30.08.11

Baum, hoher


Heute nachmittag hatte ich nur kurz Gelegenheit, mich wie eine Rabenmutter zu fühlen, die lieber mit der Freundin tratscht als sich mit ihrem Kind zu beschäftigen.

"Nein, Minka," rief ich nämlich, als wir gemütlich bei einer Tasse Kaffee auf dem Kirchplatz saßen, während die Kinder spielten, "ich helfe Dir nicht, auf den Baum zu klettern!"

Denn ich hatte mir gerade erst einen Kaffee genommen auf den dürfen nur Kinder, die es schon alleine schaffen, hinauf zu kommen.

Aber noch bevor ich mich wieder meiner Freundin (und meiner Tasse) zuwenden konnte, sah ich schon Minkas genervten entschlossenen Blick.

Sie reckte und streckte sich, und streckte und reckte sich noch ein bisschen mehr...

...

...

...

und bekam tatsächlich den untersten Ast zu fassen.

Stütze sich mit den Füßen am Stamm ab, zog sich am Ast hoch, kletterte und kraxelte...

...

...

...

...

...

und war dann nicht nur oben, sondern schon kurze Zeit später ganz, ganz hoch oben im Baum verschwunden, wo sie es sich gleich einmal gemütlich machte.

"Minka!" rief ich, "komm da runter, das ist viel zu hoch für Dich!"

"Mama," grinste sie auf mich hinunter, "Du hast gesagt, Kinder, die schon allein hinauf klettern können, dürfen. Also darf ich!"

Wuuuuah!

(Runter kam sie übrigens erst, als wir sie mit einem Eis lockten).

So long,
Corinna

Kommentare:

  1. Wunderbar :-) Immer wieder schön, wie uns die Kinder die Worte im Mund herum drehen und auf die Goldwaage legen und so :-)

    Genau das sage ich auch immer- wenn Du alleine hoch kommst darfst du klettern. Aber trotzdem bremse ich den Sohn immer wieder, wenn er wieder klettert... warum eigentlich? ;-)

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  2. Oh, in solchen Situationen gehe ich schon mal alle möglichen Szenarien durch:
    -die Feuerwehr kommt mit langer Leiter und holt kopfschüttelnd mein Kind vom Baum.

    - der Arzt im Krankenhaus legt den Verband am Kopf an und streift mich mit einem strafenden Blick

    - die Richterin verurteilt mich wegen Verletzung der Aufsichtspflicht.

    All diese Gedanken muss ich aber tapfer unterdrücken und mein Kind für seinen Wagemut loben. Es soll ja im Selbstbewusstsein gestärkt werden...
    Ich bin aber erst wieder ruhig wenn mein Kind festen Boden unter den Füßen hat und mich entrüstet fragt:"Mama du drückst mich ja soo fest, hör auf ich bekomm' ja keine Luft".

    Das ist das Schicksal einer (alten) Mutter mit Einzelkind.
    *lächel*

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  3. Das hat sie gut gemacht. Und ihre Mutter beim Wort genommen. :D

    Liebe Grüße von der Gudrun

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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