31.12.10

Aaaaaah!


In meinem Kleiderschrank, zwischen den Kinderbüchern!

Da hätte ich es wirklich am wenigsten vermutet!

So long,
Corinna

30.12.10

Kochbuch


Mein bestes Kochbuch ist unbestritten mein Tagebuch.

Das heißt, es war mal mein Tagebuch, dann habe ich es zum Rezeptbuch umfunktioniert und die besten Rezepte, die mir untergekommen sind, darin notiert.

...

...

...

Wenn mir jetzt nur mal jemand sagen könnte, wo ich es hingelegt habe!!!

So long,
Corinna

29.12.10

Bomben


"Wann machma endlich das mit den Bomben?", fragt Minka schon seit Tagen, aber ich muss sie vertrösten.

Das mit den Sylvesterraketen machma nämlich erst übermorgen, und langsam sorge ich mich wegen der Einflüsse, denen unsere Minka hier ausgesetzt ist, ;-).

So long,
Corinna

P.S.: Auch wenn von ihm hier nicht direkt die Rede ist, muss ich diesen Post doch gerechterweise auch unter Mosche ablegen.

27.12.10

Erdbeben


Das war kein Problem der Statik, sondern eher ein...


Erdbeben.

So long,
Corinna

26.12.10

Montag


Ui, schon wieder Montag, ;-)

Schneller als man denkt.

So long,
Corinna

Weihnachtsgeschenke


Mutze bekam vom Christkind einen CD-Player, vom LV dessen alten Verstärker, und von einem lieben Freund der Familie eine Tote Hosen-CD.

Seitdem schauen der LV und ich verdächtig oft in Mutzes Zimmer vorbei.

Zum mitrocken.

So long,
Corinna

25.12.10

Weihnachtstag


Auf die Frage, was sie denn zur Kindermesse und am Heiligen Abend anziehen wolle, antwortete Minka:

"Ich gehe störisch."

...

...

...

...

...

Und meinte damit: steirisch.

So richtig im Dirndl und ganz entzückend.

*****

Der Mo lässt derweil ausrichten, man solle heute nicht mit ihm rechnen, er habe den ganzen Tag zu tun.

Das Christkind erfüllte nämlich ihm und dem LV einen gemeinsamen Herzenswunsch:

Lego Mindstorms

*****

Das Leben ist schön.

Euch wünsche ich einen schönen und friedlichen Weihnachtstag!

So long,
Corinna

Zum Geburtstag!


Der lieben Freundin zum Geburtstag:

Bitte hier entlang, ;-).

So long,
Corinna

24.12.10

Hexenhäuschen


Eigentlich ist bei uns der LV für Grundriss und Statik des Hexenhäuschens zuständig, aber weil er verhindert war, musste ich es diesmal für ihn übernehmen.

Der Plan war, dass er, wenn er das Hexen...zelt sieht, sagen würde, ich solle das Häuslebauen doch lieber ihm überlassen.

(Bald der erste Spatenstich und so).

"Aber nix," sagte er, "das machen wir mal hübsch gemeinsam."



****

Eigentlich schade, dass jetzt schon Weihnachten ist, denn erstens ist ja die Vorweihnachtszeit die Schönste, und zweitens...

...

...

...

habe ich mich mit meiner Geschichte verschätzt.

Acht Kapitel reichen einfach nicht.

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in definitiv mehr als 8 Kapiteln

Von Frau_Mahlzahn

8.

Als Malin aufwachte hätte sie nicht sagen können, wie lange sie geschlafen hatte oder welche Tageszeit es gerade war. Die Irrlichter schwebten noch immer unter der Decke und gaben ein schwaches Licht von sich, und sie sah, dass Jarnes Platz verlassen war. Sie streckte die Hand aus und tastete sein Lager ab. Die Wärme verriet ihr, dass er noch nicht lange weg sein konnte.

Als die Irrlichter ihre Bewegung bemerkten, wurden sie unruhig. Trotzdem stand Malin auf und streckte sich. Ihr ganzer Körper schmerzte. Vorsichtig schaute sie sich in der Höhle um. Sie war klein und wenn sie beide Arme ausstreckte, konnte sie die Wände berühren. Außer den beiden Lagern konnte sie keine anderen Gegenstände entdecken. Jarne schien sich hier nur zum Schlafen aufzuhalten.

Mittlerweile tanzten die Irrlichter aufgeregt um ihren Kopf herum. Sie versuchte, sie mit einer Handbewegung zu verscheuchen, doch sie blieben harnäckig und bildeten eine Front, als sie zum Höhlenausgang ging. Malin kniff die Augen zu einem Schlitz zusammen, um sich nicht ablenken zu lassen und ging entschlossen weiter. Unwillig ließen die Lichter sie vorbei, doch sie lief direkt gegen das nächste Hinderniss: die Büsche vor der Höhle standen dicht an dicht und rückten noch dichter zusammen, als sie versuchte, sie zur Seite zu schieben. Es gab kein Durchkommen.

Die Irrlichter beruhigten sich, als Malin sich wieder auf ihr Lager setzte, doch sie hatte das Gefühl, genau von ihnen beobachtet zu werden. Ihr würde nichts anderes übrig bleiben, als zu warten, bis Jarne zurück kam.

Die Zeit zog sich und sie starrte die Höhlenwände an, doch das eintönige Grau war einschläfernd und sie nickte mehrmals wieder ein. Jedesmal schreckte sie schnell wieder auf, weil sie glaubte, etwas wahrgenommen zu haben, doch selbst wenn sie sich konzentrierte, konnte sie nichts hören.

Wieder starrte Malin die gegenüberliegende Wand an und zwang sich diesmal, nicht einzuschlafen. Sie glaubte schon, jeden einzelnen Stein gesehen zu haben, als ihr eine Stelle auffiel, die sich deutlich von den anderen unterschied. Sie war dunkler und glatter, und ein dunkler Rand deutete darauf hin, dass sich hinter diesem Stein eine kleine Öffnung versteckte. Warum war ihr das nicht vorher aufgefallen?

Sie schaute vorsichtig zu den Irrlichtern, doch auch sie wirkten jetzt schläfrig wie eben. Sie bemühte sich, ruhig zu bleiben und sich ihre Ungeduld nicht anmerken zu lassen, um die Irrlichter nicht auf sich aufmerksam zu machen. Langsam bewegte sie den Arm, und als sich die Lichter nicht regten, rückte sie vorsichtig ein Stück zur Seite. Es schienen Stunden zu vergehen, bis sie schließlich so nah an die Stelle gerückt war, dass sie sie unauffällig mit dem Fuß berühren konnte.

Sie räkelte sich und gähnte übertrieben, und beobachtete zufrieden, dass die Irrlichter auch darauf nicht reagierten. Sie bemerkten auch nicht, dass sich Malin nicht auf ihr eigenes Lager sondern auf Jarnes legte. Jetzt konnte sie den Stein zur Seite schieben.

Dahinter verbarg sich ein kleiner Raum, den sie vorsichtig mit der Hand abtastete. Sie fühlte einige Knochen und wollte ihre Hand schon erschrocken zurückziehen. Doch dann biss sie die Zähne aufeinander und zwang sich, die Knochen abzutasten. Dabei stieß sie auf einen Schädel, den sie langsam herauszog. Als sie ihn vor sich hatte, schrie sie auf.

Es war ein Menschenschädel, in dessen Schädeldecke eine tiefe Spalte klaffte. In einer der Augenhöhlen steckte ein zusammengerolltes Stück Leder.

Entsetzt sprang sie auf.

****

Sie hatte keine Ahnung, woher Jarne aufgetaucht war, vermutlich hatte sie sich so sehr auf das Abtasten der Knochen konzentriert, dass sie ihn nicht gehört hatte. Er hielt einige Wurzeln und Beeren in der Hand und schaute auf den Schädel, den sie immer noch in der Hand hielt. Er nickte ihr zu und deutete mit der Hand, in der er die Wurzeln hielt, auf das Stück Leder. Sie nahm es aus der Augenhöhle, legte den Schädel auf den Boden und rollte das Leder auseinander. In roter Schrift – von der sie nur hoffen konnte, dass es kein Blut war – standen ein paar Worte geschrieben, die sie kaum entziffern konnte.

Jarne winkte den Irrlichtern, die sich sofort um Malin versammelten, um ihr Licht zu spenden. Dennoch brauchte sie eine Weile, bis sich ihre Augen ausreichend fokussiert hatten.

„Rolfin, Tristof und Maran tot,“ las sie und konnte sich nur zu gut an die Erzählungen ihrer Mutter über ihre Vorfahren erinnern, die die Lichtung gefunden hatten, auf der schließlich ihr Dorf entstanden war. Rolfin, Tristof und Maran waren eines Tages einfach verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt, und Redran hatte sich auf die Suche nach ihnen gemacht, war aber niemals zurück gekommen.

Dieses Stück Leder, schloß sie, musste er beschrieben haben.

„Gefunden, kopfüber an Seilen hängend,“ las sie weiter und schauderte. Die Trolle mussten die drei gefangen und aufgehängt haben. Sie konnte sich nur vage vorstellen, welche Angst und Schmerzen sie ausgestanden haben mussten.

