31.12.09

Die Sache mit den Gutscheinen...


Der Mosche schenkte mir ja nicht nur einen wunderschönen Ring zu Weihnachten, sondern auch einen Haufen kleiner, liebevoll bemalter Mini-Stückchen Papierfetzen. Auf einigen stand Mama mit Herzen, oder Oma mit Herzen, oder Opa mit Herzen, was er halt schon schreiben kann (und Herzen malen kann er besonders gut).

Und zwischendrin fand ich auch den ein oder anderen Gutschein.

*

Einmal Minka ins Bett bringen (angesichts des bald bevorstehenden Techniker Balls schränkte er aber gleich ein, dass der Gutschein nicht für die ganze Nacht gelte).

Einmal beim Fensterputzen helfen.

Einmal den Tisch decken (also: den Tisch decken ohne zu moppern),

und...

...

...

...

tädäääääh:

Ein Gutschein für einen ungestörten Fernsehnachmittag.

So lässig.

Und so wertvoll, dass ich mich kaum trauen werde, die Gutscheine einzulösen, ;-).

*****

Kryptisch:

Hier rockt der Schwabe! Danke! Das war eine wirklich nette Überraschung, wir haben die CD gleich gehört (und die Kinder dazu avvjerockt, während ich mich über die Schätze dieser Zusammenstellung sehr gefreut habe**)!

*****

Euch allen wünsche ich einen guten sprichwörtlichen Rutsch und ein gutes Wiederlesen im neuen Jahr!

So long,
Corinna

*Ich persönlich finde ja den Fernsehgutschein ganz entzückend.
**Nur mit dem dritten Lied hat der Mosche so seine Probleme, das A-Wort im Lied gefällt ihm nicht, da schaltet er lieber ein Lied weiter, ;-).

29.12.09

Randvoll, oder: Das schönste im Rheinland


Fragt man den Mosche, was das schönste am Rheinland ist, dann wird er antworten:

"Der Lego-Shop in Köln."

...

...

...

Klare Sache.

So war es auch dieses Mal Teil des Weihnachtsgeschenkes, den Weihnachtsfamilienbesuch mit einer Fahrt ins Haus der deutschen Geschichte in Bonn nach Köln zu verbinden.

Voll war es dort am ersten Einkaufstag nach Weihnachten, rappelvoll, und ich fragte eine Verkäuferin, ob sie denn da keinen Nervenzusammenbruch bekäme.

"Nee," sagte sie (und outete sich damit sofort als echte nette Kölnerin), "das macht doch Spaß, all' die glücklichen Kinder hier!"

Und Spaß machte es in der Tat.

Besonders klasse sind die Becher, die man -- zum Einheitspreis -- randvoll mit allen möglichen Lego-Teilen füllen darf.

Erst schreckte der Mosche ein wenig vor ihnen zurück, denn zu überwältigend war das Angebot, als dass er ohne Scheu hätte zugreifen können.

Aber als ich ihm sagte, dass ich dieses Geschäft sicher nicht ohne wohlgefüllten Becher -- "und ich meine nicht den kleinen Becher, Mosche!" -- verlassen würde, griff er zu.

Herzhaft.

*

Allein das Füllen eines solchen Lego-Bechers kann eine ganze Familie beschäftigen: die Kinder bringen die Teile zum Befüllen, die Eltern schütteln, schichten und nutzen jede noch so kleine Lücke, um möglichst viele unsäglich wichtige und urseltene -- "urseltene, Mama!" -- Teile hinein zu stopfen.

Nachdem wir auch wirklich das allerletzte Luftloch sinnvoll gefüllt hatten, gelang es mir noch, einige Teile unter der Erhebung des Deckels unterzubringen: echte Präzisionsarbeit!

Nur Mutze muss das nächste Mal die Zusammenstellung der Figuren noch etwas optimieren, da wär' noch was gegangen, ;-).

(Un' wie das nu' mo su es im Rheinland, die ganze Zeit plauderten wir links und rechts mit anderen Eltern, die sich ähnlich beschäftigten wie wir. "Woher kennt Ihr die ganzen Leute?", fragen Mutze und Mosche oft erstaunt, denn so wie wir uns in den Schlangen an der Kasse immer nach hinten und vorne unterhalten, denken sie, mer kenne alle Lück da. "Kennen wir doch gar nicht," lachen wir dann, "aber das ist hier so.")

Langer Rede kurzer Sinn (und zurück zum Lego-Shop): in diesem Geschäft ist Shoppen wirklich Teil des Vergnügens und mein "Sie haben wirklich den besten Job der Welt!", mit dem ich mich schließlich von der Verkäuferin (siehe oben) verabschiedete, kam von Herzen...

Weniger klasse fanden die Kinder allerdings den Sonntagnachmittagsausflug ins Haus der deutschen Geschichte in Bonn, aber da mussten sie durch.

Vor allem mein (ehemaliges) Spezialgebiet Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und Sicherheitspolitik in den 50er Jahren ist sehr anschaulich und ausführlich dargestellt.

Spannende Sache, das!

(Nur die Rezeption der Stalin Noten ärgerte mich ein wenig, denn das stimmt so nicht ganz, wie es dort geschrieben steht. Dafür freute ich mich um so mehr über die Darstellung einer der Sternstunden der deutschen Geschichte, nämlich die Bundestagssitzung, in der Kurt Schumacher Konrad Adenauer den "Bundeskanzler der Alliierten" nannte, ;-)).

Er hat viel Freude gemacht, unser Weihnachtsausflug, aber nun sind wir wieder zurück in Graz und freuen uns auf ein paar gemütliche Tage zwischen den Jahren -- die schönste Zeit des Jahres, wenn Ihr mich fragt!

So long,
Corinna

*Wirklich wichtig auf dem Bild ist übrigens nicht der Lego-Becher, sondern der Indiana-Jones-Schlüsselanhänger. Meiner!

24.12.09

Der Grindinger und die Weihnachtsperle



Die Blogperlen sind schon wieder auf der Reise...



... und werden hoffentlich bald bei Maria in der Schweiz eintreffen. Ich wünsche viel Spaß damit -- es war schön, sie hier gehabt zu haben, und ich wünsche allen, zu denen sie noch kommen werden, viel Freude mit ihnen!

Meine Blogperlen-Geschichte habe ich verbunden mit Mutzes Adventskalender -- die letzte Geschichte, das hatte sie sich gewünscht, sollte von mir sein:

Der Grindinger und die Weihnachtsperle*
Corinna Steinert

Jetzt war was passiert, woran der Grindinger nicht ganz unschuldig war. Wobei „nicht ganz unschuldig“ auch nicht stimmt. Seine Perle hatte es nicht mehr ausgehalten mit ihm, und das war ein großes Pech für ihn, weil sie die einzige war, mit der er es sich noch nicht verdorben hatte. „Bezahl’ dich ja auch gut genug dafür, dass du geduldig mit mir bist,“ brummte er jedes Mal, wenn sie ihn ermahnte, es nicht zu toll zu treiben, weil sie sonst gehen werde. Aber meistens beeindruckte ihn ihre Drohung und er riss sich zusammen. Für ein paar Tage jedenfalls. Aber jetzt hatte er es wirklich übertrieben, und seine Perle war gegangen.

Und das kurz vor Geschäftsschluss. Und nicht nur vor irgendeinem Geschäftsschluss, sondern vor dem Geschäftsschluss vor Weihnachten. Wo doch jeder wusste, dass Weihnachten dieses Jahr besonders lang war, weil dem zweiten Weihnachtsfeiertag direkt ein Sonntag folgte, und an dem konnte man ja nun auch nichts einkaufen.

Weil die Perle gegangen war, ohne vorher noch für ihn einzukaufen, hatte er jetzt nichts zu essen, nichts zu trinken, und einen Christbaum hatte er schon gar nicht. Er hatte noch nicht mal Weihnachtspost, die er hätte verheizen können, weil ihm schon lange niemand mehr schrieb.

Jedenfalls hatte der Grindinger außer seiner Perle niemanden, und solange sie noch da gewesen war, und ihm den Haushalt gemacht und das Essen gekocht hatte, während er in seinem Arbeitszimmer über seinen Büchern saß, war ihm das egal gewesen. Er hatte nämlich anderes zu tun, als sich mit anderen Leuten herumzuärgern, denn er war Philosoph und ein ziemlich wichtiger noch dazu. Konkret hieß das: niemand verstand, worüber er redete, was ihn um so wichtiger machte. Klare Sache, das: je unverständlicher Sprache und Satzbau, desto größer die Bedeutung des Philosophen.

