22.12.10

Aus dem Takt gekommen: der 22. Dezember


Fechten ist ja so! g.eil.

Gestern bin ich wieder in den Genuss eines (relativen) Einzeltrainings gekommen und das hat richtig, richtig Spaß gemacht.

So mit Finte und Umgehen eines Angriffes und Ausforschen des Gegners und so.

Sehr, sehr lässig!

Allerdings hat der Trainer mit neuen Dehnübungen mal wieder meinen Kater namens Muskel gefüttert.

Schmerzen!

Hat er sicher nur gemacht, damit wir ihn über Weihnachten nicht vergessen...

****

Für Fantasy fehlt mir die Sprache, ganz eindeutig.

Dennoch hier das siebte Kapitel für Mutzes Adventskalender:

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in 8 Kapiteln

von Frau_Mahlzahn

7.

Malin griff nach ihrem Messer, das immer noch zwischen ihren Zähnen steckte, doch Jarne kam ihr zuvor und schlug sie mit einem gezielten Schlag nieder. Klares Mißverständnis, dachte Malin und rieb sich ihr Kinn, er hat es als Drohgebärde verstanden. Sie würde also sehr gut auf ihre Bewegungen achten müssen, um ihn nicht unabsichtlich zu provozieren.

So unternahm sie nichts, als er ihr Messer aufhob und es in seinen Gürtel steckte. Mit einem Kopfnicken bedeutete er ihr, aufzustehen und ihm zu folgen. Fasziniert bemerkte sie, dass die Büsche und Wurzeln, durch die sie sich vorher nur mit Mühe hatte durchschlagen können, vor ihm zur Seite wichen und ihm einen ungehinderten Durchgang ermöglichten. Schnell lief sie ihm hinterher.

In ihre Freude, ihn lebend gefunden zu haben, mischte sich eine große Unsicherheit. Wohin führte er sie? Brachte er sie zu den Trollen, war er ihr Handlanger? Würde er sie leben lassen oder töten? Sein Faustschlag, den er ihr mitten ins Gesicht gegeben hatte, ließ jedenfalls nicht darauf schließen, dass er ihr freundlich gesinnt war. Sie konnte auch nicht darauf hoffen, dass auch er sie erkannt hatte, denn er war damals, als die Trolle ihn entführt hatten, noch ein kleines Kind gewesen.

„Jarne,“ sprach sie ihn vorsichtig an, „was hast Du mit mir vor?“

Er drehte sich zu ihr um und sein drohender Gesichtsausdruck ließ nichts Gutes hoffen. Er knurrte und bedeutete ihr, den Mund zu halten und ihm einfach zu folgen. Dabei verdoppelte er seinen Schritt, und sie hatte alle Mühe wieder zu ihm aufzuschließen. Als sie stolperte, fauchte er sie an und riss sie hoch. Dann horchte er auf und zog sie mit sich hinter einen dicken Baum. Er legte den Zeigefinger auf den Mund und schaute konzentriert.

Was hatte er gehört? So sehr Malin sich auch anstrengte, für sie war der Wald immer noch stumm. Entweder musste ihr Bruder ein sehr feines Gehör haben oder bildete sich nur etwas ein. Dann hörte aber auch sie Schritte. Sie machte sich so klein sie konnte und hielt den Atem an. Dem Takt der Schritte nach zu urteilen waren es mehrere… Gestalten, die auf sie zu kamen. Als sie vorsichtig um den Baum herum spähte, sah sie drei der grünäugigen Waldgestalten und erschrak. Bisher hatte sie ja nur ihre Augen gesehen, und die hatten ihr schon genug Angst eingeflößt. Doch der Anblick ihrer grobschlächtige Körper ließen ihr einen eisigen Schauer über den Rücken laufen. Sie waren überall stark beharrt und mindestens anderthalb Köpfe größer als sie. Ihre Hände waren Pranken, in denen sie dicke Knüppel hielten, ihre Augen waren stechend und ihre Nasen glichen riesigen Knollen. Dennoch konnten gut riechen, denn einer dieser Trolle hob die Nase in die Luft und schnüffelte. Er hatte eine Witterung aufgenommen, auf die er seine Begleiter aufmerksam machte. Erst wollten sie ihn weiterziehen, doch dann rochen sie es auch. Aufmerksam schauten sie in ihre Richtung.