Sie schaute auf den Schädel, der nur von Redran stammen konnte. Der Spalt im Schädel ließ vermuten, dass er im Kampf mit den Trollen gestorben sein musste. Fragend schaute sie Jarne an.

Er drehte sich um und verließ die Höhle, und ein wenig frustriert beobachtete sie, wie sich die Büsche, die sich vorher dicht vor ihr verschlossen hatten, vor ihm öffneten. Obwohl er sich nicht mehr nach ihr umdrehte, folgte sie ihm.

Sie gingen eine Weile durch den Wald, aber Malin hätte nicht sagen können, wohin er sie führte. Er horchte immer wieder konzentriert auf, aber sie konnte nichts hören außer dem Knurren ihres Magens. Ihren Rucksack mit dem Proviant hatte sie in der Höhle vergessen. Sie hatte jetzt sicher seit bald zwei Tagen nichts mehr gegessen. Gierig schaute sie auf die Wurzeln und Beeren, die er immer noch in der Hand trug.

Endlich erreichten sie eine kleine Lichtung, und zum ersten Mal seitdem sie von zu Hause aufgebrochen war, sah sie wieder Sonnenlicht. Außerdem hörte sie, ebenfalls zum ersten Mal seit ihrem Aufbruch, normale Geräusche. Sie hörte Vögel zwitschern, und das Rascheln der Blätter im Wind. Es schien ein friedlicher Ort zu sein und sie fragte sich, ob sich Jarne wohl oft hier aufhielt.

Dann sah sie inmitten der Lichtung drei Grabstellen, die mit Steinen markiert waren. Sie näherte sich ihnen vorsichtig, bückte sich über dem ersten Grab und betrachtete den Stein in den grob und ungelenk dass ein Name eingeschlagen war: Maran. Auf dem zweiten entzifferte sie den Namen Tristofs, doch auf dem dritten stand nur Rolf. Wenn das Rolfins Grab sein sollte, dann musste derjenige, der ihm den Stein gemeißelt hatte, bei der Arbeit unterbrochen worden sein.

Als sie hinter sich lautes Gebrüll hörte, ahnte sie sofort, was ihn wohl abgehalten haben mochte.

Sie sprang auf und rannte um ihr Leben.


****

Tja, da werde ich wohl nach Weihnachten noch mal ran müssen und weiterschreiben.

Und hier sei gleich mein erster Neujahrsvorsatz für's nächste Jahr vermerkt: Schreiben lernen. Also: richtig schreiben lernen.

So mit Konzept und so.

Und nicht, wie ich, einfach mal drauf los schreiben und schauen, was bei raus kommt.

****

Übrigens sind jetzt, wo ich gleich (endlich) schlafen gehe, die Mitarbeiter unseres Supermarktes schon auf dem Weg zur Arbeit. Die müssen nämlich in der Weihnachtszeit schon oft um 4 Uhr morgens anfangen, damit die Regale gefüllt sind, wenn der Supermarkt öffnet. Dementsprechend fertig sieht eine meiner Lieblingsverkäuferinnen auch aus!

****

Euch allen ein frohes Weihnachtsfest!

So long,
Corinna

Christkind


Ob das Christkind überhaupt alle Geschenke, die es überall in der Wohnung versteckt hat, wieder wird finden können, steht zu bezweifeln.

Sollte es dies allerdings doch schaffen und die späte Stunde dazu nutzen, sie einzupacken, dann wird es dabei sicher die Gesellschaft von Russell Crowe genießen.

Euch eine ruhige, vorweihnachtliche Nacht!

So long,
Corinna

22.12.10

Die Geburt Jesu, digital


Bitte hier entlang.

Enjoy.

(Mir gefällt ja am besten: Avoid Romans, ;-)).

So long,
Corinna

Nicht hu(d)deln!


"Nicht hudeln!", sagt mein Fechttrainer immer, und manchmal schaut er dabei sogar ein kleines bisschen streng.

Aber wenn er meint, dass ich beim Fechten hudle, dann hat er mich noch nie an der Nähmaschine gesehen.

...

...

...

Ist das a Sch.aaß!

Ich glaube, meinen Neujahrsvorsatz (2010), Nähen zu lernen mit dem (eigentlichen) Ziel, genau und präzise arbeiten zu lernen, darf ich getrost als...

...

...

... gescheitert betrachten.

So long,
Corinna

P.S.: Wieder was gelernt: die liebe Freundin machte mich gerade darauf aufmerksam, dass es im Österreichischen "hudeln" heißt. Mit zwei "d" dagegen findet man es eher in Deutschland geschrieben. Aber jetzt, wo ich's weiß, finde ich es mit einem "d" schöner.

Wenn zwei Falken auf dem Baum sitzen...



Bitte mal hier entlang -- so ein klasse Spruch!

So long,
Corinna

Aus dem Takt gekommen: der 22. Dezember


Fechten ist ja so! g.eil.

Gestern bin ich wieder in den Genuss eines (relativen) Einzeltrainings gekommen und das hat richtig, richtig Spaß gemacht.

So mit Finte und Umgehen eines Angriffes und Ausforschen des Gegners und so.

Sehr, sehr lässig!

Allerdings hat der Trainer mit neuen Dehnübungen mal wieder meinen Kater namens Muskel gefüttert.

Schmerzen!

Hat er sicher nur gemacht, damit wir ihn über Weihnachten nicht vergessen...

****

Für Fantasy fehlt mir die Sprache, ganz eindeutig.

Dennoch hier das siebte Kapitel für Mutzes Adventskalender:

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in 8 Kapiteln

von Frau_Mahlzahn

7.

Malin griff nach ihrem Messer, das immer noch zwischen ihren Zähnen steckte, doch Jarne kam ihr zuvor und schlug sie mit einem gezielten Schlag nieder. Klares Mißverständnis, dachte Malin und rieb sich ihr Kinn, er hat es als Drohgebärde verstanden. Sie würde also sehr gut auf ihre Bewegungen achten müssen, um ihn nicht unabsichtlich zu provozieren.

So unternahm sie nichts, als er ihr Messer aufhob und es in seinen Gürtel steckte. Mit einem Kopfnicken bedeutete er ihr, aufzustehen und ihm zu folgen. Fasziniert bemerkte sie, dass die Büsche und Wurzeln, durch die sie sich vorher nur mit Mühe hatte durchschlagen können, vor ihm zur Seite wichen und ihm einen ungehinderten Durchgang ermöglichten. Schnell lief sie ihm hinterher.

In ihre Freude, ihn lebend gefunden zu haben, mischte sich eine große Unsicherheit. Wohin führte er sie? Brachte er sie zu den Trollen, war er ihr Handlanger? Würde er sie leben lassen oder töten? Sein Faustschlag, den er ihr mitten ins Gesicht gegeben hatte, ließ jedenfalls nicht darauf schließen, dass er ihr freundlich gesinnt war. Sie konnte auch nicht darauf hoffen, dass auch er sie erkannt hatte, denn er war damals, als die Trolle ihn entführt hatten, noch ein kleines Kind gewesen.

„Jarne,“ sprach sie ihn vorsichtig an, „was hast Du mit mir vor?“

Er drehte sich zu ihr um und sein drohender Gesichtsausdruck ließ nichts Gutes hoffen. Er knurrte und bedeutete ihr, den Mund zu halten und ihm einfach zu folgen. Dabei verdoppelte er seinen Schritt, und sie hatte alle Mühe wieder zu ihm aufzuschließen. Als sie stolperte, fauchte er sie an und riss sie hoch. Dann horchte er auf und zog sie mit sich hinter einen dicken Baum. Er legte den Zeigefinger auf den Mund und schaute konzentriert.

Was hatte er gehört? So sehr Malin sich auch anstrengte, für sie war der Wald immer noch stumm. Entweder musste ihr Bruder ein sehr feines Gehör haben oder bildete sich nur etwas ein. Dann hörte aber auch sie Schritte. Sie machte sich so klein sie konnte und hielt den Atem an. Dem Takt der Schritte nach zu urteilen waren es mehrere… Gestalten, die auf sie zu kamen. Als sie vorsichtig um den Baum herum spähte, sah sie drei der grünäugigen Waldgestalten und erschrak. Bisher hatte sie ja nur ihre Augen gesehen, und die hatten ihr schon genug Angst eingeflößt. Doch der Anblick ihrer grobschlächtige Körper ließen ihr einen eisigen Schauer über den Rücken laufen. Sie waren überall stark beharrt und mindestens anderthalb Köpfe größer als sie. Ihre Hände waren Pranken, in denen sie dicke Knüppel hielten, ihre Augen waren stechend und ihre Nasen glichen riesigen Knollen. Dennoch konnten gut riechen, denn einer dieser Trolle hob die Nase in die Luft und schnüffelte. Er hatte eine Witterung aufgenommen, auf die er seine Begleiter aufmerksam machte. Erst wollten sie ihn weiterziehen, doch dann rochen sie es auch. Aufmerksam schauten sie in ihre Richtung.

