18.01.11

Montag!


Gut, richtiges Pflichtbewusstsein ist anders, aber an manchen Orten dieser Welt, wie zum Beispiel in Kalifornien, ist genau jetzt noch Montag, ganz sicher.

Also bin ich doch noch in der Zeit.

Irgendwie.

Ein bisschen.

****

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte in mehr als 8 Kapiteln

Von Frau_Mahlzahn

11.

Vor Malins Augen verschwamm alles. Undeutlich konnte sie erkennen, dass Jarne auf der anderen Seite der Schlucht stand, ihr hektisch zuwinkte und irgendetwas zurief. Hinter sich hörte sie das Gebrüll der Trolle und wusste, dass sie jetzt springen musste, wenn sie ihnen entkommen wollte. Sie versuchte, einen Fuß zu heben, doch er fühlte sich an wie Blei und war mindestens genauso schwer. Sie konnte sich nicht erklären, wie sie eben noch voller Energie durch den Wald hatte rennen können, aber jetzt die Kraft zum Sprung nicht mehr aufbringen konnte.

Dann fiel ihr Jarnes grinsender Blick ein, als er gesehen hatte, dass sie von den giftgrünen Beeren gegessen hatte. Ein gutes Zeug, kicherte sich, doch im nächsten Moment wurde sie wieder ernst.

Jetzt oder nie.

Sie sprang.

Aber schon im Flug merkte sie, dass es nicht ausreichen würde, die andere Seite zu erreichen.

Sie fiel, und in ihren Ohren vermischte sich das Rauschen des Falles mit dem hämischen Gebrüll der Trolle, Jarnes Schreien und etwas, von dem sie nur vermuten konnte, dass es ihr eigenes, verzweifeltes Geschrei war. Den Aufprall spürte sie nicht.

****

Sie lag wie auf Wolken und streckte ihre Nase in das warme Sonnenlicht, das sie schon so lange vermisst hatte. Sie genoss den Geruch taufrischen Grases und frischer Blumen, im Hintergrund hörte sie die vertrauten klappernden Geräusche aus dem Stall, in dem ihr Vater die Tiere versorgte. Ihre Mutter rief aus dem Küchenfenster, dass das Essen fertig sei und Malin und Jarne sich die Hände waschen sollten, bevor sie zu Tisch kamen.

Doch sie war viel zu träge, um aufzustehen und wollte nur die Sonne genießen, die sie so viele Tage vermisst hatte. Sie streckte ihre Hand aus und griff Jarnes Hand. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass er endlich nach Hause zurück gekehrt war und jetzt neben ihr im Gras lag. Seine Hand war eiskalt. Erschrocken wollte sie hochfahren, doch sie konnte sich nicht bewegen. Die Stimme ihrer Mutter wurde lauter, fordernder und ging schließlich in ein unerträgliches Gebrüll über, das Klappern aus dem Stall wurde immer bedrohlicher.

Malin riss die Augen auf.

****

Sie lag wie auf Wolken und alles um sie herum war in helles Licht getaucht. Sie hätte sich bei dem Sturz eigentlich alle Knochen brechen müssen, deshalb dachte sie im ersten Moment, dass sie tot war.

Doch als das Licht um sie herum unruhig zu flackern begann, erkannte sie die Irrlichter, die ihren Fall aufgefangen oder wenigstens gebremst hatten. Über sich hörte sie immer noch das Geschrei der Trolle, die gerade anfingen, Steine auf sie hinunter zu schleudern.

Sie warf sich zur Seite und suchte Schutz an der Wand der Schlucht. Doch als sie ein Stein an der Schulter traf, kroch sie weiter an der Wand entlang, immer auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich zu verstecken.

Die Irrlichter folgten ihr und sie versuchte, sie zu verscheuchen. Aber je mehr sie sie mit den Händen zu vertreiben versuchte, desto hektischer flogen sie um sie herum.

Wenn sie sich doch nur einmal entscheiden könnten, auf wessen Seite sie nun standen! Wollten sie ihr nun helfen oder schaden, oder wussten sie es einfach selber nicht so genau?

Von oben hörte sie das bellende Gelächter der Trolle und das Surren der Steine, die weiterhin auf sie hinabprasselten. Sie hob die Arme schützend über den Kopf, stand auf und rannte so schnell sie konnte. Was in ihrem Zustand, zugegebenermaßen, nicht besonders schnell war. Wenigestens gab es hier unten keine Wurzeln und Büsche, über die sie hätte stolpern können. Die Irrlichter verfolgten sie noch eine Weile, dann aber wurde es ihnen zu langweilig und sie ließen von ihr ab.

Jetzt fiel es auch den Trollen schwerer, sie zu verfolgen. Sie warfen bei weitem nicht mehr so viele Steine auf sie, und die, die sie warfen, prallten von den Wänden der Schlucht ab und verfehlten ihr Ziel bei weitem. Malin kauerte sich in den Schutz der Dunkelheit und dachte nach.

Sie konnte nicht abschätzen, wie tief sie wohl gefallen sein mochte, und wie um alles in der Welt sie wieder aus dieser Schlucht herauskommen sollte. Zuerst einmal musste sie sich vor den Trollen in Sicherheit bringen, doch sie fürchtete, dass sie sich dabei zu weit von der Stelle entfernte, an der sie gestürzt war, und Jarne sie nicht mehr finden würde.

Und selbst wenn sie selber einen Ausweg fand, würde sie sich sicher im Wald verlaufen, denn sie hatte schon lange die Orientierung verloren. Ohne Jarnes Hilfe wäre sie also verloren, denn alleine, das wusste sie inzwischen, würde sie diesen verfluchten Wald nicht mehr lebend verlassen.

Sie fragte sich, wie Jarne es wohl geschafft haben mochte, hier so lange zu überleben, ganz auf sich allein gestellt.

Oder gab es vielleicht doch jemanden, der ihm geholfen hatte?

Über sich hörte sie einen leisen Pfiff, doch als sie hinauf schaute, konnte sie nichts erkennen.


...

...

...

usw.

So long,
Corinna

Kommentare:

  1. HA, heute also noch kein Showdown. Gut =) Ich bis gespannt auf weiteres!

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  2. Die Spannung steigt ...

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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