24.12.10

Hexenhäuschen


Eigentlich ist bei uns der LV für Grundriss und Statik des Hexenhäuschens zuständig, aber weil er verhindert war, musste ich es diesmal für ihn übernehmen.

Der Plan war, dass er, wenn er das Hexen...zelt sieht, sagen würde, ich solle das Häuslebauen doch lieber ihm überlassen.

(Bald der erste Spatenstich und so).

"Aber nix," sagte er, "das machen wir mal hübsch gemeinsam."



****

Eigentlich schade, dass jetzt schon Weihnachten ist, denn erstens ist ja die Vorweihnachtszeit die Schönste, und zweitens...

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habe ich mich mit meiner Geschichte verschätzt.

Acht Kapitel reichen einfach nicht.

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in definitiv mehr als 8 Kapiteln

Von Frau_Mahlzahn

8.

Als Malin aufwachte hätte sie nicht sagen können, wie lange sie geschlafen hatte oder welche Tageszeit es gerade war. Die Irrlichter schwebten noch immer unter der Decke und gaben ein schwaches Licht von sich, und sie sah, dass Jarnes Platz verlassen war. Sie streckte die Hand aus und tastete sein Lager ab. Die Wärme verriet ihr, dass er noch nicht lange weg sein konnte.

Als die Irrlichter ihre Bewegung bemerkten, wurden sie unruhig. Trotzdem stand Malin auf und streckte sich. Ihr ganzer Körper schmerzte. Vorsichtig schaute sie sich in der Höhle um. Sie war klein und wenn sie beide Arme ausstreckte, konnte sie die Wände berühren. Außer den beiden Lagern konnte sie keine anderen Gegenstände entdecken. Jarne schien sich hier nur zum Schlafen aufzuhalten.

Mittlerweile tanzten die Irrlichter aufgeregt um ihren Kopf herum. Sie versuchte, sie mit einer Handbewegung zu verscheuchen, doch sie blieben harnäckig und bildeten eine Front, als sie zum Höhlenausgang ging. Malin kniff die Augen zu einem Schlitz zusammen, um sich nicht ablenken zu lassen und ging entschlossen weiter. Unwillig ließen die Lichter sie vorbei, doch sie lief direkt gegen das nächste Hinderniss: die Büsche vor der Höhle standen dicht an dicht und rückten noch dichter zusammen, als sie versuchte, sie zur Seite zu schieben. Es gab kein Durchkommen.

Die Irrlichter beruhigten sich, als Malin sich wieder auf ihr Lager setzte, doch sie hatte das Gefühl, genau von ihnen beobachtet zu werden. Ihr würde nichts anderes übrig bleiben, als zu warten, bis Jarne zurück kam.

Die Zeit zog sich und sie starrte die Höhlenwände an, doch das eintönige Grau war einschläfernd und sie nickte mehrmals wieder ein. Jedesmal schreckte sie schnell wieder auf, weil sie glaubte, etwas wahrgenommen zu haben, doch selbst wenn sie sich konzentrierte, konnte sie nichts hören.

Wieder starrte Malin die gegenüberliegende Wand an und zwang sich diesmal, nicht einzuschlafen. Sie glaubte schon, jeden einzelnen Stein gesehen zu haben, als ihr eine Stelle auffiel, die sich deutlich von den anderen unterschied. Sie war dunkler und glatter, und ein dunkler Rand deutete darauf hin, dass sich hinter diesem Stein eine kleine Öffnung versteckte. Warum war ihr das nicht vorher aufgefallen?

Sie schaute vorsichtig zu den Irrlichtern, doch auch sie wirkten jetzt schläfrig wie eben. Sie bemühte sich, ruhig zu bleiben und sich ihre Ungeduld nicht anmerken zu lassen, um die Irrlichter nicht auf sich aufmerksam zu machen. Langsam bewegte sie den Arm, und als sich die Lichter nicht regten, rückte sie vorsichtig ein Stück zur Seite. Es schienen Stunden zu vergehen, bis sie schließlich so nah an die Stelle gerückt war, dass sie sie unauffällig mit dem Fuß berühren konnte.

Sie räkelte sich und gähnte übertrieben, und beobachtete zufrieden, dass die Irrlichter auch darauf nicht reagierten. Sie bemerkten auch nicht, dass sich Malin nicht auf ihr eigenes Lager sondern auf Jarnes legte. Jetzt konnte sie den Stein zur Seite schieben.

Dahinter verbarg sich ein kleiner Raum, den sie vorsichtig mit der Hand abtastete. Sie fühlte einige Knochen und wollte ihre Hand schon erschrocken zurückziehen. Doch dann biss sie die Zähne aufeinander und zwang sich, die Knochen abzutasten. Dabei stieß sie auf einen Schädel, den sie langsam herauszog. Als sie ihn vor sich hatte, schrie sie auf.

Es war ein Menschenschädel, in dessen Schädeldecke eine tiefe Spalte klaffte. In einer der Augenhöhlen steckte ein zusammengerolltes Stück Leder.

Entsetzt sprang sie auf.

