung
Wilhelm Busch

Ein Fuchs von flüchtiger Moral
Und unbedenklich, wenn er stahl,
Schlich sich bei Nacht zum Hühnerstalle
Von einem namens Jochen Dralle,
Der, weil die Mühe ihn verdroß,
Die Tür mal wieder nicht verschloß.
Er hat sich, wie er immer pflegt,
So, wie er war, zu Bett gelegt.
Er schlief und schnarchte auch bereits.
Frau Dralle, welche ihrerseits
Noch wachte, denn sie hat die Grippe,
Stieß Jochen an die kurze Rippe.
»Du«, rief sie flüsternd, »hör doch bloß,
Im Hühnerstall, da ist was los;
Das ist der Fuchs, der alte Racker!«
Und schon ergriff sie kühn und wacker,
Obgleich sie nur im Nachtgewand,
Den Besen, der am Ofen stand,
Indes der Jochen leise flucht
Und erst mal Licht zu machen sucht.
Sie ging voran, er hinterdrein.
Es pfeift der Wind, die Hühner schrein.
»Nur zu«, mahnt Jochen, »sei nur dreist,
Und sag Bescheid, wenn er dich beißt!«
Umsonst sucht sich der Dieb zu drücken
Vor Madame Dralles Geierblicken.
Sie schlägt ihm unaussprechlich schnelle
Zwei-, dreimal an derselben Stelle
Mit ihres Besens hartem Stiel
Aufs Nasenbein. Das war zuviel. -
Ein jeder kriegt, ein jeder nimmt
In dieser Welt, was ihm bestimmt.
Der Fuchs, nachdem der BaIg herab,
Bekommt ein Armesündergrab.
Frau Dralle, weil sie leichtgesinnt
Sich ausgesetzt dem Winterwind
Zum Trotz der Selbsterhaltungspflicht,
Kriegt zu der Grippe noch die Gicht.
Doch Jochen kriegte hocherfreut
Infolge der Gelegenheit
Von Pelzwerk eine warme Kappe
Mit Vorder- und mit Hinterklappe.
Stets hieß es dann, wenn er sie trug:
Der ist es, der den Fuchs erschlug!

Euch einen schönen Tag! Und mir eine Eingebung, was ich denn jetzt mit den unzähligen Litern Punsch-Essenz machen soll, die ich da gestern hergestellt habe... Ich meine, ist ja nicht so, als ob ich meine Weihnachtsküchenversuche unbedenklich verschenken könnte, die sind nämlich alles andere als Hochglanz...

So long,
Corinna


1 Kommentar:

  1. ...also liebe Corinna, gehe mal so ran, der gute Wille zählt und du und deine Lieben ( die, die es schon dürfen!!) werden den Punsch schon schaffen, sonst mache einen Bauchladen und gehe auf die Gasse raus, es ist kalt, du wirst dankbare Abnehmer haben :-)) habe viel Dankbarkeit dann dafür, das wünscht dir die Geli

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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