13.01.11

Große Aufregung im Hause Mahlzahn!


Große Aufregung im Hause Mahlzahn.

Besonders bei allen Mahlzahns, also einer, unter einem Meter zehn.

Denn Minka und ich gehen heute und morgen Kindergärten anschauen.

Meine Güte, ist das auch schon wieder so weit.

****

Wann ich denn mal wieder auf einen Kaffee vorbei käme, fragt der beste Pastoralassistent von allen, und ich sage: "Wenn ich endlich die zwei Bewerbungen geschrieben habe, die ich schon lange fertig haben wollte, und wenn das zehnte Kapitel von Trollwald geschrieben ist."

"Das elfte Kapitel!", ruft da der beste Zivildiener von allen aus dem Hintergrund, denn man muss sich ja Ziele setzen.

"Okay," sage ich, "also am Montag."

Heute also das zehnte, am Montag das elfte.

Oder so.

****

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in mehr als 8 Kapiteln

Von Frau_Mahlzahn

10.

Malin hätte nicht sagen können, wie spät es wohl sein mochte, denn nur wenige Sonnenstrahlen konnten sich durch die dichten Baumwipfel kämpfen. Immer wieder musste sie Wurzeln ausweichen, die sich ihr in den Weg stellten. Um ihre Nase tanzten einige Irrlichter, die sie aber mehr irritierten als ihr halfen.

In diesem Wald schien sich wirklich alles gegen sie verschworen zu haben. Mittlerweile war es ihr egal, wohin die Trolle sie wohl führen mochten, Hauptsache, sie kamen bald an.

Die beiden Trolle, die hinter ihr gingen, stießen sie immer wieder an, doch als sie merkten, dass sie nicht schneller gehen konnte, wurde es ihnen bald zu langweilig. Sie unterhielten sich in etwas, das man kaum eine Sprache nennen konnte, sondern eher einer Mischung aus heiserem Bellen und dem verzweifelten Schreien eines Lammes auf der Schlachtbank glich. Malin wollte lieber nicht wissen, worüber sie sprachen und versuchte, ihre Stimmen so gut wie möglich auszublenden, und sich nur noch auf den Weg zu konzentrieren.

Sie musste so sehr auf ihre Schritte achten, dass sie gar nicht bemerkte, dass die Stimmen hinter ihr verstummten. Auch die dumpfen Schläge der Keule, die auf ihre Köpfe prallte, hörte sie nicht. Nur flüchtig nahm sie wahr, dass es um sie herum immer heller wurde. Es war ein diffuses, flackerndes Licht, das auch den Trollen zunächst nicht aufgefallen war. Erst als es nicht mehr zu übersehen war, begannen sie wild mit den Händen zu fuchteln, um sie zu vertreiben. Das Seil, an dem sie Malin hinter sich her zerrten, fiel dabei unbemerkt zu Boden.

Wieder versuchte eine Wurzel, sich um ihren Unterschenkel zu schlingen, und sie konnte nur mit Mühe ausweichen. Als sie einen Schritt zur Seite machte, packte sie jemand am Arm und zog sie ins Dickicht.

Jarne! Endlich!

Doch als er sich mit sich ziehen wollte, verfing sich das Seil im Unterholz. Sie stolperte und fiel zu Boden. Hilflos schaute sie zu ihrem Bruder, der ein Messer aus seinem Gürtel holte und sie von ihren Fesseln befreite. Während sie sich ihre schmerzenden Hände rieb, beobachtete sie, wie er es wieder einsteckte. Darüber würde sie später noch ein Wörtchen mit ihm reden, doch jetzt war sie dankbar, dass er sie befreit hatte.

Er half ihr auf die Beine und zog sie weiter. Bevor sie im Dickicht verschwanden, drehte sie sich ein letztes Mal zu den Trollen um und sah, dass die, die vorher hinter ihr gegangen waren, bewusstlos am Boden lagen. Wie auch immer ihr Bruder es angestellt hatte, sie völlig unbemerkt auszuschalten, es hatte gewirkt. Die anderen Trolle hatten ihre Flucht noch nicht bemerkt und kämpften weiter mit den Irrlichtern, die immer noch unruhig um sie herumtanzten.

Obwohl sie schon fast am Ende ihrer Kräfte war, bemühte sie sich, Jarne so schnell wie möglich zu folgen. Dennoch merkte sie, wie er langsam ungeduldig wurde, weil sie es nicht schaffte, mit ihm aufzuschließen. Sie wusste selber, wie wichtig es war, Raum zu gewinnen bevor die Trolle sie vermissten, aber es ging einfach nicht schneller.

Außerdem machte sie viel zu viel Lärm. Mehr als einmal drehte sich Jarne zu ihr um und legte den Finger auf den Mund, doch sie konnte nichts daran ändern.

Sie waren noch nicht weit gekommen, als sie hinter sich das laute Geschrei der Trolle hörten, die endlich ihre Flucht bemerkt hatten und in wenigen Minuten bei ihnen sein würden, wenn sie nicht endlich vorwärts kamen.

Mit schnellen Schritten lief Jarne zu ihr zurück und zerrte sie ins Gestrüpp. Dort schnitt er mit dem Messer einige Äste und Zweige ab, so dass eine Art Höhle entstand, in die er Malin schob. Mit den Zweigen deckte er das Loch wieder zu, bis man es von außen nicht mehr sehen konnte. Dann entfernten sich seine Schritte schnell. Auch wenn sie nicht wusste, was er vorhatte, wagte sie nicht, sich zu bewegen.