Jarne brüllte laut auf und riss Malin mit sich. So schnell sie konnten, liefen sie zwischen Büschen und Bäumen hindurch. Sie bemühte sich, dicht hinter ihrem Bruder zu bleiben, um die Schneise zu nutzen, die ihm die Büsche öffneten. Hinter sich hörte sie die Trolle und spürte einen Luftzug, als eine der Keulen nur knapp an ihrem Kopf vorbei flog.

Lange würde sie dieses Tempo nicht mehr halten können, aber ihr Bruder lief und lief. Als sie dachte, sie könnte bald keinen weiteren Schritt mehr tun, griff er nach ihrer Hand und setzte zum Sprung an.

Sie sprangen über einen breiten und tiefen Graben und ließen sich auf der anderen Seite abrollen. Malin rappelte sich sofort wieder auf und wollte weiterlaufen, doch Jarne blieb sitzen. Sie stutzte und wagte es, einen Blick zurück zu werfen: die Trolle waren stehen geblieben und obwohl sie immer wieder ansetzten, traute sich keiner von ihnen, tatsächlich zu springen.

Trolle hatten Angst vor Abgründen! Sie waren in Sicherheit!

Sie warf sich auf den Boden und begann hysterisch zu lachen. Erst als sie sich wieder beruhigt hatte, setzte sie sich auf und schaute zu ihrem Bruder, der das Ende ihres Anfalles geduldig abgewartet hatte. Von der anderen Seite des Grabens her hörte sie das wütende Gebrüll der Trolle.

Erstmals sah sie ein Zeichen der Zufriedenheit in Jarnes Augen. Es schien ihm einige Genugtuung zu bereiten, die Trolle ausgetrickst zu haben.

Wenigstens wusste sie also schon mal dieses: er gehörte nicht zu ihnen und würde sie ihnen nicht ausliefern. Wenigstens nicht freiwillig.

Als er merkte, dass sie ihn beobachtete, verdüsterte sich sein Blick wieder. Er stand auf und schob sie vor sich her. Sie gingen noch eine ganze Weile und Malin merkte, dass er auch weiterhin auf der Hut, aber nicht mehr so angespannt wie vorher war.

Schließlich erreichten sie eine kleine Höhle. Malin hätte sie nie entdeckt, denn sie war gut hinter dichten Büschen versteckt, doch Jarne führte sie sicher zur Öffnung. Er schnippste mit den Fingern und wie aus dem Nichts tauchten tausende kleine Irrlichter auf. Aber statt wie vorher wild durch die Luft zu tanzen, schwebten diese an die Decke der Höhle, wo sie ruhig verharrten und ein angenehmes Licht spendeten.

Er zeigte ihr ein notdürftiges Lager und setzte sich selber auf den Boden, ihr gegenüber. Dann schaute er sie stumm an – und in seinem Blick erkannte sie Mißtrauen, aber auch viel Neugier. Sie schwiegen lange, doch dann begann Malin zu erzählen.

Sie erzählte vom Brand, von dem, was sie gesehen hatte, von ihren Versuchen, ihn im Wald zu finden, und davon, dass die Eltern überzeugt seien, dass er tot sei. Sie konnte ihm ansehen, dass er kein Wort von dem verstand, was sie sagte, aber sie sah auch, wie er sich zunehmend entspannte.

Dennoch war sie es, die zuerst einschlief.


So, eines noch, das große Finale.

Euch noch ein paar schöne Vorweihnachtstage!

Genießt!

So long,
Corinna

21.12.10

Vermischtes


Sehr gefreut habe ich mich, als der Mo und ich letzte Woche einen Schulkollegen auf der Straße trafen und dieser im Vorbeigehen sagte:

"Ihr habt echt super gespielt."

Gemeint war damit unsere Aufführung "Hilfe, die Herdmanns kommen".

Aber die Kinder haben das auch wirklich ganz unglaublich gut gemacht, und diese Woche, in der wir das Stück aufgeführt haben, war eine tolle und schöne Zeit, an die ich mich noch gerne erinnern werde.

****

Als der Mo gestern vom Spielen nach Hause kam, erzählte er, dass auch David auf dem Hof gewesen sei.

"David?", fragte ich und überlegte fieberhaft, welcher David wohl gemeint sein könnte. In der Nachbarschaft wohnt jedenfalls keiner.

"Na, Du weißt schon," sagte der Mo, "der David aus meiner Schule."

Ich stand immer noch auf dem Schlauch. Welcher David?

"Mama," war der Mo jetzt schon leicht genervt, "Du weißt schon, der David, den wir am Wochenende auf dem Weihnachtsmarkt getroffen haben."

Ach, der David!

...

...

...

Warum ich das erzähle?

Weil es dem Mo bei seinen Versuchen einer Beschreibung gar nicht in den Sinn gekommen ist, Davids Hautfarbe -- der Vater ist Afrikaner -- ins Spiel zu bringen.

Spielt in seiner Wahrnehmung keine Rolle.

Das taugt mir.

So long,
Corinna

20.12.10

Weihnachtswerkstatt






****

Btw: heute ist Montag.

So long,
Corinna

19.12.10

Übrigens...


Übrigens muss der Mo allein schon deshalb wieder in die Oper, weil er sich für den Anlass sehr schick hat anziehen lassen angezogen hat: mit Hemd und Kragen und Sakko.

Fesches Kerlchen.

So long,
Corinna

18.12.10

Der 18. Dezember


Als der LV und der Mo am Abend aus der Oper kamen, die dieses Mal ein Musical war, grinste der Mo frech und fragte:

"Rate, wie es in der Oper war?"

Na ja, wenn er schon so fragt...

"Zum Einschlafen," sagt er, und der LV ergänzt: "Ich glaube, wir haben einen Operngänger weniger in der Familie."

"Mama," schränkt der Mo ein, "ich gehe schon noch mal in die Oper. Aber nur in einen Mord und Totschlag."

...

...

...

Weil man ja schließlich schon gewisse Erwartungen an die Oper hat, Liebe, Leidenschaft, Mord, Totschlag und so.

Ganz klar, ;-).


****

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in 8 Kapiteln

Von Frau_Mahlzahn

6.

Während sich die Gestalten über ihr an ihrem Schicksal ergötzten, suchte Malin verzweifelt den Boden des Erdloches nach ihren Habseligkeiten ab. Den Rucksack fand sie schnell, aber als sie ihn abtastete, merkte sie, dass er beim Aufprall geplatzt war. Nach einigem Suchen fand sie ihr Messer und die Wasserflasche, die beim Sturz aus der Seitentasche gefallen war, und trank dankbar. Dann tastete sie die Wand ab, um zu sehen, ob es irgendwo ein Schlupfloch gab, durch das sie hätte fliehen können. Natürlich fand sie nichts. Immerhin war die Wand nicht ganz glatt, so dass sie später versuchen konnte, hinauf zu klettern. Sie würde aber noch warten müssen, bis sich die Waldwesen zurückgezogen hatten. Falls sie das taten.

Sie lehnte sich an die Wand und bemühte sich, nicht nach oben zu schauen, denn sie wollte möglichst souverän wirken und sich nicht einschüchtern lassen. Doch tatsächlich konnte sie die Panik, die in ihr aufzusteigen drohte, nur mit Mühe unterdrücken. Wenn sie jetzt hysterisch wurde, konnte sie gleich aufgeben.

Sie musste sich eingestehen, dass ihre Lage nicht besonders hoffnungsvoll war. Diese furchtbaren, bestialisch stinkenden Wesen mit den rotleuchtenden Augen machten ihr am wenigsten Angst. Sie schienen zwar sehr stark und wild zu sein, aber auch unruhig und unkonzentriert. Sie würde sie schon irgendwie austricksen können, wenn sie nur vorher eine Chance bekam, sie ein wenig genauer zu studieren. Über die mit den grünen Augen konnte sie noch nichts sagen, aber sie schienen die Anführer zu sein und wirkten verschlagen. Am meisten fürchtete sie aber die Irrlichter, die immer wieder aus dem Nichts auftauchten und so wenig greifbar waren, dass sie beim besten Willen keine Vorstellung hatte, wie sie sich vor ihnen schützen sollte.

Über ihr wurde es ruhig, und als sie vorsichtig nach oben schaute, sah sie, dass sich die Wesen zurück gezogen hatten. Nur dann und wann tanzte ein vereinzeltes Irrlicht über der Öffnung des Erdloches, ohne dabei besonders viel Licht zu spenden.

Sie konzentrierte sich völlig auf ihre Wahrnehmung und ihr lief ein Schauer über den Rücken, als ihr jetzt die völlige Abwesenheit jeglicher Geräusche auffiel. Kein Rauschen der Blätter, keine knackenden Äste, kein Rascheln des Laubes. Dieser Wald war wirklich furchteinflößend.

Als sie sich sicher war, dass sie allein war, begann sie die Wand genauer abzutasten. Das Loch war zwar tief, aber nur grob ausgeschlagen, so dass es möglich sein sollte, hinaufzuklettern. Die Dunkelheit machte es nicht leichter, doch Malin wusste, dass sie nicht mehr länger warten durfte. Sie musste so schnell wie möglich von hier verschwinden.

Mehr als einmal rutschte sie ab und musste wieder von vorne beginnen. Dabei trieb sie die Furcht an, dass die Waldwesen wieder zurück kommen könnten – und an das, was sie wohl mit ihr anstellen würden, wollte sie lieber nicht denken. Endlich erreichte sie den Rand.