Aber den Grund, aus dem die Perle auf einmal gegangen war, den konnte diesmal
er nicht so recht verstehen. Ist ja auch ganz klar, als Philosoph dachte er zwar viel über das Leben nach, aber vor lauter Nachdenken verstand er es dann oft selber nicht.

Jetzt war sie schon einige Jahre bei ihm gewesen, jeden Morgen pünktlich erschienen, hatte ihm den Kaffee gekocht, dafür gesorgt, dass er sich etwas Frisches anzog, die Wäsche gewaschen, den Haushalt versorgt, eingekauft und all’ das getan, wofür der Grindinger halt keine Lust hatte, es selbst zu tun. Sie hatte seine Launen ertragen, und das wusste selbst er, dass das nicht immer einfach war. Nur ganz selten hatte sie was gesagt, aber er hatte nie gedacht, dass sie es ernst meinte, wenn sie zu schimpfen begann, dass sie allemal einen besseren Job finden würde und selber nicht wisse, warum sie überhaupt noch bei ihm bliebe.

„Ja, dann geh’ doch,“ hatte er heute zu ihr gesagt, „es wird schon nicht so schwer sein, eine neue Perle zu finden.“ Konnte nun auch wirklich nicht so schwer sein, es gab bestimmt eine Menge Frauen, die froh wären um so eine Anstellung, gerade in Zeiten wie diesen.

„Gerade in Zeiten wie diesen,“ hatte sie ihn nachgeäfft und sich zu ihm umgedreht, „ich bin nicht Ihre Perle, ich kann das nicht ausstehen, wenn Sie mich so nennen,“ gesagt und gefragt: „Wissen Sie überhaupt, wie ich heiße?“

„Natürlich,“ hatte er geantwortet, „weiß ich, wie du heißt, ich bin ja nicht blöd.“ Aber nur um sie zu ärgern hatte er so getan, als ob ihm der Name nicht sofort einfiele. Erst als die Haustür krachend hinter ihr ins Schloss gefallen war, hatte er ihr hinterher gebrüllt: „Rosalie heißt du, sieht du, ich weiß es ja!“ Da war es schon zu spät gewesen.

So ein Blödsinn. Er schüttelte den Kopf.

Nun saß er also hier und hatte, ehrlich gesagt, ziemlich großen Hunger. Die Perle – oder Rosalie, wenn es ihr so wichtig war – hatte ja noch einkaufen gehen sollen. Mühsam raffte er sich auf, suchte seine Jacke, seine Handschuhe und seine Geldbörse zusammen, nur die Einkaufstasche fand er nicht, wie auch, wenn er sich um so etwas nie hatte kümmern müssen. Ging er eben ohne los.

Im Supermarkt stand er wahllos vor den Regalen und wusste so überhaupt nicht, was er einkaufen sollte. Was brauchte man denn für ein Weihnachtsessen? Nicht, dass es ihm wichtig war, er feierte Weihnachten nicht, aber ein gutes Essen, darauf hatte er sich schon gefreut. Die Rosalie machte ihm immer einen Schweinsbraten mit Serviettenknödeln, das konnte doch eigentlich nicht so schwer sein.

An der Fleischtheke standen so viele Leute, dass er keine rechte Lust hatte, sich dazu zu stellen. Sicher gab es auch irgendetwas in der Tiefkühltruhe, das ordentlich schmeckte und leicht zuzubereiten war. Aber außer Tiefkühlpizza und Fischstäbchen war da auch nicht viel, nahm er also Pizza, und davon gleich vier, weil da ja auch noch die Weihnachtsfeiertage waren.

Zwei Flaschen Rotwein kaufte er noch, das sollte für ihn reichen, und während er in der Schlange an der Kasse wartete, überlegte er schon mal, was er in die Annonce schreiben sollte, weil er ja jetzt dringend eine neue Perle brauchte. Nur fiel ihm überhaupt nichts ein. Er konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, wie er damals die... Rosalie – meine Güte, konnte man sich aber auch anstellen – gefunden hatte, die war halt irgendwie immer schon da gewesen.

Eigentlich wäre jetzt, wo der Grindinger da so stand und über seine Perle, also über die Rosalie, nachdachte,
der Moment gewesen, in dem ihn eine gewisse Sentimentalität hätte überkommen sollen. Schließlich war die Rosalie ja nun der einzige Mensch in seinem Leben, der sich um ihn gekümmert hatte, und weil Weihnachten und das nun mal die Zeit war, in der man ein wenig rührselig wird.

Aber so ein Mensch war der Grindinger nicht, er gehörte ja noch nicht mal zu den Leuten, die von sich aus auf die Idee kamen, an der Kasse eine Frau mit schreiendem Baby vorzulassen. Es war zwar auch nicht gerade so, als ob er ein wirklich bösartiger Mensch gewesen wäre, der meinte, dass die Frau ja selber Schuld sei, wenn sie ihr Baby mit zum Einkaufen nahm.

Sondern weltfremd und nicht wirklich lebenstüchtig, so ganz auf sich allein gestellt. Und im Umgang mit anderen Menschen eben eine komplette Niete. Da hatte er so lange über seinen Büchern gesessen, aber keine Ahnung, wie man sich benahm, wenn man in einer langen Schlange an der Kasse stand.

Der Frau mit dem schreienden Baby war das natürlich egal, ob der Grindinger nun im Grunde seines Herzens doch kein ganz so schlechter Mensch war, sie wollte einfach nur nach Hause und schaute böse, weil er sie nicht vorließ. Aber zum Glück für sie und zum Glück für den Grindinger stand auch die Rosalie in der Schlange an der Kasse, ziemlich weit vorne, so dass er sie nicht gesehen hatte. Natürlich winkte sie die Frau zu sich. Den Grindinger schaute sie nur kopfschüttelnd an und hatte keine Ahnung, wie es dieser Mann ohne sie schaffen sollte.

Im Gegensatz zum Grindinger war die Rosalie ein mitfühlender Mensch. Geduldig war sie auch, und so wartete sie hinter der Kasse, bis er endlich bezahlt hatte. Und obwohl es ein bisschen zu rührselig wäre, wenn sie ihm jetzt auf der Stelle verziehen und ihm doch noch seinen Schweinsbraten gemacht hätte, begleitete sie ihn wenigstens nach Hause, um ihm die Pizza ins Backrohr zu schieben und die Weinflasche zu öffnen. Weiß der Geier, was sonst alles passiert wäre, bestimmt hätte er die Flasche zerbrochen bei dem Versuch, sie zu öffnen, und die Küche in Brand gesteckt.

Und jetzt passierte was, was der Grindinger nie für möglich gehalten hätte, weil er nämlich nie auf die Idee gekommen wäre: jetzt in dem Moment, in dem die Rosalie den Korkenzieher wieder in die Schublade legte, war er dankbar, dass sie bei ihm war. Nicht, weil sie ihm die Flasche geöffnet hatte, das hätte er schon selber geschafft und eigentlich ärgerte es ihn fast ein bisschen, dass sie sie ihm einfach aus der Hand genommen hatte. Aber er
merkte, dass er dankbar war, und als er genauer darüber nachdachte, merkte er, dass er schon immer dankbar gewesen war. Er stand auf und holte ein Weinglas und einen Teller aus dem Schrank, und dann fragte er die Rosalie, ob sie nicht noch ein Glas Wein mit ihm trinken und ein Stück Pizza mit ihm essen wolle.

Und so kam es, dass sie doch noch ein wenig länger bei ihm blieb, zumindest auf ein Glas Wein und ein Stück Pizza. Aber alles andere würde sich finden müssen, das wusste auch der Grindinger.



*****

So. Heute ist also Weihnachten.

Das schönste an Weihnachten sind für mich die Lichter, und der schönste Moment an Weihnachten ist es deshalb, wenn ich kurz vor der Bescherung meine Teelichter aus dem Keller hole, sie auf dem Balkongeländer und der Terrassenmauer aufstelle und die Kerzen anzünde.

Viele Leute werden wohl nicht mehr vorbei gehen, aber ich denk' mir immer, dass es einfach schön aussieht, und ich schaue auch oft aus dem Fenster, weil sie so schön leuchten.



In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein frohes Fest und ein paar besinnliche schöne Tage mit schönen, wärmenden Lichtern!

So long,
Corinna

*Nicht gut, aber trotzdem meine Geschichte!

23.12.09

Orangenmarmelade mit Kardamom


Ich hab' die doppelte Menge gemacht, aber besser hätt' ich gleich die dreifache genommen -- so lecker!



