27.02.11

Was lange währt...


In den Ferien ist es ja nahezu unmöglich, etwas geschafft zu bekommen.

Außer die Küchenschränke, die meiner neuen Entdeckung (Schmutzradier) sei Dank jetzt wieder glänzen wie neu.

Trotzdem soll es auch im Trollwald endlich weiter gehen.

Enjoy!

Trollwald

Eine hoffentlich recht lässige Geschichte von Frau_Mahlzahn

12 2/2

Erstaunt sah sie, dass auch in dieser Höhle Irrlichter herumschwirrten. Diese hier waren aber ganz und gar nicht aggressiv. Im Gegenteil summten sie vergnügt und verbreiteten ein angenehmes Licht. Ob es wohl verschiedene Gruppen von Irrlichtern gab, die sich vielleicht sogar gegenseitig bekämpften? Malin verstand gar nichts mehr.

Aus dem hinteren Teil der Höhle nahm sie jetzt eine Bewegung wahr. Zu ihrer Überraschung kam Jarne aus der Dunkelheit hervor. Er begrüßte den Mann und nahm ihm seine Tasche ab, die er ordentlich aufhängte. Dann bedeutete er ihm, sich zu setzen und reichte ihm eine Schale und einen Becher. Erst als der Mann getrunken und den Becher neben sich abgestellt hatte, wandte sich Jarne seiner Schwester zu und reichte auch ihr etwas zu trinken und zu essen. Gierig griff sie zu. Geschmacklich konnte sie das, was sie da aß, überhaupt nicht einordnen, aber es tat gut, wieder etwas in den Magen zu bekommen. Als sie ihren Hunger gestillt hatte, schaute sie auf.

Gerade gab Jarne dem Mann einen Nachschlag und holte dann auf dessen Zeichen hin einen Krug aus dem hinteren Teil der Höhle, aus dem er auch den Becher des Mannes wieder füllte. Der Mann nickte zu Malin und Jarne sprang sofort zu ihr, um auch ihr nachzuschenken. Während sie trank, beobachtete sie den Mann. Er sah nicht sehr alt aus, jedenfalls nicht älter als ihr Vater, und er hatte dichtes rotes Haar und einen roten Bart. Als er merkte, dass sie ihn beobachtete, sah auch er zu ihr herüber.

Malin zuckte zusammen, als sie in seine Augen blickte. Noch sie hatte sie so tiefgrüne Augen gesehen, und sie fühlte, wie diese Augen sie aufsogen und an sich banden. Je länger sie schaute, desto mehr fühlte sie sich von einer angenehmen Ruhe durchdrungen, die ihr nach all’ den Anstrengungen der letzten Tage gut tat. Doch während sie sich in seinen Blick fallen ließ, merkte sie auch ein gewisses Unbehagen. Was würde geschehen, wenn sie sich dieser Ruhe ganz hingab? Würde sie sich je wieder lösen können?

Nur mit großer Mühe gelang es ihr, ihre Augen von denen des Mannes zu lösen. Verschämt schaute sie zu Boden, doch sie spürte, dass der Mann sie immer noch anschaute. Erst nach einigen Minuten wagte sie es wieder, aufzusehen, und jetzt sah sie, dass er sie anlachte. Auch seine Augen lachten, was ihre Anziehungskraft nicht schmälerte. Nur, dass sie sie jetzt nicht mehr zu fixieren versuchten. Für den Moment war der Bann gebrochen.

„Wie heißt Du?“, fragte der Mann, und nickte, als sie ihm antwortete. Was auch immer das Nicken zu bedeuten hatte. Er zeigte auf Jarne: „Dein Bruder?“

„Woher wissen Sie das?“, fragte Malin überrascht.

„Wer sonst sollte in diesen gottverdammten Wald kommen, wenn nicht jemand, der ein Familienmitglied sucht?“, fragte der Mann zurück.

Und: „Warum hast Du Dir so viel Zeit gelassen?“

Sie schaute ihn aufmerksam an. Was wusste er über sie und Jarne und über das, was in diesem Wald vor sich ging?

„Ich war selber noch klein, als die Trolle ihn geholt haben. Ein paar Mal habe ich versucht, in den Wald zu gehen und ihn zu finden, aber mein Vater hat mich immer wieder gefunden und nach Hause gebracht.“ Sie gab sich alle Mühe, den Schmerz zu unterdrücken, den sie bei diesen Worten spürte.

„Warum hat mein Vater mich gesucht und wieder zurück gebracht, aber nicht Jarne?“, fragte sie, und merkte, dass ihr diese Frage schon lange auf der Seele gebrannt hatte.

„Weil er wusste, was ihn in diesem Wald erwarten würde, wenn er versuchen würde, Deinen Bruder aus den Händen der Trolle zu befreien.“

Aus den Worten des Mannes klang eine tiefe Bitterkeit, doch Malin wollte sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben,

„Sie sind doch auch in den Wald gegangen, um ihre Familie zu suchen?“

Instinktiv ahnte sie, dass sie mit Redran sprach, ihrem Vorfahren, der vor vielen Jahrhunderten seinem Schwager und dessen Kindern in den Wald gefolgt und nie mehr wieder gekommen war.


So long,
Corinna

Kommentare:

  1. ... ist das spannend! *hibbel*

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  2. Liebe Ursel,

    freut mich, dass es Dir gefällt -- und jetzt soll's nicht mehr so lange zwischen den Kapiteln dauern, denn das 13. Kapitel ist schon in Arbeit.

    Slc

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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