Nur kurze Zeit später näherten sich die Trolle mit trampelnden Schritten. Sie mussten sehr dicht an ihrem Versteck sein, denn ihr penetranter Gestank drang selbst durch das Gebüsch zu ihr durch. Sie musste sich die Nase zu halten, um den Brechreiz zu unterdrücken.

Zu ihrem Glück überdeckte der Gestank auch ihren eigenen Geruch, denn sonst hätten die Trolle ihre Angst sicher riechen müssen. Nur wenige Schritte von ihrer Höhle entfernt blieben sie stehen, um sich zu orientieren. Sie hörte – und roch! – wie einer der Trolle auf ihre Höhle zukam, und mit einem Stock Äste und Zweige der Büsche beiseite schob.

Wie konnte er nur wissen, dass sie sich hier versteckte?

Gerade hatte der Troll mit seinem Stock die Zweige ihres Verstecks gestreift, als ihn ein Schrei ablenkte. Deutlich erkannte sie die Stimme ihres Bruders. Der Troll schlug noch einmal auf den Busch, dann rannte er den anderen hinterher, die schon in die Richtung liefen, aus der der Schrei gekommen war. Bald konnte Malin das Gebrüll und Getrampel der Trolle nur noch gedämpft hören.

Erleichtert lehnte sie sich zurück. Sehen konnte sie in dieser Dunkelheit nichts, doch nachdem sich der Gestank der Trolle endlich verzogen hatte, nahm sie neben sich einen deutlich angenehmeneren Geruch wahr. Sie tastete die Zweige ab und fühlte Beeren.

Eine zerquetschte sie zwischen den Fingern und roch daran. Sie konnte den Geruch zwar nicht einordnen, aber es roch nicht schlecht. Sie kostete das Mus, das sie vage an Blaubeeren erinnerte. Gierig stopfte sie sich so viele Beeren in den Mund, wie sie greifen konnte, und erst als sie sich halbwegs gestärkt fühlte, aß sie langsamer.

Mittlerweile hatte sie schon lange keine anderen Geräusche mehr gehört als ihr eigenes Kauen, und so schreckte sie auf, als plötzlich die Äste, die ihr Versteck tarnten, zur Seite geschoben wurden und sich eine Gestalt zu ihr in die Höhle schob.

Wie zum Teufel hatte es Jarne nur geschafft, sich völlig geräuschlos anzuschleichen?

Mit ihm kamen einige Irrlichter in die Höhle, die ein wenig Licht spendeten.

Jetzt sah Malin die Beeren, von denen sie eben gegessen hatte. Sie waren dunkelgrün und hätte sie sie vorher gesehen, hätte sie sie aus Sorge, dass sie giftig sein könnten, niemals angerührt.

Doch jetzt war es zu spät.

Als Jarne ihren besorgten Blick sah, grinste er breit. Sie war sich nicht sicher, ob sie dieses Grinsen wirklich beruhigte.

Er nahm ihre Hand und zog sie aus der Höhle. Zufrieden merkte sie, dass sie nach der Stärkung sehr viel sicherer auf den Beinen war und schneller laufen konnte. Diesmal musste er sich nicht mehr ständig nach ihr umdrehen, um zu sehen, ob sie ihm auch folgte.

Nach einer ganzen Weile wurde er langsamer und sie spürte seine Anspannung. Hören konnte sie nichts, aber dann roch sie den typischen üblen Gestank der Trolle. Sie mussten ganz in der Nähe sein, denn der Geruch wurde bald intensiver. Aber sie konnte nicht einordnen, woher er wohl kommen mochte. Entsetzt schaute sie Jarne an – noch eine Verfolgungsjagd würde sie wohl kaum bewältigen.

Doch als auf einmal schwere Gestalten von den Ästen über ihnen hinunter sprangen, fegte sie ihre Bedenken beiseite, nahm die Beine in die Hand und sprintete Jarne hinterher.

Wenn sie diesen verdammten Wald jemals lebend verlassen würde, dachte sie dabei, würde sie ihn sicher nie mehr betreten!

Außer vielleicht, um noch einmal nach diesen merkwürdigen Beeren zu suchen. Die waren nun wirklich nicht schlecht gewesen.

Als sie und Jarne den Abgrund erreichten, über den sie schon einmal gesprungen war, stoppte sie abrupt. Ihr wurde schwindelig und sie musste aufpassen, dass sie nicht das Gleichgewicht verlor und abstürzte.

Ihr Bruder war schon auf die andere Seite gesprungen, doch sie konnte ihre Füße nicht vom Boden lösen.

Hinter ihr brachen die Trolle durch das Dickicht.


****

So.

Jetzt wird's aber mal wirklich Zeit für den finalen Show-Down.

Bevor das noch in Stress ausartet.

So long,
Corinna

Kommentare:

  1. Nein, kein Showdown - weiterschreiben. BITTE

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  2. Kindergarten ist super, jetzt ist Minka also auch schon groß =)
    *grübel* habe ich nicht irgendwie in Erinnerung, dass sie älter ist als mein kleines Kind?!? (aber okay, meine Maus war ja auch früh im KiGa)

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  3. oh mann - äh pardon frau - die geschichte ist echt soooo spannend. - danke und lg franz

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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