Muss ich halt noch mal.

*****

Eben gerade gefunden und fand es wirklich, wirklich schön formuliert!

*****

Weil Mutze den Ritter Fips so liebt, gibt's ihn heute gleich zwei Mal, ich konnte mich nämlich nicht entscheiden:

Ritter Fips als Held
Heinz Erhardt

Der Ritter Fips beschloß verwegen,
ein Ungeheuer zu erlegen,
das, gar nicht weit von seinem Schloß,
die Untertanen sehr verdroß.
Es war viel größer als ein Bär
und zehnmal kräftiger als der.

So stieg Herr Fips denn auf den Wallach,
verabschiedete sich überall, ach,
und ritt dann voll des Ungestüms
zum Wohnsitz dieses Ungetüms.
Und da geschah's, daß kurz vorm Ziel
er aus Versehn vom Pferde fiel. -

Bald drauf, den Kiefer ausgeklinkt,
kam er per pedes heimgehinkt.
(Das Roß lief, gleich nach diesem Fall,
nach Haus und stand bereits im Stall.)

Es herrschte Jubel angesichts
des Helden - doch der sagte nichts . . .

Schlußfolgerung:

Es hat nur selten der gesprochen,
der sich den Kiefer grad gebrochen.


Und:

Ritter Fips und das Burgverlies
Heinz Erhardt

Fips sprach zu seinem Knappen dies:
"Wir steigen jetzt ins Burgverlies!
Besorg uns eine Menge Lichts,
denn: ist es dunkel, sieht man nichts!"

Da sprach der Knappe voll des Leids:
"Geh nicht hinunter, Herr, vermeid's!"
"Schön", sagte Fips, "wenn du dich bangst,
bleib oben! Ich hab keine Angst!"

Und schon sah man mit Zuversicht,
mit Gottvertrauen und mit Licht
ihn in den Keller abwärtssteigen.
Er war allein... Ihm wurde eigen.

Da! Plötzlich saß dort, nein, wie nett,
ein Mensch! Vielmehr nur sein Skelett.
Ihm fehlten Haar, Fleisch und Gesicht -,
doch störte das den Ritter nicht!

Im Gegenteil, er fand es fein,
dann war er hier nicht so allein!
Mit Hilfe seines Lichts besah
er sich den Toten von ganz nah -,
und da erschrak er dann denn doch,
als aus dem Mund 'ne Kröte kroch...

Schlußfolgerung:
Das Angstgefühl im Burgverlies
verläßt dich erst, verließt du dies.


Ich wünsche noch einen frohen, geschäftigen 23. Dezember in die Runde!

Idsuswslc.


22.12.09

Der tugendhafte Hund


Vor ungefähr neun Jahren fuhren Mutze und ich mit dem Zug von Frankfurt nach Köln, in einem Großraumabteil fuhren wir, und um uns herum waren viele ältere Leute.

Ältere Leute, die nur mäßig begeistert waren von einem kleinen Kind im Abteil, das schon mal für eine steile Operkarriere übte.

Doch als wir an der Lorelei vorbeikamen, lief Mutze zum Fenster, schaute verträumt hinaus und sagte...

...

...

...

...

"Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin,
ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn..."

Weiter kannte sie den Text zwar nicht, war aber auch egal, denn ab sofort hatte sie bei unseren Mitreisenden absolute Narrenfreiheit.

Nur einer der Gründe, warum man die Grundsteine für eine gute Allgemeinbildung nicht früh genug legen kann, ;-).

Passend zu dieser Anekdote dichtete heute Herr Heine für Mutzes Adventskalender:

Der tugendhafte Hund
Heinrich Heine

Ein Pudel, der mit gutem Fug
Den schönen Namen Brutus trug,
War vielberühmt im ganzen Land
Ob seiner Tugend und seinem Verstand.
Er war ein Muster der Sittlichkeit,
Der Langmut und Bescheidenheit.
Man hörte ihn loben, man hörte ihn preisen
Als einen vierfüßigen Nathan den Weisen.
Er war ein wahres Hundejuwel!
So ehrlich und treu! eine schöne Seel'!

Auch schenkte sein Herr in allen Stücken
Ihm volles Vertrauen, er konnte ihn schicken
Sogar zum Fleischer. Der edle Hund
Trug dann einen Hängekorb im Mund,
Worin der Metzger das schöngehackte
Rindfleisch, Schaffleisch, auch Schweinefleisch packte. -
Wie lieblich und lockend das Fett gerochen,
Der Brutus berührte keinen Knochen,
Und ruhig und sicher, mit stoischer Würde,
Trug er nach Hause die kostbare Bürde.

Doch unter den Hunden wird gefunden
Auch eine Menge von Lumpenhunden
- Wie unter uns, - gemeine Köter,
Tagdiebe, Neidharde, Schwerenöter,
Die ohne Sinn für sittliche Freuden
Im Sinnenrausch ihr Leben vergeuden!
Verschworen hatten sich solche Racker
Gegen den Brutus, der treu und wacker,
Mit seinem Korb im Maule, nicht
Gewichen von dem Pfad der Pflicht. -

Und eines Tages, als er kam
Vom Fleischer und seinen Rückweg nahm
Nach Hause, da ward er plötzlich von allen
Verschwornen Bestien überfallen;
Da ward ihm der Korb mit dem Fleisch entrissen,
Da fielen zu Boden die leckersten Bissen,
Und fraßbegierig über die Beute
Warf sich die ganze hungrige Meute. -
Brutus sah anfangs dem Schauspiel zu,
Mit philosophischer Seelenruh';
Doch als er sah, dass solchermaßen
Sämtliche Hunde schmausten und fraßen,
Da nahm auch er an der Mahlzeit teil
Und speiste selbst eine Schöpsenkeul'.

Moral

Auch du, mein Brutus, auch du, du frisst?
So ruft wehmütig der Moralist.
Ja, böses Beispiel kann verführen;
Und, ach! gleich allen Säugetieren,
Nicht ganz und gar vollkommen ist
Der tugendhafte Hund - er frisst!


Euch einen schönen 22. Dezember -- jetzt geht es in die Zielgerade!

So long,
Corinna

21.12.09

Don't compare your life to that of others...


Ich kriege ja immer wieder mal so Mails geschickt mit diesen Sinnsprüchen, die mich innerlich zusammen zucken lassen, weil sie fast ein bisschen peinlich sind, so kitschg und rührig und so.

Aber hin und wieder ist auch einer dabei, mit dem ich wirklich was anfangen kann -- kürzlich war es "be kinder than necessary, for everyone you meet is fighting some kind of battle."

Bei manchen Leuten kann ich mir zwar beim besten Willen nicht vorstellen, was dieser Kampf denn nun sein soll, aber wenn sie mal wieder rumzicken und so genervt tun, hilft mir der Spruch auch ihnen gegenüber zu etwas mehr Gelassenheit.

In ein ähnliches Horn bläst auch "don't compare your life to that of others, for you have no idea what their journey is all about."

Werde ich mir merken und mir bei passender Gelegenheit wieder in Erinnerung rufen.

Ertappe ich mich nämlich tatsächlich gelegentlich dabei, extrem leicht genervt von meinen Mitmüttern zu sein, die so viel jammern, aber doch nur einmal zum Telefon greifen müssen, um die Oma, die Tante, die Schwester oder wen auch immer herbeizupfeifen, damit diese auf die Kinder, manchmal sogar nur auf das Kind schauen...

So gut hätte ich es auch gern mal.

...

...

...

Aber...

...

...

...

siehe oben.

*****

Anderes Thema, zu Dokumentationszwecken*:



*****

Und in Mutzes Kalender heute wieder Heinz Erhardt, der bisher am meisten begeisterte:

Die polyglotte Katze
Heinz Erhardt

Die Katze sitzt vorm Mauseloch,
in das die Maus vor kurzem kroch,
und denkt:"Da wart nicht lang ich,
die Maus, die fang ich!"

Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
"Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
Ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe drinnen!"

Da plötzlich hört sie - statt "miau" -
ein laut vernehmliches "wau-wau"
und lacht:"Die arme Katze,
der Hund, der hatse!
Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen,
anstatt vor meinem Loch zu sitzen!"

Doch leider - nun, man ahnt’s bereits -
war das ein Irrtum ihrerseits,
denn als die Maus vors Loch hintritt -
es war nur ein ganz kleiner Schritt -
wird sie durch Katzenpfotenkraft
hinweggerafft! - - -

Danach wäscht sich die Katz die Pfote
und spricht mit der ihr eignen Note:
"Wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man ’ne fremde Sprache kann ...!"


