13.12.09

Shake hands with...


Am Nachmittag waren wir beim Landeshauptmann Voves und Landesrätin Grossmann zu einer schönen, gemütlichen Adventsfeier eingeladen. Also zusammen mit geschätzten hundert anderen Familien eingeladen. Sehr liebevoll organisiert und eine schöne Feier.

Herr Voves schenkte Minka einen kleinen Lebkuchenstern, was sie sehr freute:
"Mann mir gebt hat, mir freundlich war."

Während andere Kinder aber brav bastelten und die sonstigen Kinderbelustigungen in Anspruch nahmen, fand der Mosche es eine gute Gelegenheit, die Sache mit den Strohhalmen und den Papierkügelchen zu überreißen -- und dies sofort auch Klein-Minka beizubringen.

Danke, Mosche!

*****

Heute zur geistigen Ertüchtigung der Großen die Übersetzung eines Hamelt-Monologs, die ich mal für ein Englisch-Seminar gemacht habe, vor zwanzig Jahren, ungefähr:

Monolog
Hamlet II/2, 544-570
Übersetzung: Frau_Mahlzahn

Welch ein versklavter Onkel-Sohn bin ich!
Ist es nicht irr? Ein Komödiant, dem in
nichts mehr als einem Traum der Leidenschaft
der Seel gespielter Wahn’s Gesicht verzerrt,
dass Tränen fließen, Wahn im ganzen Tun,
die volle Stimme bricht, dass der sich ganz
der Gaukelei ergibt. Und doch für nichts!
Für Hekuba!
Was ist sie schon für ihn und er für sie,
dass er wohl um sie weinen sollt’? Was tun,
wenn er zu rächen hätt’ den gleichen Grund
wie ich? In Tränen wär’ die Bühn ertränkt,
das Ohr mit grauenvoller Wahrheitsred’
zersprengt, er trieb den Schuld’gen in den Wahn,
der Freie käm’ vor lauter Wut gleich nach.
Die Ignoranz schafft sich den eignen Feind,
und jedes Seh- und Hörvermögen müsst
erfahr’n, dass es noch viel zu lernen hat.
Doch ich,
ein kleines Kind, als Schlammschlacht-Hans
im Albtraum Pflicht und Spiel verwechselnd, nein,
ich sage nichts – für einen König nichts,
auch wenn sein höchstes Gut, Besitz und Leib,
mit Niedertracht besudelt ist. Muss ich
ein Feigling sein? Wer tut’s, wer nennt mich Schuft?
Wer wagt es, sich mir in den Weg zu stellen,
mir jedes Barthaar einzeln ins Gesicht
zu pusten, an der Nas’ zu ziehen, die Lung’
mit Strohhalm-Lügen aufzublasen? Wer
tut mir das?


Für Mutze noch die Spur zu schwer, sie mag aber Herrn Morgenstern so gern, für sie deshalb dieses hier:

Die Korfsche Uhr

Korf erfindet eine Uhr,
die mit zwei Paar Zeigern kreist
und damit nach vorn nicht nur,
sondern auch nach rückwärts weist.

Zeigt sie zwei, -- somit auch zehn;
zeigt sie drei, -- somit auch neun;
und man braucht nur hinzusehen,
um die Zeit nicht mehr zu scheun.

Denn auf dieser Uhr von Korfen
mit dem janushaften Lauf
(dazu ward sie so entworfen):
hebt die Zeit sich selber auf.

***

Palmströms Uhr

Palmströms Uhr ist andrer Art,
reagiert mimosisch zart.

Wer sie bittet, wird empfangen.
Oft schon ist sie so gegangen,

wie man herzlich sie gebeten,
ist zurück- und vorgetreten,

eine Stunde, zwei, drei Stunden
je nachdem sie mitempfunden.

Selbst als Uhr, mit ihren Zeiten,
will sie nicht Prinzipien reiten:

Zwar ein Werk, wie allerwärts,
doch zugleich ein Werk -- mit Herz.


In diesem Sinne Euch einen schönen dritten Advent!

So long,
Corinna

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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