Sie tastete den Boden ab und hoffte, schnell eine Wurzel oder irgendetwas anderes zu finden, an dem sie sich festhalten und über den Rand ziehen konnte. Länger konnte sie sich so jedenfalls nicht halten. Endlich fand ihre Hand einen Widerstand, an dem sie sich festklammern konnte. Doch dann spürte sie einen unsäglichen Schmerz, als ihr jemand mit voller Kraft auf die Hand trat. Sie schrie auf und verlor den Halt.

Diesmal schaute sie während ihres Sturzes nach oben und sah ein Gesicht – ein menschliches.

Was um alles in der Welt!

Sie schlug auf dem Boden auf und verlor für einen Moment das Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kam, sah sie, dass dieser Mensch, der ihr vorher auf die Hand getreten war, ein dickes Seil hinunter ließ. Was denn nun, dachte Malin und rieb sich die schmerzende Hand. Sie musste ein paarmal schlucken, um die Tränen zu unterdrücken. Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren, sonst war alles aus.

Sie konnte es sich nicht erklären, warum dieser Kerl sie eben herunter geworfen hatte und ihr jetzt ein Seil zuwarf. Wenn sie danach griff, musste sie sich darauf einstellen, auch dieses Mal wieder unsanft auf dem harten Boden zu landen. Aber ihr blieb keine andere Wahl. Diesmal steckte sie ihr Messer zwischen die Zähne, um es schnell zur Hand zu haben, wenn sie oben ankam.

Als sie sich über den Rand wuchtete und endlich auf die Beine kam, stand sie einem Jungen gegenüber, der nur wenig jünger war als sie. Er trug zerlumpte Kleidung und hatte ein verdrecktes Gesicht und lange, verfilzte Haare. Bei seinem Anblick musste Malin unwillkürlich an ein Lied denken, dass ihre Mutter ihr früher gerne vorgesungen hatte, von einem Jungen, der auszog die Welt zu erkunden und nach vielen Jahren wieder heimkehrte. Niemand erkannte ihn, weil er inzwischen ein junger Mann geworden war, doch die Mutter schaute ihm in die Augen und wusste sofort: ihr Kind war wieder nach Hause gekommen.

Malin erkannte ihren Bruder Jarne.


In diesem Sinne Euch ein schönes viertes Adventswochenende!

So long,
Corinna

17.12.10

Nachgereicht: der 15. Dezember


Nur noch eine Stunde, und Mutze kommt von ihrer Ski-Freizeit zurück. Hier also druckfrisch, sozusagen, der 15. Dezember.

Nachgereicht.

****

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in acht Kapiteln

Von Frau_Mahlzahn

5.

Malin blieb keine Zeit, richtig wach zu werden. Die glühenden Augen waren überall – und sie kamen bedrohlich näher. Sie hielt ihr Messer erhoben vor sich, bereit, sich gegen das erste dieser Wesen zu wehren, das es wagte, sie anzugreifen. Gleichzeitig versuchte sie, so viel wie möglich von ihrer Umgebung wahrzunehmen, ohne ihre Angreifer aus den Augen zu lassen. Sie musste eine Lücke finden, die ihr wenigstens die Chance gab, zu flüchten.

Jetzt stand sie also den Entführern ihres Bruders gegenüber.

Zumindest glaubte sie, dass es Trolle waren, die sie da umringten, denn den Gedanke, dass noch andere unheimliche Wesen in diesem Wald lebten, konnte sie nicht ertragen. Andererseits war sie ja auch auf diese sonderbaren Irrlichter gestoßen, von denen sie vorher auch nichts gewusst hatte. Also doch gut möglich, dass die glühenden Augen zu noch schlimmeren Wesen gehörten.

„Nur kann mir das auch egal sein,“ dachte sie verzweifelt, „jetzt muss ich erst mal hier raus kommen, und dann kann ich immer noch grübeln.“

Rechts von ihr bemerkte sie ein Augenpaar, dass unruhiger schien als die anderen. Es war weniger auf sie fokussiert, die Augen huschten immer hin und her, als sei ihr Besitzer vor irgendetwas auf der Hut.

Keine Lücke, aber immerhin doch eine Schwäche, dachte Malin, und wartete einen Moment ab, in dem das Waldwesen abgelenkt war. Sie hob ihr Messer und stürzte mit einem lauten Schrei in seine Richtung.

Tatsächlich konnte sie den Überraschungsmoment ausnutzen. Sie fühlte, wie sich warmes Blut über ihre Hand ergoß, als ihr Messer in das weiche Fleisch des Wesens eindrang. Der Schmerzensschrei ging ihr durch Mark und Bein, doch sie konnte keine Rücksicht darauf nehmen. Rasch zog sie ihr Messer wieder aus dem Körper und rannte so schnell sie konnte weiter in den Wald hinein.

Hinter sich hörte sie schon das empörte Gebrüll der anderen Waldwesen – was auch immer sie sein mochten – und das Stampfen vieler Beine, die ihr hinterher rannten und rasch näher kamen. Malin stolperte ein paarmal, und wieder war es, als stellten ihr die Wurzeln der Bäume absichtlich ein Bein. Wenn sich ihre Augen nicht schnell an die Dunkelheit gewöhnten, hatte sie keine Chance!

Nach ein paar Metern merkte sie, dass sie endlich die Umrisse um sich herum wahrnehmen konnte, und schließlich sogar die Hindernisse um sich herum sehen und ihnen geschickter ausweichen konnte. Flüchtig nahm sie wahr, dass wieder einige dieser Irrlichter um sie herum schwirrten, und sie war ihnen dankbar für das Licht, das sie ihr spendeten.

Dennoch blieben ihr die Verfolger auch weiterhin dicht auf den Fersen. Sie konnte zwar ihren Atem (noch) nicht im Nacken spüren, aber dafür riechen! Die Wesen verbreiteten einen bestialischen Gestank.

"Komisch, auf was für Dinge man achtet, wenn man eigentlich ganz andere Sorgen haben müsste," dachte sie.

Woran sie aber nicht dachte waren die Irrlichter, die ihr mittlerweile immer heller schienen, und ein sehr merkwürdiges Licht verbreiteten. Nun konnte sie zwar ihre Umgebung gut sehen, gut genug jedenfalls, um über Wurzeln zu springen, die sich ihr in den Weg stellten und Büschen auszuweichen, die aus dem Nichts auftauchten. Aber das Licht war beinahe unheimlich, grünlich schimmernd und immer wieder durchsetzt von kleinen Blitzen, wenn zwei oder mehrere Irrlichter sich in ihrem wilden Tanz berührten.

Erst als sie immer wilder um sie herum schwirrten, begann sich ein Verdacht in Malin zu regen, und sich der störende Gedanke, den sie am Abend weit von sich geschoben hatte, wieder in ihr Bewusstsein drängte. Schon einmal hatten die Irrlichter sie verwirrt und sie in falscher Sicherheit gewiegt, nur um sie anschließend schutzlos diesen Waldbestien auszuliefern.

Es gab keinen Grund, ihnen dankbar zu sein.

Ihr wurde schwindelig, doch sie versuchte, sich so gut wie möglich auf den Weg vor ihr zu konzentrieren. Ein paar Schritte noch, dann tanzten die Lichter so schnell vor ihren Augen herum, dass sie strauchelte und fiel.

Und sie fiel tief.

Immer tiefer in ein dunkles Loch.

Als sie auf dem Boden aufschlug, blieb ihr für einen Moment die Luft weg. Als sie wieder atmen konnte, bewegte sie vorsichtig ihre schmerzenden Arme und Beine. Gott sei Dank war nichts gebrochen. Aber wo um alles in der Welt war sie hier gelandet?

Sie drehte sich um und schaute nach oben. Die Irrlichter tanzten immer noch, und jetzt sah sie auch wieder die rot glühenden Augen der Waldwesen, die sich über die Öffnung des Erdloches beugten. Zu ihnen gesellten sich nun auch zwei Paar grün leuchtender Augen, die hämisch auf sie herunter zu grinsen schienen.

Sie war direkt in eine Falle gelaufen.

Und nein, sie bildete es sich nicht nur ein, dass die grünäugigen Wesen über ihr höhnisch grinsten.

Sie lachten.

Laut.

Und unheimlich.


****

In diesem Sinne, Euch ein paar friedliche Vorweihnachtstage, ;-).

So long,
Corinna

Du siehst gar nicht aus wie meine Mama!


"Warum," fragt mich Minka, "hast Du Dir die Haare geschnittet?"

Die Antwort liegt auf der Hand: "Weil das mal wieder dringend nötig war."

Unglaublich, wie ich schon ausgesehen habe, die Winterhaube war mein bester Freund. Richtig kritisch wurde es, als ich sie schon in der Wohnung anlassen wollte.

Also: war wirklich mal wieder dringend nötig.

Sind eh nur zwei Zentimeter der Wuschelmähne gefallen.

"Jetzt siehst Du gar nicht mehr aus wie meine Mama," findet dagegen Minka, "jetzt siehst Du aus wie Emmas Mama!"