Idsuswslc

*der Mosche


20.12.09

Kaiserwetter!


"Beeilt Euch, Kinder!", ruft der Patenonkel, der heute den Mosche, Mutze und eine Mutze-Freundin zu einem zweiten Tag auf der Skipiste eingeladen hat, "heute ist Kaiserwetter!"

"Juhu!", ruft der Mosche gut gelaunt zurück, "ich bin ein Kaiser!"

*****

In Mutzes Kalender heute wieder mal Herr Ringelnatz, der ein paar Ameisen auf eine Reise schickte:

Die Ameisen
Joachim Ringelnatz

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.


Idsuswslc

19.12.09

... damit die Gedanken leichter die Richtung wechseln können


"Der Kopf ist rund, damit die Gedanken leichter die Richtung wechseln können," ist der Lieblingsspruch des LV.

Und er täte gut daran, wenn er sich selber mal ein Beispiel daran nehmen würde!

Denn nur, weil es durch einen -- meinen -- Deppenfehler heute in unserer Küche gebrannt hat, muss er ja nun nicht den ganzen Tag so streng schauen.

Ich mein', er tut grad so, als hätte ich die ganze Küche abgefackelt.

Nein, habe ich nicht, und jetzt wäre mal ein guter Zeitpunkt, die Gedanken die Richtung wechseln zu lassen und zu sagen:

"Super, Corinna! Durch Deine Geistesgegenwart und schnelle Reaktion hast Du den Brand schnell gelöscht und Schlimmeres verhindert!"

Muss man halt auch mal ein bisschen aus einer anderen Perspektive sehen.

Immerhin habe ich wirklich so schnell reagiert, dass die einzigen Verluste ein kleiner Brandfleck auf dem Parkettboden und unser Eierstecher sind, den es komplett zerschossen hat.

(Und der ist der einzig wirkliche und tragische Verlust: er war das einzige intakte Hochzeitsgeschenk, das wir noch hatten. Sollte ich bei irgendjemandem da draußen noch einen Weihnachtswunsch frei haben: so einen wünsch' ich mir noch mal.)

*****

Erfreulichere Neuigkeiten von der Skipiste: dort steht der Mosche heute zum ersten Mal auf den Brettern, die die Welt bedeuten, was in Österreich nicht die Bühne, sondern die Skier sind.

Bislang hatte er nie so die rechte Lust gehabt, das Skifahren zu lernen, doch nun sprach der Patenonkel, dass es endlich an der Zeit sei, arrangierte ein paar Stunden mit Ski-Lehrer und rief gerade an, dass der Mosche sich sehr geschickt anstelle.

So wird dies nun also der letzte Winter sein, den ich in Ruhe verbringen darf, denn Minka meldete schon an, dass sie es nächstes Jahr auch lernen wolle, und dann muss ich wohl oder übel mit.

Außerdem hat der Mosche schon verkündet, dass er es mir beibringen werde, sobald er es könne.

"Darauf bestehe ich!", hat er gesagt, und dagegen kann ich dann nichts mehr sagen.

*****

Mutze meinte, es dürfe auch einmal etwas Schwereres in ihrem Adventskalender sein, und ich glaube, wir sind uns alle einig, dass man gar nicht früh genug mit Robert Frosts wunderbarem Gedicht The Road not taken bekannt werden kann.

Das durfte nun mal in ihrem Adventskalender nicht fehlen.

So long,
Corinna

18.12.09

Die Sache mit der Ungeduld...


Ich habe ja so eine Ahnung, was in diesem Päckchen drin sein könnte...



Aber so ungeduldig ich auch bin, die Jahreszeit gebietet, dass Packerl erst am Heiligen Abend ausgepackt werden dürfen, ;-).

...

...

...

...

...

...

...

Naaaah.

Das kann ich weder Piri antun noch bin ich geduldig genug, so lange zu warten, deshalb habe ich
-- heimlich --
schon einmal gelünkert:

...

...

...

...

...

...

...

...

...



Schön sind sie, die Blogperlen! Und danke, liebe Sabine für den schönen Stern und die Schokolade!

Nach dem Wochenende gehen die Perlen wieder auf die Reise, bis dahin werde ich noch ausgiebig im Begleitbuch schmökern. (Ja, Piri, da steht schon einiges drin, ;-)).

Meine Blogperlengeschichte wartet noch in Mutzes Adventskalender, die gibt es am Heiligen Abend!

Danke, Piri, für die schöne Aktion!

So long,
Corinna

Honest Mistake...


Der im Moment ein wenig kränklich darniederliegende Mosche verschlief gestern den ganzen Nachmittag. Als er aufwachte, dachte er, es sei schon der nächste Tag und rannte schnell zu seinem Adventskalender.

Da Minka und ich auch den ganzen Nachmittag verpennt ein kleines Mittagsschläfchen gehalten hatten, war ich auch noch nicht wach genug, um zu begreifen, worüber er überhaupt redete.

Erst als er (sozusagen) mit dem 18. Dezember in der Hand vor mir stand, wurde mir sein "honest mistake" bewusst.

Doch so sehr ich ihn zu trösten versuchte und erklärte, dass es ein ehrlicher Fehler gewesen sei, und er deshalb den 18. Dezember auch ruhig schon am 17. behalten dürfe, verstaute er sein Lego wieder im Adventskalender. Ein bisschen unglücklich, weil ihm das Missgeschick geschehen war, aber nichts desto trotz sehr ehrlich.

(Heute freute es ihn dafür umso mehr. Besonders, weil Mutze ihm noch heimlich eine kleine Beigabe hinein geschmuggelt hatte, damit er doch noch eine kleine Überraschung hatte).

Gutes Kind. Gute Kinder.

*****

Heute reimte Wilhelm Busch für uns:

Bestimmung
Wilhelm Busch

Ein Fuchs von flüchtiger Moral
Und unbedenklich, wenn er stahl,
Schlich sich bei Nacht zum Hühnerstalle
Von einem namens Jochen Dralle,
Der, weil die Mühe ihn verdroß,
Die Tür mal wieder nicht verschloß.
Er hat sich, wie er immer pflegt,
So, wie er war, zu Bett gelegt.
Er schlief und schnarchte auch bereits.
Frau Dralle, welche ihrerseits
Noch wachte, denn sie hat die Grippe,
Stieß Jochen an die kurze Rippe.
»Du«, rief sie flüsternd, »hör doch bloß,
Im Hühnerstall, da ist was los;
Das ist der Fuchs, der alte Racker!«
Und schon ergriff sie kühn und wacker,
Obgleich sie nur im Nachtgewand,
Den Besen, der am Ofen stand,
Indes der Jochen leise flucht
Und erst mal Licht zu machen sucht.
Sie ging voran, er hinterdrein.
Es pfeift der Wind, die Hühner schrein.
»Nur zu«, mahnt Jochen, »sei nur dreist,
Und sag Bescheid, wenn er dich beißt!«
Umsonst sucht sich der Dieb zu drücken
Vor Madame Dralles Geierblicken.
Sie schlägt ihm unaussprechlich schnelle
Zwei-, dreimal an derselben Stelle
Mit ihres Besens hartem Stiel
Aufs Nasenbein. Das war zuviel. -
Ein jeder kriegt, ein jeder nimmt
In dieser Welt, was ihm bestimmt.
Der Fuchs, nachdem der BaIg herab,
Bekommt ein Armesündergrab.
Frau Dralle, weil sie leichtgesinnt
Sich ausgesetzt dem Winterwind
Zum Trotz der Selbsterhaltungspflicht,
Kriegt zu der Grippe noch die Gicht.
Doch Jochen kriegte hocherfreut
Infolge der Gelegenheit
Von Pelzwerk eine warme Kappe
Mit Vorder- und mit Hinterklappe.
Stets hieß es dann, wenn er sie trug:
Der ist es, der den Fuchs erschlug!

Euch einen schönen Tag! Und mir eine Eingebung, was ich denn jetzt mit den unzähligen Litern Punsch-Essenz machen soll, die ich da gestern hergestellt habe... Ich meine, ist ja nicht so, als ob ich meine Weihnachtsküchenversuche unbedenklich verschenken könnte, die sind nämlich alles andere als Hochglanz...

So long,
Corinna


17.12.09

Knoten im Kopf...


"Mist!", fluche ich laut und deutlich, weil ich immer dann einen Knoten im Kopf habe, wenn es um die -- in meinen Augen ungute -- Kombination Frau_Mahlzahn/Küche/Weihnachten geht.