Jarne brüllte laut auf und riss Malin mit sich. So schnell sie konnten, liefen sie zwischen Büschen und Bäumen hindurch. Sie bemühte sich, dicht hinter ihrem Bruder zu bleiben, um die Schneise zu nutzen, die ihm die Büsche öffneten. Hinter sich hörte sie die Trolle und spürte einen Luftzug, als eine der Keulen nur knapp an ihrem Kopf vorbei flog.

Lange würde sie dieses Tempo nicht mehr halten können, aber ihr Bruder lief und lief. Als sie dachte, sie könnte bald keinen weiteren Schritt mehr tun, griff er nach ihrer Hand und setzte zum Sprung an.

Sie sprangen über einen breiten und tiefen Graben und ließen sich auf der anderen Seite abrollen. Malin rappelte sich sofort wieder auf und wollte weiterlaufen, doch Jarne blieb sitzen. Sie stutzte und wagte es, einen Blick zurück zu werfen: die Trolle waren stehen geblieben und obwohl sie immer wieder ansetzten, traute sich keiner von ihnen, tatsächlich zu springen.

Trolle hatten Angst vor Abgründen! Sie waren in Sicherheit!

Sie warf sich auf den Boden und begann hysterisch zu lachen. Erst als sie sich wieder beruhigt hatte, setzte sie sich auf und schaute zu ihrem Bruder, der das Ende ihres Anfalles geduldig abgewartet hatte. Von der anderen Seite des Grabens her hörte sie das wütende Gebrüll der Trolle.

Erstmals sah sie ein Zeichen der Zufriedenheit in Jarnes Augen. Es schien ihm einige Genugtuung zu bereiten, die Trolle ausgetrickst zu haben.

Wenigstens wusste sie also schon mal dieses: er gehörte nicht zu ihnen und würde sie ihnen nicht ausliefern. Wenigstens nicht freiwillig.

Als er merkte, dass sie ihn beobachtete, verdüsterte sich sein Blick wieder. Er stand auf und schob sie vor sich her. Sie gingen noch eine ganze Weile und Malin merkte, dass er auch weiterhin auf der Hut, aber nicht mehr so angespannt wie vorher war.

Schließlich erreichten sie eine kleine Höhle. Malin hätte sie nie entdeckt, denn sie war gut hinter dichten Büschen versteckt, doch Jarne führte sie sicher zur Öffnung. Er schnippste mit den Fingern und wie aus dem Nichts tauchten tausende kleine Irrlichter auf. Aber statt wie vorher wild durch die Luft zu tanzen, schwebten diese an die Decke der Höhle, wo sie ruhig verharrten und ein angenehmes Licht spendeten.

Er zeigte ihr ein notdürftiges Lager und setzte sich selber auf den Boden, ihr gegenüber. Dann schaute er sie stumm an – und in seinem Blick erkannte sie Mißtrauen, aber auch viel Neugier. Sie schwiegen lange, doch dann begann Malin zu erzählen.

Sie erzählte vom Brand, von dem, was sie gesehen hatte, von ihren Versuchen, ihn im Wald zu finden, und davon, dass die Eltern überzeugt seien, dass er tot sei. Sie konnte ihm ansehen, dass er kein Wort von dem verstand, was sie sagte, aber sie sah auch, wie er sich zunehmend entspannte.

Dennoch war sie es, die zuerst einschlief.


So, eines noch, das große Finale.

Euch noch ein paar schöne Vorweihnachtstage!

Genießt!

So long,
Corinna

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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