...

...

So long,
Corinna

16.12.10

Gugeln


"Mama," fragt mich der Mo, "hast Du jetzt eigentlich endlich mal mit dem Christkind gesprochen?"

"Nein," sage ich und zeige auf unsere sogenannten Wunschsterne, "schau mal, Mutze hat noch keinen einzigen aufgehängt."

"Aber, Mama," empört sich der Mo, "jetzt wird das aber mal allerhöchste Zeit. Das Christkind muss doch auch erst mal googeln, was das alles überhaupt ist, was sich die Kinder wünschen!"

Ein modernes Christkind, in der Tat, ;-).

So long,
Corinna

15.12.10

Du bist ja auch erst im ersten Semester!


"Freies Fechten macht am meisten Spaß," sagt der Mo, als wir mal wieder über das Fechten plaudern, und ich sage: "Das habe ich leider noch nie gemacht."

"Klar," grinst er mich frech von unten an, "Du bist ja auch erst im ersten Semester!"

...

...

...

Und genießt es deutlich, mir immer einen Sprung voraus zu sein, ;-).

*****

Als Mutze am Montag früh mit ihrer Klasse in die Ski-Freizeit aufbrach, kam sogar die Direktorin, um dem Bus hinterher zu winken.

Für mich bedeutet die Ski-Freizeit, dass das 5. Kapitel von Trollwald erst fertig sein muss, wenn sie wieder da ist.

Man nennt es übrigens Pflichtbewusstsein, wenn die Sachen dann vorliegen, wenn sie gebraucht werden, ;-).

So long,
Corinna

14.12.10

Weihnachtspost


Da hätte ich doch fast vergessen, dem Lieblings-Ex 'ne Weihnachtskarte zu schreiben, wenn mich der LV nicht dran erinnert hätte.

Ts.

So long,
Corinna

13.12.10

Werbung!


Für ein sehr schönes Montagsblog bitte hier entlang, insbesondere das heutige Lied hat es mir angetan!

Außerdem vom selben Blogger:

gut.böse.jenseits.

(Schon allein der Titel macht mich neidisch -- warum bin ich nicht auf so was geniales gekommen, ;-)).

So long,
Corinna

12.12.10

Nachgereicht: der 12. Dezember


Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in 8 Kapiteln

von Frau_Mahlzahn

4.

Malin betrat den Wald mit zögernden Schritten. Sie musste sich entscheiden: wollte sie ihre Laterne entzünden und bis zum Morgen, wenn die Eltern ihr Fehlen entdeckten, schon weit genug ins Dickicht vorgedrungen sein, damit ihr Vater sie dieses Mal nicht mehr finden konnte? Das bedeutete aber auch, dass die unheimlichen Wesen, die im Wald lauerten und den Menschen übel gesonnen waren, sie leichter entdecken würden. Wollte sie das riskieren?

Oder wollte sie sich lieber nur am Rande des Waldes verstecken und den Sonnenaufgang abwarten, wenn genug Licht durch die dichten Baumwipfel drang, um ihr den Weg zu weisen? Doch dann, entschied sie, hätte sie gar nicht erst im Schutz der Dunkelheit aufbrechen müssen, sondern hätte das Morgengrauen in ihrem warmen Bett abwarten können.

Ihr wurde flau im Magen, und für einen kurzen Moment überlegte sie, ob sie sich nicht wirklich wieder in ihr warmes Bett verkriechen sollte. Doch dann dachte sie daran, was sie dort erwartete: der ewig gleiche Alptraum, der sie nun schon zehn Jahre verfolgte. Die einzige Möglichkeit, sich von diesem schrecklichen Traum zu befreien, lag vor ihr in den Tiefen des Waldes. Sie musste, musste, musste aufbrechen, um Jarne oder wenigstens Gewissheit über sein Schicksal zu finden.

Also zündete sie ihre Laterne an und betrat entschlossen den Wald.

Und stolperte direkt beim ersten Schritt.

Die Laterne glitt ihr aus der Hand, das Glas zersplitterte und das Licht erlosch. Mühsam richtete sie sich wieder auf und tastete um sich, konnte aber nichts spüren, was ihren Sturz hätte verursachen können. Es musste wohl die Nervosität gewesen sein, die sie hatte straucheln lassen.

Eigentlich hätte sie erwartet, dass sich ihre Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnen würden, doch während sie da auf dem Boden hockte, sah sie nichts als: schwarzes Nichts.

Dennoch gelang es ihr, ihre Sachen auf dem Boden zu finden und die Kerze ihrer Laterne wieder anzuzünden. Für einen kurzen Moment leuchtete ihre Umgebung hell auf und sie sah die Bäume um sie herum, die sich bedrohlich zu ihr herunter zu beugen schienen. Dann ging ein kurzer Wind, und ihre Kerze erlosch wieder. Ebenso beim zweiten und dritten Versuch, das Licht anzuzünden. Malin würde nichts anderes übrig bleiben, als ihren Weg im völligen Dunkel fortzusetzen. Kein schönes Gefühl, weil sie genau spürte, dass die Bäume sich gegen sie verschworen hatten.

Der Gedanke an die Nacht, in der ihr Bruder verschwunden war, und an die vielen Nächte danach, in denen sie schreiend aus dem Schlaf aufgeschreckt war, trieb sie dennoch voran. Mehr stolpernd als gehend bahnte sie sich ihren Weg durch die Büsche und über die Wurzeln der Bäume, die sich immer wieder um ihre Füße zu schlingen schienen.

Doch je weiter sie in den Wald vordrang, desto sicherer fühlte sie sich. Zuerst dachte sie, dass es an der grimmigen Entschlossenheit lag, mit der sie sich ihren Weg bahnte, aber dann merkte sie, dass die Dunkelheit um sie herum nicht mehr ganz so dunkel war, wie am Anfang ihres Weges. Paradox, wenn man bedachte, dass sie nun schon ein gutes Stück in den Wald vorgedrungen war.

Nachdem sie einige Stunden gegangen war, schien es ihr sogar, als leuchteten ihr kleine, unscheinbare Lichter den Weg, die hie und da plötzlich auftauchten und den Wald für einen kurzen Moment beleuchteten. Wie kleine Irrlichter, von denen sie in Büchern gelesen hatten. Aber wahrscheinlich lag es nur an ihrer Müdigkeit, dass sie sich solche Dinge einbildete.

Schließlich beschloss sie, dass sie weit genug vorangekommen war, um eine kleine Rast zu wagen. Nur ein paar Minuten wollte sie sitzen und etwas trinken, und dann bald wieder aufbrechen. Je schneller sie die Suche beenden und nach Hause zurückkehren konnte, desto besser.

Obwohl sie jetzt gar nicht mehr so genau wusste, was sie eigentlich so sehr zurück drängte. Diese seltsamen Lichter um sie herum waren doch alles anderes als furchteinflössend, und sie lachte leise über sich selber, dass sie sich solch eine Angst vor dem Wald hatte einreden lassen.

Malin suchte sich einen Baum, gegen den sie sich lehnen konnte. Merkwürdig, dachte sie noch, eben war es ihr noch so geschienen, als seien die Bäume ihre Feinde und jetzt hatte sie das Gefühl, als schmiege sich dieser Baum an sie, so dass sie schön gemütlich sitzen konnte. Als dann auch noch einige dieser lustigen Lichter näher kamen und um sie herum tanzten, erst langsam, dann immer schneller, dachte sie, jetzt schnappe sie völlig über.

Sie blinzelte mehrmals mit den Augen, um wieder eine klare Sicht zu bekommen, aber nun drehten sich die Lichter so schnell um sie herum, dass ihr ganz schwindelig wurde. Irgendwo in ihrem Unterbewusstsein hörte, nein, spürte sie noch so etwas wie die Warnung, dass sie vorsichtig sein müsse. Aber noch bevor sie diesen Gedanken zu Ende denken konnte, sank sie in sich zusammen. Bevor sie umkippte, wurde sie von den starken Ästen des Baumes aufgefangen, der sie fest hielt und sie hin und her wiegte, wie eine Mutter ein kleines Kind.

Sie schob den störenden Gedanken wieder zurück in ihr Unterbewusstsein und schloss die Augen, um sich ganz dem Gefühl der Geborgenheit zu ergeben. Und dann schlief sie ein, und schlief so gut, wie noch nie seit all den Jahren, die seit dem großen Brand vergangen waren.

...

...

...

Doch als sie wieder erwachte, fühlte sie nichts als den rauen, widerborstigen Baumstamm, gegen den sie lehnte, und sah um sich herum: glühende Augen, die sie mit ihren stechenden Augen anstarrten.

Malin sprang auf und griff nach ihrem Messer.


In diesem Sinne Euch einen schönen, friedlichen Rest-12. Dezember, ;-)!

So long,
Corinna

11.12.10

Aachener Printen


Wenn ich gewusst hätte, wie leicht Aachener Printen selbst zu backen sind, hätte ich das ja schon viel eher gemacht.

...

...

...

Leider sind sie auch sehr schnell weggegessen.

In diesem Sinne Euch einen schönen 11. Dezember.

So long,
Corinna

P.S.: Heute noch einmal Hilfe, die Herdmanns kommen -- danach wird berichtet!