Da geht mir nämlich alles, und ich meine alles!, daneben!

So wie eben, als ich die Punsch-Essenz herzustellen versuchte, von der ich es eine gute Idee fand, gleich das doppelte Rezept zu machen.

Weil, das kann man dann ja so prima im Tee trinken, Instant-Glühwein, sozusagen, und verschenken kann man es auch.

Und nahm dann auch die doppelte Menge der einen Zutat, wie es im Rezept stand, und mixte munter die...

...

...

...

vierfache Menge Weißwein und Rum drunter.

Ja, klar.

Zwei Mal ein halber Liter macht zwei Liter, ganz klar, egal übrigens, ob das nun Wein ist oder Rum.

Und einfach ausgleichen mit den anderen Zutaten ging nicht, weil ich bei denen natürlich gleich richtig gerechnet und nur die benötigte Menge eingekauft habe.

Es ist wie verhext -- das ist wie ein Knoten im Kopf, und immer dann, wenn es um die Weihnachtsbäckerei geht. Immer!

****

Mutze mag Herrn Erhardt so gerne, deshalb heute in ihrem Kalender dieses hier:

Der Kabeljau
Heinz Erhardt

Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt ein Kabeljau.
Da kömmt ein Hai von ungefähr,
ich glaub’ von links, ich weiß nicht mehr,
verschluckt den Fisch mit Haut und Haar,
das ist zwar traurig, aber wahr. ---
Das Meer ist weit, das Meer ist blau,
im Wasser schwimmt kein Kabeljau.


Euch noch einen schönen Restabend!

So long,
Corinna

16.12.09

Zing-Zang-Schwert


Manchmal hört man sich ja Sachen sagen, von denen man nie gedacht hätte, dass man so etwas überhaupt denken würde. Und dann: rumms! Ist es raus, und man hat keine Ahnung, wo das denn herkam.

So geschehen vor einigen Tagen, als Minka Mosches kleine Ritterburg mit zur Tagesmutter nahm, und mir auf dem Schnapsiergang* dorthin erzählte, dass sie zwar die Burg möge, sich aber vor Rittern fürchte.

"Ach, Minka," hörte ich mich also sagen, "vor Rittern brauchst Du keine Angst zu haben, die beschützen doch die Prinzessinnen."

Und suchte, als ich mich dies sagen hörte, sogleich nach einem Pfosten, in den ich meinen Kopf hätte rammen können!

Die beschützen doch die Prinzessinnen? Ja, können die das denn nicht selber?

"Aber, Minka," fuhr ich deshalb gleich fort: "Du brauchst keinen Ritter dafür, Du kannst das ja schon alleine!"

"Ja!", jubelte das gute Kind: "Nehme ich mein Zing-Zang-Währt und mache BUMM!"

...

...

...

...

Nun ja.

Gewaltlos ist anders.

Trotzdem: gut gebrüllt, Löwin!

****

Passend dazu Mutzes heutiges Gedicht:

Schneewittchen
Michael Kumpe

Ein Mädel, das Schneewittchen war,
das hat von Mai bis Januar
für sieben Tröpfe
gescheuert Töpfe,
gerieben Zwiebeln,
gelesen Bibeln,
gekocht die Schwarten,
gefegt den Garten,
gewickelt Kinder,
gemolken Rinder,
geschrubbt die Schränke,
geholt Getränke.
Dann hat´s (die Zwerge war´n empört)
gestreikt (mit Arbeit aufgehört),
weil es gemerkt hat: Solche Sachen
sind leicht von Zwergen selbst zu machen.
Die Zwerge wollten sie draufhin
mit Hilf´der bösen Königin
durch Gift ums Leben bringen-
das sollte nicht gelingen:
Der junge Prinz nahm sie ins Haus
und sagte: "Hier kennst du dich aus,
wasch Wäsche und koch Suppen
und spiele lieb mit Puppen!"

Sie sprach: "Das ist mir über.
Ich gehe jetzt, mein Lieber.
Vor Prinzen und vor Zwergen
will ich mich nun verbergen.
Es gibt auch bessre Leute!"
Vielleicht gibt es die heute?


In diesem Sinne!

So long,
Corinna

*Spaziergang

15.12.09

Schneeballschlacht...


Eben auf dem Schulweg königlich getroffen, also den Mosche getroffen, mit Schneebällen.

Und er mich natürlich auch.

Es sollte jeden Tag Schnee auf dem Schulweg liegen, da kommt man nämlich viel fröhlicher an.

(Nur trübte es dann gleich seine Freude und brachte ihn komplett aus dem Konzept, dass wir leider seine Hausschuhe nicht finden konnten. Da fehlt dann noch die nötige Gelassenheit, die ja auch eine Frage der Erfahrung ist.)

****

Mutze fand in ihrem Adventskalender heute dieses hier:

Bumerang
Joachim Ringelnatz

War einmal ein Bumerang;
War ein weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf Bumerang.


Ihr Favorit ist aber unbestritten der gestrige Ritter Fips, davon will sie mehr (und ihr Kalender ist zum Glück flexibel).

Euch einen schönen Tag!

So long,
Corinna

14.12.09

Weihnachtswerkstatt



Es ist gleichermaßen erfreulich wie auch erstaunlich, mit welcher Geduld und mit welchem Eifer sich das jüngste Kind in der Weihnachtswerkstatt betätigt.

Allerdings... wurde es zum Ende hin nahezu etwas zu eifrig und es war sehr schwierig, ihm, also dem jüngsten Kind, den Pinsel wieder zu entwenden.

Das Ergebnis deshalb: sehr... wild, ;-).

Wir hoffen, dass es trotzdem erfreuen wird.

*****

Herr Morgenstern könnte für Mutze zwar noch ewig weiterdichten, dennoch wenden wir uns der Gerechtigkeit wegen auch mal wieder Herrn Erhardt zu, der uns heute morgen mit diesem hier erheiterte:

Ritter Fips und sein anderes Ende

Es stand auf seines Schlosses Brüstung
der Ritter Fips in voller Rüstung.

Da hörte er von unten Krach
und sprach zu sich: ,,Ich schau mal nach!"
und lehnte sich in voller Rüstung
weit über die erwähnte Brüstung.

Hierbei verlor er alsobald
zuerst den Helm und dann den Halt,
wonach - verfolgend stur sein Ziel -
er pausenlos bis unten fiel.
Und hier verlor er durch sein Streben
als letztes nun auch noch das Leben,
an dem er ganz besonders hing ---!

Der Blechschaden war nur gering...

Schlußfolgerung:

Falls fallend Du vom Dach verschwandest,
so brems, bevor Du unten landest.


Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

13.12.09

Shake hands with...


Am Nachmittag waren wir beim Landeshauptmann Voves und Landesrätin Grossmann zu einer schönen, gemütlichen Adventsfeier eingeladen. Also zusammen mit geschätzten hundert anderen Familien eingeladen. Sehr liebevoll organisiert und eine schöne Feier.

Herr Voves schenkte Minka einen kleinen Lebkuchenstern, was sie sehr freute:
"Mann mir gebt hat, mir freundlich war."

Während andere Kinder aber brav bastelten und die sonstigen Kinderbelustigungen in Anspruch nahmen, fand der Mosche es eine gute Gelegenheit, die Sache mit den Strohhalmen und den Papierkügelchen zu überreißen -- und dies sofort auch Klein-Minka beizubringen.

Danke, Mosche!

*****

Heute zur geistigen Ertüchtigung der Großen die Übersetzung eines Hamelt-Monologs, die ich mal für ein Englisch-Seminar gemacht habe, vor zwanzig Jahren, ungefähr:

Monolog
Hamlet II/2, 544-570
Übersetzung: Frau_Mahlzahn

Welch ein versklavter Onkel-Sohn bin ich!
Ist es nicht irr? Ein Komödiant, dem in
nichts mehr als einem Traum der Leidenschaft
der Seel gespielter Wahn’s Gesicht verzerrt,
dass Tränen fließen, Wahn im ganzen Tun,
die volle Stimme bricht, dass der sich ganz
der Gaukelei ergibt. Und doch für nichts!
Für Hekuba!
Was ist sie schon für ihn und er für sie,
dass er wohl um sie weinen sollt’? Was tun,
wenn er zu rächen hätt’ den gleichen Grund
wie ich? In Tränen wär’ die Bühn ertränkt,
das Ohr mit grauenvoller Wahrheitsred’
zersprengt, er trieb den Schuld’gen in den Wahn,
der Freie käm’ vor lauter Wut gleich nach.
Die Ignoranz schafft sich den eignen Feind,
und jedes Seh- und Hörvermögen müsst
erfahr’n, dass es noch viel zu lernen hat.
Doch ich,
ein kleines Kind, als Schlammschlacht-Hans
im Albtraum Pflicht und Spiel verwechselnd, nein,
ich sage nichts – für einen König nichts,
auch wenn sein höchstes Gut, Besitz und Leib,
mit Niedertracht besudelt ist. Muss ich
ein Feigling sein? Wer tut’s, wer nennt mich Schuft?
Wer wagt es, sich mir in den Weg zu stellen,
mir jedes Barthaar einzeln ins Gesicht
zu pusten, an der Nas’ zu ziehen, die Lung’
mit Strohhalm-Lügen aufzublasen? Wer
tut mir das?