****

Sie hatte keine Ahnung, woher Jarne aufgetaucht war, vermutlich hatte sie sich so sehr auf das Abtasten der Knochen konzentriert, dass sie ihn nicht gehört hatte. Er hielt einige Wurzeln und Beeren in der Hand und schaute auf den Schädel, den sie immer noch in der Hand hielt. Er nickte ihr zu und deutete mit der Hand, in der er die Wurzeln hielt, auf das Stück Leder. Sie nahm es aus der Augenhöhle, legte den Schädel auf den Boden und rollte das Leder auseinander. In roter Schrift – von der sie nur hoffen konnte, dass es kein Blut war – standen ein paar Worte geschrieben, die sie kaum entziffern konnte.

Jarne winkte den Irrlichtern, die sich sofort um Malin versammelten, um ihr Licht zu spenden. Dennoch brauchte sie eine Weile, bis sich ihre Augen ausreichend fokussiert hatten.

„Rolfin, Tristof und Maran tot,“ las sie und konnte sich nur zu gut an die Erzählungen ihrer Mutter über ihre Vorfahren erinnern, die die Lichtung gefunden hatten, auf der schließlich ihr Dorf entstanden war. Rolfin, Tristof und Maran waren eines Tages einfach verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt, und Redran hatte sich auf die Suche nach ihnen gemacht, war aber niemals zurück gekommen.

Dieses Stück Leder, schloß sie, musste er beschrieben haben.

„Gefunden, kopfüber an Seilen hängend,“ las sie weiter und schauderte. Die Trolle mussten die drei gefangen und aufgehängt haben. Sie konnte sich nur vage vorstellen, welche Angst und Schmerzen sie ausgestanden haben mussten.

Sie schaute auf den Schädel, der nur von Redran stammen konnte. Der Spalt im Schädel ließ vermuten, dass er im Kampf mit den Trollen gestorben sein musste. Fragend schaute sie Jarne an.

Er drehte sich um und verließ die Höhle, und ein wenig frustriert beobachtete sie, wie sich die Büsche, die sich vorher dicht vor ihr verschlossen hatten, vor ihm öffneten. Obwohl er sich nicht mehr nach ihr umdrehte, folgte sie ihm.

Sie gingen eine Weile durch den Wald, aber Malin hätte nicht sagen können, wohin er sie führte. Er horchte immer wieder konzentriert auf, aber sie konnte nichts hören außer dem Knurren ihres Magens. Ihren Rucksack mit dem Proviant hatte sie in der Höhle vergessen. Sie hatte jetzt sicher seit bald zwei Tagen nichts mehr gegessen. Gierig schaute sie auf die Wurzeln und Beeren, die er immer noch in der Hand trug.

Endlich erreichten sie eine kleine Lichtung, und zum ersten Mal seitdem sie von zu Hause aufgebrochen war, sah sie wieder Sonnenlicht. Außerdem hörte sie, ebenfalls zum ersten Mal seit ihrem Aufbruch, normale Geräusche. Sie hörte Vögel zwitschern, und das Rascheln der Blätter im Wind. Es schien ein friedlicher Ort zu sein und sie fragte sich, ob sich Jarne wohl oft hier aufhielt.

Dann sah sie inmitten der Lichtung drei Grabstellen, die mit Steinen markiert waren. Sie näherte sich ihnen vorsichtig, bückte sich über dem ersten Grab und betrachtete den Stein in den grob und ungelenk dass ein Name eingeschlagen war: Maran. Auf dem zweiten entzifferte sie den Namen Tristofs, doch auf dem dritten stand nur Rolf. Wenn das Rolfins Grab sein sollte, dann musste derjenige, der ihm den Stein gemeißelt hatte, bei der Arbeit unterbrochen worden sein.

Als sie hinter sich lautes Gebrüll hörte, ahnte sie sofort, was ihn wohl abgehalten haben mochte.

Sie sprang auf und rannte um ihr Leben.


****

Tja, da werde ich wohl nach Weihnachten noch mal ran müssen und weiterschreiben.

Und hier sei gleich mein erster Neujahrsvorsatz für's nächste Jahr vermerkt: Schreiben lernen. Also: richtig schreiben lernen.

So mit Konzept und so.

Und nicht, wie ich, einfach mal drauf los schreiben und schauen, was bei raus kommt.

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Übrigens sind jetzt, wo ich gleich (endlich) schlafen gehe, die Mitarbeiter unseres Supermarktes schon auf dem Weg zur Arbeit. Die müssen nämlich in der Weihnachtszeit schon oft um 4 Uhr morgens anfangen, damit die Regale gefüllt sind, wenn der Supermarkt öffnet. Dementsprechend fertig sieht eine meiner Lieblingsverkäuferinnen auch aus!

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Euch allen ein frohes Weihnachtsfest!

So long,
Corinna

Kommentare:

  1. SChönes Häusle!

    Und die Weihnachtszeitgeht doch bis zum 6. Januar, oder? dann erst kommen die heiligen drei Könige =)

    Schöne Weihnachten wünsche ich Euch!!

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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