09.12.10

Der 9. Dezember...


Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in acht Kapiteln

Von Frau_Mahlzahn

3.

Am nächsten Morgen versorgte Malin wie immer zuerst die Tiere. Nachdem sie die Kühe gemolken und auf die Weide getrieben hatte, mistete sie den Stall aus und kümmerte sich dann um die Schweine und Hühner. Am liebsten war sie bei den Kaninchen. Die hatte auch Jarne immer so gern gehabt. Ganze Tage lang hatte er damit verbracht, über die Wiese zu laufen und ihnen die schönsten Löwenzahnblätter zu suchen, und oft hatte ihre Mutter ihn vor den Ställen gefunden, wo er mit den Kaninchen gespielt und gekuschelt hatte. Malin konnte sich noch gut an den Aufruhr erinnern, als der Vater einmal aus Versehen Jarnes Lieblingskaninchen zur Schlachtbank getragen und die Mutter ihn nur knapp davon hatte abhalten können, es tatsächlich zu schlachten.

An diesem Morgen blieb Malin besonders lange bei den Kaninchen und dachte über den Traum der vergangenen Nacht nach. Sie wusste nur zu gut, dass es nicht nur ein Alptraum war, sondern dass das, was sie da bis in ihre tiefsten Träume verfolgte, wirklich geschehen war.

Sie verzweifelte daran, dass niemand ihr glauben wollte. Dabei wussten sie doch alle, dass sie hier auf einem verwunschenen Stückchen Land lebten und hier nichts so friedlich war, wie es auf den ersten Blick schien.

Von den Ställen aus konnte Malin die Stelle sehen, an der ihr Vorfahr Redran vor vielen Jahrhunderten den Wald verlassen und auf die Lichtung getreten war. Heute war dort der einzige Zugang zur Lichtung, eine kleine Straße, auf der sich aber so gut wie nie ein Mensch in dieses Dorf verirrte. In der Mitte der Lichtung, dort wo damals die kleine, verlassene Hütte gestanden hatte, erinnerte heute ein Obelisk an die Stelle, an der sich Sophia und Marla mit dem kleinen Wolfran hier niedergelassen hatten, um auf die Rückkehr von Redran, Rolfin, Tristof und Maran zu warten.

Im Laufe der Zeit waren schon einige Menschen spurlos aus dem Dorf verschwunden. Es geschah nicht oft, aber doch immer wieder. Zuletzt war es Jarne gewesen, der wie vom Erdboden verschluckt war, doch alle versuchten ihr einzureden, dass er im Feuer ums Leben gekommen war. Dabei hatte der Brand doch das Haus der Nachbarn zerstört und bei ihnen nur die Ställe!

Ihr Vater sagte, Jarne habe vermutlich die Kaninchen retten wollen und sei dabei im Feuer eingeschlossen worden, doch sie wusste genau, dass das nicht stimmte. Immerhin hatte man ja auch seine Leiche nie gefunden! Genauso wenig wie man jemals wieder etwas von Redran, Rolfin, Tristof und Maran, oder von den anderen, die aus dem Dorf verschwunden waren, gesehen oder gehört hatte.

Schon lange fragte sich Malin, warum die Menschen so taten, als sei alles in bester Ordnung, wenn doch ganz offensichtlich etwas nicht stimmte. Und das, was nicht stimmte, hing ganz sicher mit dem Wald zusammen, den die Dorfbewohner mieden!

Noch immer war das Dorf ringsum von dichten Bäumen umgeben, die sich bedrohlich um die kleinen Häuser auftürmten. Nie ging jemand zur Jagd, obwohl es dort sicher Wild gegeben hätte, nie gingen die Frauen oder Kinder zum Beeren- oder Pilzesammeln, und selbst, wenn sie Holz brauchten, um ein neues Haus zu bauen oder ganz einfach Brennholz für den Winter benötigten, hielten sie sich immer ganz dicht am Waldrand auf. Selbst die Straße, die zur Welt außerhalb ihres Dorfes führte, betraten sie nur selten, weil sie durch den dichten Wald führte. Doch nie sprach jemand darüber, sondern alle taten so, als existiere der Wald um sie herum gar nicht. Nur manchmal beobachtete sie den Vater, wie er voller Sorge auf den Waldrand blickte, als wolle er sich davon überzeugen, dass sich dort niemand versteckte, beobachtete und auf eine Chance warte, ihnen zu schaden.

Auch Malin hatte den Wald nur wenige Male betreten, damals, als sie noch auf eigene Faust versucht hatte, Jarne zu finden. Sie konnte sich noch gut erinnern, wie viel Furcht ihr die Bäume eingejagt hatten, denn sie wusste, dass sich dort irgendein unheimliches Wesen verstecken musste, dass kleine Kinder stahl. Trotzdem hatte sie sich auf die Suche gemacht, doch irgendwann hatte sie eingesehen, dass es keinen Zweck hatte, wenn sie ohnehin gleich wieder vom Vater eingefangen wurde.

Doch jetzt, dachte Malin plötzlich grimmig entschlossen, hatten sich die Zeiten geändert.

Sie war größer, stärker und erfahrener, wendig im Umgang mit Werkzeug und Waffen, und der Vater war nicht mehr so jung, als dass er sie so schnell einholen könnte. Und sie war diese schrecklichen Träume satt und die Hilflosigkeit, mit der sie ihnen ausgeliefert war.

Sie würde sich wieder auf die Suche machen, entschied sie, sie musste sich diesmal nur ein wenig geschickter anstellen. Und das würde sie, dachte sie, denn es war höchste Zeit, es noch einmal zu versuchen. Noch in dieser Nacht würde sie aufbrechen und Jarne endlich finden. Allein schon, damit diese schrecklichen Träume aufhörten. Entschlossen stand sie auf.

****

Den Nachmittag verbrachte sie damit, heimlich Dinge zu sammeln, die sie für ihre Suche brauchte: Proviant, aber nur wenig, denn sie war zuversichtlich, dass ihr der Wald genug Nahrungsmittel bieten würde. Eine Wasserflasche, die sie am Brunnen füllte. Warme Kleidung und eine Decke, die sie in ihren Rucksack stopfe. Natürlich brauchte sie auch ein Messer und sie überlegte lange, ob sie ihr eigenes oder das ihres Vaters nehmen sollte. Ihres war besser und lag ihr besser in der Hand. Doch allein der Trotz, ihrem Vater zu beweisen, dass sie schon damals Recht gehabt hatte, bewog sie schließlich, auch diesmal – genau wie beim ersten Versuch – seines zu nehmen. Außerdem nahm sie noch kleinere Messer mit, aus deren Klingen sie notfalls Pfeilspitzen herstellen wollte, denn allein mit einem Messer würde sie wohl kein Tier erlegen können.

Am Abend war sie schon so aufgeregt, dass sie beim gemeinsamen Essen mit den Eltern kaum einen Bissen hinunter bekam. Die Mutter merkte, dass etwas nicht stimmte, und legte ihr die Hand auf die Stirn.

„Du siehst blass aus,“ sagte sie, „aber Fieber hast du nicht.“

„Ich bin nur müde, Mama,“ antwortete Malin, und schämte sich dafür, dass sie log. Für ihre Mutter würde es furchtbar sein, wenn auch ihre Tochter verschwand, aber trotzdem musste sie gehen. „Ich konnte nach dem Alptraum letzte Nacht lange nicht mehr einschlafen, und heute war ein langer Tag.“

„Dann leg’ dich am besten gleich hin. Ich mache dir eine heiße Milch mit Honig, dann wirst du diese Nacht besser schlafen.“ Dabei wusste auch die Mutter zu gut, dass kein Mittel half gegen die ständigen Alpträume. Trotzdem gab Malin ihr noch einen Kuss und drückte sie fest, bevor sie sich in ihr Zimmer zurückzog.

Denn wer wusste schon, wann sie ihre Mutter wiedersehen würde?


****

In diesem Sinne Euch einen schönen 9. Dezember!

So long,
Corinna

07.12.10

Die letzte Idee


Heute mal hier entlang, bitte.

...

...

...

Der Kopf ist grad mit anderen Dingen voll.

Zum Beispiel mit den Gedanken an das Theaterstück

Hilfe, die Herdmanns kommen

das wir am Mittwoch, den 8. Dezember um 16:00 Uhr (und am 11.12. zur gleichen Zeit) in unserer Pfarre aufführen.

...

...

...

...

Wie es einer der Darsteller im Stück so schön ausdrückt:

Bei keiner einzigen Probe haben sie alles durchgespielt. Wer weiß, was passiert. Vielleicht wird es das erste Krippenspiel, wo Josef mit den Heiligen Drei Königen eine Schlägerei anfängt und Maria mit dem Kind davonläuft.

...

...

...

Das kann leicht passieren, ;-).

Denn Raufen war noch bei jeder Probe die Lieblingsbeschäftigung unserer jungen Darsteller (und damit meine ich auch Mutze und den Mo)...

Heute Generalprobe -- langsam bin ich fast ein wenig aufgeregt.

So long,
Corinna

06.12.10

Nikoläuse sind ein guter Mensch!


"Nikoläuse sind ein guter Mensch," meint Minka.

