31.08.11

Ronja Räubertochter


Eine meiner Lieblingsstellen in der Literatur überhaupt, und so wahr:

Und während der folgenden Tage tat Ronja nichts anderes, als dass sie sich vor allem Gefährlichen hütete und sich darin übte, keine Angst zu haben. In den Fluss zu plumpsen, davor sollte sie sich hüten, hatte Mattis gesagt und darum sprang sie am Ufer kühn und keck von einem glatten Stein zum anderen, dort wo das Wasser am wildesten toste. Schließlich konnte sie sich ja nicht im Wald dafür hüten, in den Fluss zu plumpsen. Sollte das Sich-Hüten überhaupt von Nutzen sein, dann musste sie es bei den Stromschnellen und Strudeln und nirgendwo sonst üben. Wollte sie aber zu den Stromschnellen gelangen, musste sie den Mattisberg hinabklettern, der jäh und schroff zum Fluss hin abfiel. Auf diese Weise konnte sie sich gleichzeitig darin üben, sich auch davor nicht zu fürchten. Beim ersten Mal war es schwer, da packte sie eine solche Angst, dass sie die Augen zumachen musste. Doch nach und nach wurde sie immer wagemutiger und bald kannte sie alle Spalten und Ritzen, wo ihre Füße halt fanden und sie sich mit den Zehen festkrallen konnte, damit sie nicht rücklings in den Fluss stürzte.

Welch ein Glück, dachte sie, dass ich eine Stelle gefunden habe, wo ich mich davor hüten kann, in den Fluss zu plumpsen, und mich gleichzeitig üben kann keine Angst zu haben!


Astrid Lindgren, Ronja Räubertochter, S. 25.

(Sozusagen der weltbeste Erziehungsratgeber der Welt, und besonders an diese Stelle muss ich immer denken, wenn die Kinder klettern, toben, raufen, rennen...).

So long,
Corinna

Kommentare:

  1. Stimmt. Und ich hatte das Riesenglück, dass ish das alles durfte, damals vor vielen Jahren. Und meine eigenen Kinder waren nachmittags beim Spielen wahrscheinlich die dreckigsten der ganzen Straße. Das fand ich nicht schlimm, denn es gab ja eine Badewanne. :D

    Liebe Grüße an dich von der Gudrun

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  2. :) Unser Wirbelwind darf zum Glück auch so aufwachsen!
    AL Dania

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  3. Einfach fantastisch! Ich liebe Astrid Lindgren und finde auch, dass sie den Kindern genau das gibt, was sie brauchen .--- ach was , nicht nur den Kindern!

    Dein Blogname lässt ja drauf schließen, dass du auch noch andere kinderbücher seeehr ins Herz geschlossen hast ;-)

    liebe Grüße von Ellen

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  4. Ich lieeeebe die Lindgren-Geschichten!!!

    Mein insgeheimes Vorbild für eine perfekte Kindheit sind die Bullerbü-Kinder!

    Aber mit 9 Jahren wollte ich nicht sehnlicher, als selbst eine Ronja Räubertochter zu sein!

    Liebe Grüße,
    Papagena

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  5. Jahahah, so wunderbar.....
    aber Frau Mahlzahn gehört auch zu meinen absoluten Lieblingsfiguren....aus der Vorlesezeit beim Zwerg Junior...
    Schön, das Du bei meinem Candy mitmachst(;-)
    ich freue mich immer so über eine Erweiterung in der Bloggerwelt

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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