Für Mutze noch die Spur zu schwer, sie mag aber Herrn Morgenstern so gern, für sie deshalb dieses hier:

Die Korfsche Uhr

Korf erfindet eine Uhr,
die mit zwei Paar Zeigern kreist
und damit nach vorn nicht nur,
sondern auch nach rückwärts weist.

Zeigt sie zwei, -- somit auch zehn;
zeigt sie drei, -- somit auch neun;
und man braucht nur hinzusehen,
um die Zeit nicht mehr zu scheun.

Denn auf dieser Uhr von Korfen
mit dem janushaften Lauf
(dazu ward sie so entworfen):
hebt die Zeit sich selber auf.

***

Palmströms Uhr

Palmströms Uhr ist andrer Art,
reagiert mimosisch zart.

Wer sie bittet, wird empfangen.
Oft schon ist sie so gegangen,

wie man herzlich sie gebeten,
ist zurück- und vorgetreten,

eine Stunde, zwei, drei Stunden
je nachdem sie mitempfunden.

Selbst als Uhr, mit ihren Zeiten,
will sie nicht Prinzipien reiten:

Zwar ein Werk, wie allerwärts,
doch zugleich ein Werk -- mit Herz.


In diesem Sinne Euch einen schönen dritten Advent!

So long,
Corinna

12.12.09

Advent...


Heute mit dem Mosche einen wunderschönen Nachmittag verbracht -- erst Shoppen, dann Theater, dann noch ein bisschen shoppen und ein wenig Glühwein bzw. Kinderpunsch auf dem Weihnachtsmarkt.

Im Verlauf dieses Nachmittags zog mich der Mosche in ein zur Größe seines Geldbeutels passendes Geschäft mit Modeschmuck Juweliergeschäft seines Vertrauens, befahl mir die Augen zu schließen und die Hand auszustrecken, probierte, ob der Ring, den er ausgesucht hat, wohl auch passte, und bezahlte dann voller Stolz bei den Verkäuferinnen, die allesamt seinem Charme erlagen und ihm halfen, das Geschenk hübsch in einem Schächtelchen zu verpacken.

So stolz trug er dann sein Sackerl mit dem Geschenk nach Hause, es liegt jetzt gut versteckt in seiner Schreibtischschublade und wartet auf den Weihnachtsabend.

...

...

...

...

Alle, die den Ring gesehen haben, sagen, er sei sehr schön. Und ich werde sicher jedesmal an diesen Nachmittag denken, wenn ich ihn tragen werde.

Jetzt freu' ich mich erst Recht auf Weihnachten!

In diesem Sinne usw.

So long,
Corinna

Christtagsfreude...


Mutze murrte ein bisschen, weil sie ihre heutige Adventskalendergeschichte schon kennt, aber Als ich Christtagsfreude holen ging von "unserem" steirischen Heimatdichter Peter Rosegger, ist so eine stille und schöne Geschichte, die ich den Kindern zur Weihnachtszeit immer wieder gerne vorlese.

Und kaum zu glauben: sie ist wirklich spannend. Anders spannend, als unsere Kinder das heute so kennen, aber doch: spannend.

So long,
Corinna

11.12.09

Echter Kerl...


"Mama," sagt der Mosche, als ich ihm erzähle, wie gerührt baff ich war, als ich die Zeichnungen in seinem Heft gesehen habe, "Mama," sagt er also, "mir ist nur sonst nichts eingefallen, was ich mal machen konnte."

...

...

...

Echtes Kerlchen, halt, der Mosche.

Aber, Kerlchen, wie auch immer: ich fühle mich neudeutsch gewertschätzt, ;-).


*****

Herr Morgenstern dichtet heute weiter:

Die Mausefalle II
Christian Morgenstern

Morgens kommt v. Korf und lädt
das so nützliche Gerät

In den nächsten, sozusagen
mittelgroßen Möbelwagen,

den ein starkes Ross beschwingt
nach der fernen Waldung bringt,

wo in tiefer Einsamkeit
er das seltne Paar befreit.

Erst spaziert die Maus heraus
und dann Palmström, nach der Maus.

Froh genießt das Tier der neuen
Heimat, ohne sich zu scheuen.

Während Palmström, glückverklärt,
mit v. Korf nach Hause fährt.


Euch einen schönen Tag!

So long,
Corinna

10.12.09

Gerührt (und nicht geschüttelt)...


Blättere mit dem Mosche seine Schulhefte durch und finde dabei auch sein "Freizeitheft", in das die Kinder hinein schreiben und zeichnen dürfen, wenn gerade Leerlauf ist.

Ganz so viel kann mein kleiner Erstklässler ja noch nicht schreiben, aber das, was er da schreibt, ist ganz entzückend.

Außerdem sehe ich da ein paar Sachen, die mir bekannt vorkommen, und als ich genauer schaue, sehe ich, dass er ein paar der kleinen Briefchen, die ich ihm jeden Tag in die Jausenbox lege, nachgezeichnet und -geschrieben hat.

Ich male nämlich jeden Tag ein kleines Bildchen, und weil ich das ja bekannterweise nicht so gut kann, schreibe ich dazu, was es sein soll. Und das zeichnet er dann in der Schule liebevoll ab?

Das finde ich nun wirklich rührend.

Ich hatte nämlich gar nicht gedacht, dass ihm das so wichtig ist. Aber tatsächlich erzählte mir die Lehrerin kürzlich, dass ihm die Zettelchen taugen würden, manchmal käme er verschmitzt grinsend zu ihr, um sich beim Lesen helfen zu lassen.

Na so was. Zeigt er das also tatsächlich her. Ich befürchtete nämlich schon, ihm wär's fast ein wenig zu albern.

*****

Und auch wenn wir es eigentlich alle schon wissen, dieser Klick führt es noch mal sehr erschreckend vor Augen: die Zuckerbomben im angeblich gesunden Kindersnack...

*****


Für Mutze dichtete heute mal wieder Christian Morgenstern:

Die Mausefalle, Teil I
Christian Morgenstern

Palmström hat nicht Speck im Haus,
dahingegen eine Maus.

Korf, bewegt von seinem Jammer ,
baut ihm eine Gitterkammer.

Und mit einer Geige fein
setzt er seinen Freund hinein.

Nacht ists, und die Sterne funkeln.
Palmström musiziert im Dunkeln.

Und derweil er konzertiert,
kommt die Maus hereinspaziert.

Hinter ihr, geheimerweise,
fällt die Pforte leicht und leise.

Vor ihr sinkt in Schlaf alsbald
Palmströms schweigende Gestalt.


To be continued.

So long,
Corinna

09.12.09

Keseliste


Gerade schrieb ich an einem bösen Post über Mütterfreundschaften bzw. die Unmöglichkeit derselben, jedenfalls dann, wenn meine Mitmütter sie immer nur je nach Nutzen pflegen. Gerade schrieb ich also an einem solchen Post, als mein abstürzeifriger Computer dieses ins ewige Datennirvana schickte.

Das muss wohl ein Zeichen gewesen sein, dass ich's besser lasse, und so schreibe ich lieber über etwas anderes:

Über die Bücher, die ich in letzter Zeit so gelesen habe. Was schnell geschafft sein sollte, denn ich war irgendwie immer viel zu müde zum Lesen und die Bücher zu... wenig ansprechend, um mich wach zu halten. Oder mich überhaupt noch genau an sie zu erinnern...

Zuerst war da, glaube ich wenigstens, Das Albtraumreich des Edward Moon von Jonathan Barnes, das mich in der Buchhandlung des Wiener Südbahnhofs quasi angesprungen hatte, weil es unbedingt von mir gelesen werden wollte. Und ich muss echt mal sagen: würde ich ein tristes Dasein in der Buchhandlung des Wiener Südbahnhofs fristen, würde ich auch jeden anspringen, der an mir vorbei ginge, denn dass ein Bahnhof in Wien nichts Besseres zu bieten hat, als diese kleine Klitsche ist einer Hauptstadt echt... unwürdig.