Und Recht hat sie.

*****

Bear with me, people, die Geschichte für Mutze wird sich am Ende zusammenfügen.


Trollwald
Von Frau_Mahlzahn*

2.

Als kleines Kind hatte Malin gerne die Geschichten gehört, die die Mutter abends am Kaminfeuer erzählte: von ihren Vorfahren, die sich vor vielen Jahrhunderten in diesem verlassenen Teil des Landes angesiedelt hatten. Es waren keine schöne Geschichten, wenn man es genau bedachte, dennoch war von ihnen ein Zauber ausgegangen, der Malin erschauern ließ. Oft hatte sie noch wach in ihrem Bett gelegen und sich in diese verwunschene Zeit zurückgeträumt.

Wie gerne wäre sie damals dabei gewesen.

Obwohl der lange Marsch ihrer Vorfahren sicher kein Waldspaziergang gewesen war.

****

„Es gibt keine Arbeit mehr und unsere Vorräte gehen zu Ende,“ sagte Redran zu seinem Schwager Rolfin, und schaute besorgt auf seine Frau, die auf dem Boden saß und ihren kleinen Sohn stillte. Aber sie war selber schon zu ausgezerrt, als dass sie dem Baby viel Milch hätte geben können. „Wir müssen etwas unternehmen.“

Rolfin seufzte, denn auch er wusste, dass sie in der Stadt keine Überlebenschance hatten, nicht in dieser angespannten Situation, in der alle am Hungertuch nagten und es keine Arbeit gab, mit der sie sich wenigstens das Nötigste hätten verdienen können. Keine ehrliche Arbeit, jedenfalls, aber es gab auch niemanden mehr, von dem sie etwas hätten stehlen können. Selbst die Reichen begannen deutlich abzumagern und auch auf ihren eingefallenen Wangen machte sich Verzweiflung breit.

„Warum verlassen wir nicht die Stadt und suchen uns irgendwo anders eine Zukunft?“, fragte Redran, doch Rolfin zuckte nur mit den Schultern.

„Wo sollen wir denn hin? Es ist doch im ganzen Land das Gleiche, überall hungern die Menschen.“

Er schaute zur Stadtmauer.

„Außerdem sind die Stadttore geschlossen, aus Angst vor Krankheiten und Plünderern lässt man niemanden mehr hinein. Oder hinaus.“

Außer die vielen Toten, deren Leichen am südlichen Stadttor gesammelt und einmal am Tag vor die Stadt gebracht und in großen Massengräbern begraben wurden.

„Wenn wir nicht gehen,“ drängte Redran, „werden wir bald selber auf einem der großen Leichenberge landen. Wir müssen fort von hier!“

Er kenne, erzählte er seinem Schwager, einen geheimen Gang, der aus der Stadt herausführe. Er habe ihn damals entdeckt, als er vor dem großen Krieg gegen die feindlichen Truppen des Garibor geholfen hatte, die Stadtmauer auszubessern und zu festigen.

Das waren gute Zeiten gewesen damals, denn König Torawald hatte den Männern gutes Geld für ihre schwere Arbeit gezahlt. Doch dann war der Krieg gekommen und mit ihm die Not und das Elend.

Der König war schon im ersten Kampf gefallen, seitdem regierte Garibor das Land, ein schrecklicher Herrscher, der seine Untertanen ausbeutete, und ihnen unter strenger Strafe verbot, ihre Wohnorte zu verlassen. Seine Soldaten kontrollierten die Tore der Stadt, und selbst wenn es jemandem gelang, die Stadt zu verlassen, wurde er sicher bald von den Soldaten gefangen, die die Straßen kontrollierten.

Redran zerbrach fast unter der Hilflosigkeit, zu der er verdammt war, denn er konnte den Anblick seiner hungernden Familie nicht mehr ertragen. Auch wenn er genau wusste, dass sie auch auf dem Land kaum eine Chance haben würden, sich ein neues Leben aufzubauen, redete er doch immer wieder auf Rolfin ein, dass sie es wenigstens versuchen mussten. Wenn sie schon sterben müssten, erklärte er ihm, so wäre es doch wenigstens besser, seine Angehörigen selber begraben zu dürfen, als sie wie ein Stück Vieh auf einen der Leichenberge zu werfen. Schließlich willigte Rolfin ein.

Es dauerte einige Tage, bis sie alle Vorkehrungen getroffen hatten. Sie hatten zwar nur wenig Proviant auftreiben können, aber doch wenigstens einiges an warmer Kleidung und Decken zusammengetragen. Außerdem war es Redran gelungen, in der Schmiede, in der er früher gearbeitet hatte, etwas Werkzeug, einige Pfeile und einen Bogen zu entwenden.

Sie brachen im Schutz der Dunkelheit auf und schlichen durch den kleinen Geheimgang. Redran führte die kleine Gruppe an, ihm folgte seine Frau Sophia, die ihren Sohn Wolfran fest in den Armen hielt. Rolfin trug seine Tochter Maran, hinter ihnen stolperten seine Frau Marla und sein Sohn Tristof durch das Dunkel. Es kam ihnen vor wie eine Ewigkeit bis sie endlich das Ende des Ganges erreichten. Redran ging langsam vor und kam nach wenigen Minuten wieder zurück.

„Wir sind schon am Waldrand, die Stadtmauer ist kaum noch sehen. Seid trotzdem leise, wer weiß, wie weit man unsere Stimmen hören kann.“

Aus Angst, doch noch entdeckt zu werden, wagten sie es nicht, eine Fackel zu entzünden, und stolperten durch den Wald, bis es langsam Morgen wurde. Sie waren alle leichenblass und müde. Doch nach einem kargen Frühstück drängte Redran sie schon weiter, denn sie mussten so schnell wie möglich einen sicheren Ort finden, an dem sie bleiben konnten. Er ermahnte sie, unterwegs möglichst viele Beeren und Pilze zu sammeln, um so ihre Vorräte aufzufrischen. Auch nahm er sich vor, am Abend auf die Jagd zu gehen, damit sie bald etwas Kräftiges zu essen bekamen.

Viele Wochen zogen sie durch das Land, eine mühsame Reise, besonders da sie immer im Schutz des Waldes bleiben mussten, um Garibors Truppen zu umgehen. Wenigstens bot ihnen der Wald die Nahrungsmittel, auf die sie angewiesen waren. Viel fanden sie nicht, denn auch der Wald schien unter der strengen Herrschaft von König Garibor zu leiden. Nur selten fanden sie Beeren oder Pilze, und auch die Tiere machten sich rar, manchmal erschien ihnen der Wald wie ausgestorben.

Gelegentlich konnte Redran einen mageren Hasen oder ein Fuchs erlegen, doch sie waren dankbar für jeden Bissen. Es war immer noch mehr, als sie in der Stadt zu essen gehabt hatten. Wolfran, um dessen Überleben sie in der Stadt gebangt hatten, weil Sophia nicht genug Milch für ihn gehabt hatte, begann sogar ein wenig an Gewicht zuzunehmen.

Die Sorgen um die Zukunft aber blieben.

Inzwischen begannen sich die Blätter an den Bäumen zu verfärben, und immer noch hatten sie keinen Ort gefunden, an dem wenigstens für die Dauer von Herbst und Winter hätten bleiben können. Roflin wurde immer missmutiger, und Redrans Versuche, in aufzumuntern blieben unbeachtet. Auch Sophia sagte ihrem Bruder, dass es sicher noch schlimmer um sie stünde, wenn sie in der Stadt geblieben wären, doch er wollte nicht auf sie hören. Immer häufiger kam es vor, dass er sich von ihnen abwandte und einfach nur vor sich hin starrte. Noch nicht einmal Marla konnte ihn überzeugen, dass es trotz allem die richtige Entscheidung gewesen war, ihr Glück wenigstens zu versuchen. Am Ende sprach er mit niemandem mehr.

Als sie eines Morgens aus einem unruhigen Schlaf erwachten, war Rolfin verschwunden, und mit ihm Maran und Tristof. Redran wollte sich alleine auf die Suche nach ihnen machen, doch Marla ließ sich vor lauter Sorge um die drei nicht beruhigen, so dass sie schließlich gemeinsam aufbrachen. Die Spuren führten sie immer tiefer in den Wald hinein, und je dichter das Unterholz wurde, desto leichter fanden sie die umgeknickten Büsche und abgebrochenen Zweige, die zeigten, dass jemand dort gegangen war. Zudem waren die Bruchstellen ganz frisch, Rolfin und seine Kinder mussten also erst vor kurzem hier gewesen sein.

Sie waren schon einige Stunden gegangen, als sie zu einer großen Lichtung kamen und voller Verwunderung sahen, dass auf der großen, saftigen Wiese Kühe, Schafe und Ziegen weideten. In der Mitte der Lichtung stand eine Hütte, vor ihr scharrten ein paar Hühner in der Erde. Die Lichtung war ringsum von dicht beieinander stehenden Bäumen umgeben, nirgends konnte man eine Straße oder auch nur einen Pfad erkennen, der zu ihr führte. Noch nie hatten sie so einen friedlich wirkenden Ort gesehen.

