09.12.09

Keseliste


Gerade schrieb ich an einem bösen Post über Mütterfreundschaften bzw. die Unmöglichkeit derselben, jedenfalls dann, wenn meine Mitmütter sie immer nur je nach Nutzen pflegen. Gerade schrieb ich also an einem solchen Post, als mein abstürzeifriger Computer dieses ins ewige Datennirvana schickte.

Das muss wohl ein Zeichen gewesen sein, dass ich's besser lasse, und so schreibe ich lieber über etwas anderes:

Über die Bücher, die ich in letzter Zeit so gelesen habe. Was schnell geschafft sein sollte, denn ich war irgendwie immer viel zu müde zum Lesen und die Bücher zu... wenig ansprechend, um mich wach zu halten. Oder mich überhaupt noch genau an sie zu erinnern...

Zuerst war da, glaube ich wenigstens, Das Albtraumreich des Edward Moon von Jonathan Barnes, das mich in der Buchhandlung des Wiener Südbahnhofs quasi angesprungen hatte, weil es unbedingt von mir gelesen werden wollte. Und ich muss echt mal sagen: würde ich ein tristes Dasein in der Buchhandlung des Wiener Südbahnhofs fristen, würde ich auch jeden anspringen, der an mir vorbei ginge, denn dass ein Bahnhof in Wien nichts Besseres zu bieten hat, als diese kleine Klitsche ist einer Hauptstadt echt... unwürdig.

Jedenfalls, was ich sagen wollte: Das Albtraumreich.... Kennt Ihr die Literatursendung Druckfrisch mit diesem selbstverliebten Denis Schenk? Der geht mir ja meistens, wenn ich die Sendung überhaupt sehe, ziemlich auf die Nerven (auch wenn ich ihn gerne mal in einer Buchhandlung treffen und mich von ihm beraten lassen würde).

Nur über seine Papiermüllrutsche muss ich immer herzlich lachen, und wie er da den ganz schlechten Plödder lässig in den Müllcontainer rutschen lässt.

Soweit ich das bisher beurteilen kann, hat er meistens Recht.

Und ganz ehrlich: Das Albtraumreich ist so ein Fall für diese Rutsche. Irgendso ein Parallelweltenplödder, der nie in Schwung kommt und nichts hergibt.

Die Bibliothekarin der Stadtbibliothek war so freundlich, mir Michael Winterhoffs Warum unsere Kinder Tyrannen werden, oder: die Abschaffung der Kindheit sozusagen illegal über den Thresen zu schieben, denn eigentlich hatte es jemand anderes vorbestellt. Winterhoff argumentiert ja, dass wir unfähig seien, unsere Kinder zu erziehen, weil wir in einer unheilvollen Kombination von Projektion, Symbiose und Partnerschaftlichkeit gefangen seien, die die Kinder komplett überfordere und ihre Psyche nicht altersgerecht reifen lasse. Ich finde, dass er durchaus Recht hat -- seine These aber insgesamt zu plakativ und flach, und im Grunde auch nur einen Teilaspekt von vielen.

Bedauerlicherweise zeigte der Blick in die Schaufensterauslage unserer Buchhandlung, dass Arne Dahls neuer Halm und Jalm Krimi Totenmaske spurlos an mir vorübergegangen ist -- und nicht nur das: vom Vorgänger Ungeschoren habe ich auch nichts gewusst!

Leider standen die Leute in der Stadtbibliothek schon Schlange, so dass es erst mal eine Weile dauerte, bis ich, in falscher Reihenfolge, Totenmaske und gerade eben erst Ungeschoren in die Hände bekam.

Totenmaske fand ich nicht mehr ganz so spannend wie seine anderen Holm und Hjelm Romane, irgendwie fehlte dem herrlich albernen Galgenhumor, der die Protagonisten ihren Job überleben lässt, diesmal ein wenig der Pepp.

Ungeschoren beginnt aber schon wieder sehr vielversprechend und ich freue mich darauf, die Lücken zu schließen.

Neil Gaiman sorgte mit Coraline und The Graveyard Book für gute Unterhaltung. Beides sind ja eher Jugendbücher, Coraline war okay, aber nicht der Überflieger. The Graveyard Book hat mir dagegen sehr gut gefallen. Ich liebe Gaimans skurille Ideen und seinen Wortwitz. Aus der Flughafenbuchhandlung in Istanbul habe ich mir noch American Gods mitgenommen, aber noch keine Muße gehabt, es zu lesen.

Bei Nina fand ich Meridian, ein (würde ich sagen eher) Jugendbuch von Amber Kizer und besorgte mir das Buch schnell auf Englisch. Doch obwohl ich Ninas Rezensionen sehr schätze und immer wieder gerne in ihrem Blog lese, muss ich sagen, dass ich nicht ganz so eingenommen bin von diesem Roman, denn ich fand ihn zwar schön zu lesen, aber doch sehr konstruiert und vorhersehbar. (Aber ich gehöre ja auch nicht mehr wirklich zum Zielpublikum, ;-)).

Simon Polt kannte ich bisher nur von einem Hörbuch, das mir sehr gut gefallen hat, aber ich hatte bisher weder einen Polt-Krimi von Alfred Komarek gelesen noch eine der Verfilmungen gesehen. Trotzdem stellte ich mich wiederum gerne in die lange Schlange in der Stadbibliothek und ergatterte schließlich den neuen Polt. Der kam aber nur langsam in die Gänge -- und war mir insgesamt viel zu bemüht. Komarek lässt seinen Polt in der Vergangenheit schwelgen, in der (natürlich) alles besser war, einen Mord aus eher... schlecht aufgebauten Motiven aufklären und sehr konstruierte Monologe führen. Nicht so mein Ding.

Das war's schon, wenig diesmal.

So long,
Corinna

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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