Jedenfalls, was ich sagen wollte: Das Albtraumreich.... Kennt Ihr die Literatursendung Druckfrisch mit diesem selbstverliebten Denis Schenk? Der geht mir ja meistens, wenn ich die Sendung überhaupt sehe, ziemlich auf die Nerven (auch wenn ich ihn gerne mal in einer Buchhandlung treffen und mich von ihm beraten lassen würde).

Nur über seine Papiermüllrutsche muss ich immer herzlich lachen, und wie er da den ganz schlechten Plödder lässig in den Müllcontainer rutschen lässt.

Soweit ich das bisher beurteilen kann, hat er meistens Recht.

Und ganz ehrlich: Das Albtraumreich ist so ein Fall für diese Rutsche. Irgendso ein Parallelweltenplödder, der nie in Schwung kommt und nichts hergibt.

Die Bibliothekarin der Stadtbibliothek war so freundlich, mir Michael Winterhoffs Warum unsere Kinder Tyrannen werden, oder: die Abschaffung der Kindheit sozusagen illegal über den Thresen zu schieben, denn eigentlich hatte es jemand anderes vorbestellt. Winterhoff argumentiert ja, dass wir unfähig seien, unsere Kinder zu erziehen, weil wir in einer unheilvollen Kombination von Projektion, Symbiose und Partnerschaftlichkeit gefangen seien, die die Kinder komplett überfordere und ihre Psyche nicht altersgerecht reifen lasse. Ich finde, dass er durchaus Recht hat -- seine These aber insgesamt zu plakativ und flach, und im Grunde auch nur einen Teilaspekt von vielen.

Bedauerlicherweise zeigte der Blick in die Schaufensterauslage unserer Buchhandlung, dass Arne Dahls neuer Halm und Jalm Krimi Totenmaske spurlos an mir vorübergegangen ist -- und nicht nur das: vom Vorgänger Ungeschoren habe ich auch nichts gewusst!

Leider standen die Leute in der Stadtbibliothek schon Schlange, so dass es erst mal eine Weile dauerte, bis ich, in falscher Reihenfolge, Totenmaske und gerade eben erst Ungeschoren in die Hände bekam.

Totenmaske fand ich nicht mehr ganz so spannend wie seine anderen Holm und Hjelm Romane, irgendwie fehlte dem herrlich albernen Galgenhumor, der die Protagonisten ihren Job überleben lässt, diesmal ein wenig der Pepp.

Ungeschoren beginnt aber schon wieder sehr vielversprechend und ich freue mich darauf, die Lücken zu schließen.

Neil Gaiman sorgte mit Coraline und The Graveyard Book für gute Unterhaltung. Beides sind ja eher Jugendbücher, Coraline war okay, aber nicht der Überflieger. The Graveyard Book hat mir dagegen sehr gut gefallen. Ich liebe Gaimans skurille Ideen und seinen Wortwitz. Aus der Flughafenbuchhandlung in Istanbul habe ich mir noch American Gods mitgenommen, aber noch keine Muße gehabt, es zu lesen.

Bei Nina fand ich Meridian, ein (würde ich sagen eher) Jugendbuch von Amber Kizer und besorgte mir das Buch schnell auf Englisch. Doch obwohl ich Ninas Rezensionen sehr schätze und immer wieder gerne in ihrem Blog lese, muss ich sagen, dass ich nicht ganz so eingenommen bin von diesem Roman, denn ich fand ihn zwar schön zu lesen, aber doch sehr konstruiert und vorhersehbar. (Aber ich gehöre ja auch nicht mehr wirklich zum Zielpublikum, ;-)).

Simon Polt kannte ich bisher nur von einem Hörbuch, das mir sehr gut gefallen hat, aber ich hatte bisher weder einen Polt-Krimi von Alfred Komarek gelesen noch eine der Verfilmungen gesehen. Trotzdem stellte ich mich wiederum gerne in die lange Schlange in der Stadbibliothek und ergatterte schließlich den neuen Polt. Der kam aber nur langsam in die Gänge -- und war mir insgesamt viel zu bemüht. Komarek lässt seinen Polt in der Vergangenheit schwelgen, in der (natürlich) alles besser war, einen Mord aus eher... schlecht aufgebauten Motiven aufklären und sehr konstruierte Monologe führen. Nicht so mein Ding.

Das war's schon, wenig diesmal.

So long,
Corinna

Christkind...






Liebes Christkind, bitte sei doch so gut und erfülle den ein oder anderen Wunsch der Kinder. Und der Mosche fragt, ob Du seinen Wunschzettel bitte wieder zurückbringen kannst, wenn Du ihn nicht mehr brauchst, denn er hat zwei Tage daran gezeichnet und sich wirklich sehr viel Mühe gegeben. Ich würde ihn gerne aufheben. Danke!

****

"Minka," ermahne ich das jüngste Kind, "setz Dich bitte ordentlich hin, sonst fällst Du noch vom Stuhl!"

"Mama," empört sich besagtes Kind, "Du sollst mich Prinzessin nennen!"

...

...

...

...

Uaah.

****

"Wenn," sage ich zum LV, "wir auch diesen Winter ohne Wäschekeller und/oder Wäschetrockner bewältigen, verdienen wir echt'nen Orden."

"Ja," sagt der LV, "diesen Winter ist es irgendwie schwieriger als sonst. Woran liegt das?"

Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Nur, dass die Wäsche einfach nicht trocknen will.

****

Mutzes Adventkalender heute sozusagen aus der (spätpubertären) Dose:

Eine Kleine Kokosnuss
Frau_Mahlzahn, in jungen Jahren

Eine kleine Kokosnuss
bekam mal einen Kuss.
Das hat sie so verwirrt,
da hat sie sich im Wald verirrt.

Und als sie wieder draußen war,
da war ihr ganz schnell klar:
Nie wieder einen Kuss kassieren,
dann kann so was nicht noch mal passieren...


In diesem Sinne!

So long,
Corinna

08.12.09

Warum die Hasen so lange Ohren haben...


Minka darf sich zusammen mit dem Mosche einen Wissensendung auf KiKa anschauen. Diesmal geht es um Klippenspringer in Acapulco im Allgemeinen, und um ein Mädchen, das schon von unglaublichen Höhen springt, im Besonderen.

"Das will ich auch machen!", jubelt Minka, und dann noch mal und noch mal und noch mal:

"DAS will ich auch machen!"

Juhu.

Da freuen wir uns aber.

****

Mutze fand in ihrem Adventkalender heute die Antwort auf die Frage Warum die Hasen so lange Ohren haben.

Euch einen schönen Tag!

So long,
Corinna

07.12.09

Minenfeld...


"Meine Güte," stöhne ich, "das Thema Advent und Weihnachten ist echt ein Minenfeld."

"Nein," sagt der LV, "ein Minenfeld ist, wenn man den Fehler macht, das zu kommentieren, was Du zu dem Thema geschrieben hast."

Und das war wohl ziemlich missverständlich, da steht gar nicht drin, was ich eigentlich sagen wollte -- weshalb ich es Euch gerne vorenthalte, ;-).

****

Mutzes Adventskalender heute:

Die Vorspiele der Versöhnung
Gotthold Ephraim Lessing

Corinna schwor, mich zu vergessen,
und doch kann sie mich nicht vergessen.
Wo sie mich sieht und wo sie kann,
fängt sie auf mich zu lästern an.
Doch warum tut sie das? Warum erhitzt sie sich?
Ich wette was, noch liebt sie mich.

Ich schwor, Corinnen zu vergessen,
und doch kann ich sie nicht vergessen.
Wo ich sie seh' und wo ich kann,
fang ich mich zu entschuldgen an.
Doch warum tu' ich das? Und warum schweig ich nie?
Ich wette was, noch lieb ich sie!


Sprach der Mosche, obwohl er auch mit seinem Piratenkalender überglücklich ist:

"Nächstes Jahr wünsche ich mir auch so einen Gedichte-Kalender!"

Mutze könnten es jetzt mal mehr Geschichten statt Gedichte werden, aber ansonsten, glaube ich, ist sie ganz zufrieden.

Euch noch einen schönen Abend!

So long,
Corinna

06.12.09

Heute so...


... im Gottesdienst.

Schaue mit Minka und dem Mosche auf der Kinderbank das Bilderbuch David wird König an. Das mit Goliath und so.