Dennoch mussten sie vorsichtig sein. Redran bedeutete Marla und Sophia, sich im Dickicht zu verstecken, während er langsam auf die Hütte zu schlich. Doch außer den Tieren regte sich nichts. Vorsichtig schaute er durch die Fenster, doch auch innen konnte er niemanden entdecken. Tatsächlich sah es so aus, als habe schon lange niemand mehr dort gewohnt. Er ging weiter zur Tür, die schief in ihren Angeln hängte und sich nicht öffnen ließ. Hier war seit langem kein Mensch mehr gewesen.

Auch Rolfin, Maran und Tristof mussten diese Lichtung passiert haben und wieder in den Wald verschwunden sein. Doch so sehr Redran den Waldrand mit den Augen absuchte, die einzigen Spuren, die er fand, waren an der Stelle, an der auch er aus dem Wald gekommen war. Und Roflin konnte seine Kinder nicht dort wieder in den Wald zurückgeführt haben, denn dann hätten sie ihn entweder treffen oder weitere Spuren finden müssen.

Er ging zurück zu Sophia und Marla und erzählte ihnen, was er entdeckt hatte. Sie beschlossen, dass die Frauen mit Wolfram in ihrem Versteck bleiben sollten, während er gründlich nach weiteren Spuren suchte. Sie sahen ihm hinterher, als er wieder in den Wald verschwand.

Und danach sahen sie ihn nie wieder.


In diesem Sinne Euch einen schönen Nikolaustag!

So long,
Corinna

*Meine Geschichte.

03.12.10

Damals...


"So", nickt der Mo anerkennend in das Schneetreiben vor unserem Küchenfenster hinaus, "hat es damals auch geschneit."

...

...

...

...

Sagt der Achtjährige.

Und meint damit: Damals vor 12 Monaten.

Aber schau'n wir mal, was da heute alles noch so runter kommt.

So long,
Corinna

Trollwald


Unsere Adventskalender hingen zwar schon -- prall gefüllt -- am 30. November, doch ein kleines winziges, insignifikantes, nahezu unbedeutendes Detail fehlte:

Das ganz Besondere für Mutzes Kalender.

Denn immerhin findet der Mo jeden Tag Lego-Steine in seinem Kalender, die sich am Ende zu einem Bausatz zusammenfügen werden, von dem er erst im Laufe der Zeit wird erraten können, was es eigentlich ist.

Und Minka darf sich an 16 Tagen über Süßigkeiten freuen, an 8 Tagen gibt es entweder Polly Pocket Püppchen oder Knete.

Mutze hatte ich einen Kalender voller Geschichten schenken wollen, habe aber keine 24 Geschichten zusammen gebracht.

Deshalb gibt es nun statt jeden Tag eine Geschichte eben nur eine Geschichte.

Und davon jeden dritten Tag ein Kapitel*.

Trollwald
von Frau_Mahlzahn**

1.

Als Malin aus dem Fenster schaute, sah sie nichts als Dunkelheit. Noch nicht einmal das Licht des Mondes konnte sich durch die dichte Wolkendecke kämpfen. Neben sich hörte sie den Atem ihres kleinen Bruders Jarne.

Ansonsten hörte sie: Nichts.

****

Plötzlich gellten Schreie durch die Nacht. Sie fuhr auf und sah schon durch das Fenster, dass das Nachbarhaus brannte. Vor dem Haus hatten sich die Bewohner des kleinen Dorfes versammelt, rannten zwischen Haus und Brunnen hin und her, um den Brand zu löschen. Doch mit ihren kleinen Kübeln konnten sie nichts gegen die Flammen ausrichten. Als der Dachstuhl in sich zusammen stürzte, gaben sie auf. In kleinen Gruppen standen sie beieinander und starrten ins Feuer. Aus den Augenwinkeln nahm Malin eine Bewegung wahr, und als sie genauer hinschaute, sah sie eine gebückte Gestalt, die ein schreiendes Kind in den Armen trug und mit ihm im Wald verschwand.

****

Entsetzt schrie sie auf, und schrie und schrie und schrie, bis sie auf einmal eine warme Hand auf ihrer Stirn fühlte. Verwirrt schlug sie die Augen auf und sah in das freundliche Gesicht ihrer Mutter.

„Du hast nur schlecht geträumt,“ sagte die Mutter und wiegte Malin in ihren Armen.

„Warum wollt Ihr mir nicht glauben, dass die Trolle Jarne geholt haben?“, schluchzte Malin, „ich habe es doch genau gesehen!“

„Pssst,“ sagte ihre Mutter noch einmal, „Du hast nur schlecht geträumt.“

Seit dem großen Brand, in dem ihr Bruder vor zehn Jahren ums Leben gekommen war, sprach Malin immer wieder von Trollen, die ins Dorf gekommen waren, um ein Menschenkind zu holen. Lange hatte ihre Mutter sie angefleht, nie wieder so etwas zu sagen. Denn so sehr sie auch unter dem Tod ihres jüngsten Kindes litt, lieber wusste sie ihn tot als gefangen bei den Trollen. Doch sie hatte aufgegeben, als Malin immer wieder darauf beharrt hatte, dass ein Troll Jarne in den Wald getragen habe und ihre Eltern beschimpft hatte, dass sie sich nicht auf die Suche nach dem Jungen machten.

Obwohl sie zum Zeitpunkt des Brandes erst fünf Jahre alt gewesen war, war sie selber in den Wald gegangen, immer auf der Suche nach Jarne oder wenigstens nach Spuren, die ihren Eltern beweisen konnten, dass sie Recht hatte. In ihren Rucksack hatte sie alles gepackt, von dem sie meinte, dass sie es brauchen würde, um alleine im Wald zurecht zu kommen: etwas Proviant, Streichhölzer, Kleidung, eine Decke.

Und das Arbeitsmesser ihres Vaters, denn Trolle waren gefährlich und man musste sich gut gegen sie wehren können. Doch ihre Eltern hatten sie schon am ersten Tag im Wald gefunden und wieder nach Hause gebracht. Ihre Mutter hatte bitterlich geweint und sie schwören lassen, nie wieder wegzugehen, denn sie habe schon ein Kind verloren und könne es nicht noch ein weiteres Mal verkraften.

Ihr Vater hatte dagegen gar nichts gesagt. Statt dessen hatte er ihr viele Aufgaben auf dem Hof übertragen, damit er sie immer in seiner Nähe wusste und im Auge hatte. Und genug zu tun gab es seit dem Brand, bei dem das Feuer vom Nachbarhaus auf ihre Ställe übergeschlagen und auch diese zerstört hatte.

Bei der Arbeit mit ihrem Vater lernte sie viel, was sonst nur den Burschen des Dorfes vorbehalten war, und auch ihr ganzes Auftreten war burschenhaft. Problemlos schwang sie Äxte und Hämmer, zimmerte Möbel, half beim Decken der Dächer, wenn wieder einmal ein Sturm durch das Dorf getobt hatte, und ging geschickt mit den Tieren um. Aber obwohl sie immer beschäftigt war, vergaß sie doch nie, was sie in der Nacht des Brandes gesehen hatte.

Wie denn auch, wenn sie die Erinnerung bis in ihre Träume verfolgte?

Jede.

Einzelne.

Nacht.


...

...

...

Das wirklich originelle an dem Kalender ist übrigens, dass ich immer noch erst im 2. Kapitel bin.

Aber, pöh, das brauche ich ja eh erst am 6. Dezember...

In diesem Sinne Euch einen schönen 3. Dezember!

So long,
Corinna

*An den anderen Tagen gibt es eine Süßigkeit.
**Nicht gut, und vor allem noch nicht mal Korrektur gelesen -- aber meine Geschichte. Kopieren bitte nur mit Referenz!

02.12.10

Aus der Dose


Es gibt so Wochen, da liefern mir die Kinder so viel "Munition", dass ich schon auf Tage vorbloggen kann und mit dem Schreiben nicht hinterher komme.

Und das, obwohl wir eine strenge Auswahl treffen, was erzählt werden darf und was nicht.

Dann aber gibt es wieder Zeiten, in denen überhaupt nichts passiert, was man erzählen und vor allem gut erzählen könnte.

So wie jetzt.

Ganz blöd ist dann natürlich, wenn ich noch nicht mal mehr was aus der Konserve habe, Dosenkost sozusagen.

Deshalb heute hier: Leerlauf.

So long,
Corinna

01.12.10

Der erste Dezember wartet auf Euch!


Das wirklich, wirklich tolle am ersten Dezember ist ja, dass man morgens nur mit leiser Stimme "der erste Dezember wartet auf Euch" ins Kinderzimmer säuseln muss -- und schon springen alle wohlgelaunt aus ihren Betten auf.

*****

Das wirklich, wirklich tolle an diesem ersten Dezember ist, dass ich immer noch ganz beschwingt vom Training gestern bin.

Der Trainer hat mich nämlich gelobt, und ich meine nicht nur gelobt, sondern so richtig gelobt. Also, der war nicht nur zufrieden, sondern der war sogar sehr zufrieden.

Ist aber auch vull klass', das Fechten!

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

Vorgebloggt am 22.2.2010


Wir brauchen brauchen brauchen Zipflbobs!

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