Wundert sich Minka am Ende: "Wo ist Prinzessin?"


*****


Für Mutze wurde ich heute bei Bonafilia fündig, danke dafür!

So long,
Corinna

05.12.09

Nikolo...


Mir ist der Besuch des Nikolo immer viel zu wertvoll, als dass ich ihn (wenn er doch schon so freundlich ist, uns zu besuchen) für uns alleine haben wollte.

Deshalb haben wir heute, wie schon in den vier oder fünf Jahren zuvor, wieder einige befreundete Familien zu einer kleinen Nikolausfeier eingeladen.

Die Kinder waren natürlich völlig aufgekratzt und zwischenzeitlich fragte man sich schon, ob man sie nicht vielleicht doch lieber noch ein wenig lüften wolle.

Als der Nikolo dann wirklich vor der Tür stand (wie er es in Österreich öfter mal schon am 5. Dezember tut), saßen hier sieben Kinder aber so was von kerzengerade auf der Couch und sangen -- angeführt von Minka, die ihm gleich einmal erzählte, dass sie bestens vorbereitet sei -- ein Nikolauslied; Mutze und Kati ein weiteres, das sie extra für den Anlass geübt hatten, und auch Mutzes Tröte Trompete kam wieder mal zum Einsatz.

Letzteres freute den Nikolo ganz besonders, denn er nimmt immer regen Anteil an Mutzes Trompetenspiel...



"Ist der Nikolo lieb, nimmt den Kindern nichts weg. Bringt Kindern Süßekeiten. Nikolo mir freundlich ist!", sagt Minka, und Recht hat sie!

Der heute war ganz besonders lieb, das war nämlich...

...

...

...

...

unser Lieblingsnachbar*!

Schön war's mal wieder!

Heute wurde ich für Mutzes Kalender übrigens hier fündig.

Euch wünsche ich morgen gefüllte Stiefel und einen schönen zweiten Advents- und Nikolaussonntag!

So long,
Corinna

*Und der war schon vor zwei, drei Jahren mal "unser" Nikolo und freute sich über ein Trompetenständchen... Als er sich verabschiedete, sagte er damals zu Mutze: "Üb schön weiter. Der Nikolo hört das. Jeden Tag..." Und im Umdrehen zu mir: "Durch's geschlossene Fenster." Die ganze Zeit hatte ich mich schon gewundert, wer sich wohl hinter dem Nikolobart verstecken möge -- und da fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen, ;-).

04.12.09

Zwitscher...


Heute in Mutzes Adventskalender:

Das ästhetische Wiesel
Christian Morgenstern

Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
inmitten Bachgeriesel.

Wisst ihr,
weshalb?

Das Mondkalb
verriet es mir
im stillen:

Das raffinier-
te Tier
tats um des Reimes willen.


So long,
Corinna

03.12.09

3. Dezember...


Der LV und ich denken derzeit ernsthaft über die Einführung eines ganzjährigen Adventskalenders nach, jedenfalls für den Mosche.

Denn der, der das Aufstehen an Schultagen sonst komplett verweigert (Hard Core), also der Mosche, für den man eigens einen Ins-Bad-Trag-Service eingerichtet hat, um ihn überhaupt aus dem Bett zu bekommen, dieser Mosche also...

...

...

...

...

stand heute nun schon das dritte Mal wie von selbst noch vor der Zeit auf, putzte sich fast widerstandslos die Zähne, murrte nur ein bisschen, weil er sich anziehen sollte...

...

...

und rannte runter zu seinem Adventskalender.

Wow.

Da war's noch nicht mal sieben.

Heute in Mutzes Adventskalender:

Heimatlose
Joachim Ringelnatz

Ich bin fast
Gestorben vor Schreck:
In dem Haus, wo ich zu Gast
War, im Versteck,
Bewegte sich,
Regte sich
Plötzlich hinter einem Brett
In einem Kasten neben dem Klosett,
Ohne Beinchen,
Stumm, fremd und nett
Ein Meerschweinchen.
Sah mich bange an,
Sah mich lange an,
Sann wohl hin und sann her,
Wagte sich
Dann heran
Und fragte mich:
"Wo ist das Meer?"


Euch einen schönen 3. Dezember, bei uns wird heute das Christkind aktiv (aber erst muss es noch das Bad putzen).

So long,
Corinna

02.12.09

Schule...


Heute mal wieder gedacht, dass es eine weise Entscheidung war, den Mosche auf eine andere Volksschule zu schicken als Mutzes damals.

Auf dem Weg zur Schule sahen wir, dass einige Geschäfte im Bezirk schon Weihnachtsbäume aufgestellt haben -- geschmückt mit Weihnachtsschmuck, den die verschiedenen Klassen seiner Schule gebastelt haben.

Überall kleine Grüße der Schüler und Schülerinnen.

Schön, das.

Der Schmuck von Mosches Klasse hängt an einem Baum in einem Versicherungsgebäude. Gestern gingen sie mit der ganzen Klasse schauen und bekamen dort als Danke Schön (jeder) einen Adventskalender.

Er ist mächtig stolz und möchte nun, dass wir am Nachmittag dort vorbei gehen, damit ich den Engel bewundern kann, den er gebastelt hat.

Neudeutsch, sagt der LV, heiße das übrigens, die Schule "vernetze" sich im Bezirk.

Auch heute in der Schule: Im Eingangsbereich saß ein älterer Mitschüler mit Ziehharmonika und begrüßte die Kinder mit Weihnachtsliedern.

Das oder ähnliches wird in den Wochen bis Weihnachten sicher noch öfter vorkommen -- letztes Jahr standen dort oft auch Lehrerinnen, die Weihnachtslieder sangen oder auf der Trompete spielten.

Es ist eine andere, offenere, engagiertere und liebevollere Atmospähre dort.

Heute im Kalender nur ein kleiner Sinnspruch:

Das Lernen macht stets dann Verdruss,
wenn man's nicht möchte, aber muss.
(Heinz Erhardt)


Morgen wieder etwas längeres.

So long,
Corinna

01.12.09

Die Sache mit dem Adventskalender...


Adventskalender sind in unserer Familie Chefsache, also: meine Sache.

Der Mosche wünschte sich erstmals einen gekauften, denn wenn man sich frei entscheiden kann zwischen einem selbstgebastelten und einem Lego-Kalender, dann liegt es ja wohl nahe, welcher es sein wird.

Minka und der LV bekamen einen "aus der Dose", will sagen, die vom letzten Jahr wurden noch einmal wiederbelebt.

Nur Mutze hatte einen besonderen Wunsch: sie wollte Gedichte und Geschichten, und es sollten auch einige von mir sein.


Und das war jetzt mal eine echte Herausforderung*. Ich kann gleich sagen, von mir ist nicht viel dabei. Eher viel Erhardt, ein bisschen Ringelnatz und ganz viel Morgenstern (und ein bisschen suche ich noch, um ein wenig mehr Abwechslung hineinzubringen**).

"Macht nichts," sagt Mutze gnädig, "Hauptsache die Geschichte am 24. Dezember ist von Dir."

Da habe ich ja noch 23 Tage Zeit, bis dahin soll mir schon noch was einfallen.

Heute in ihrem Kalender, ganz unweihnachtlich, aber eines, das ich immer sehr gemocht habe:

Zäzilie (II)
Christian Morgenstern

Zäzilie soll die Fenster putzen,
sich selbst zum Gram, jedoch dem Haus zum Nutzen.

„Durch meine Fenster muss man“, spricht die Frau,
„so durchsehen können, dass man nicht genau
erkennen kann, ob dieser Fenster Glas
Glas oder bloße Luft ist. Merk dir das.“

Zäzilie ringt mit allen Menschen-Waffen...
Doch Ähnlichkeit mit Luft ist nicht zu schaffen.
Zuletzt ermannt sie sich mit einem Schrei –
Und schlägt die Fenster allesamt entzwei!
Dann säubert sie die Rahmen von den Resten,
und ohne Zweifel ist es so am besten.
Sogar die Dame spricht zunächst verdutzt:
„So hat Zäzilie ja noch nie geputzt.“

Doch alsobald ersieht man, was geschehn,
und sagt einstimmig: „Diese Magd muss gehen.“


In diesem Sinne (auch) Euch schönes Adventskalenderöffnen!

So long,
Corinna

*Ich tu' mich nämlich schwer mit Gedichten im Allgemeinen und Weihnachtsgedichten im Besonderen.
**Wer schöne kennt, bitte, ich würd' mich freuen, denn noch kann ich auswechseln.

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...