15.08.11

A wuide G'schicht!


Schon als wir vor ungefähr sieben Jahren zum ersten Mal in Osttirol waren - damals noch im Defereggental -- hat uns jemand (seines Zeichen auch eher Typ Outlaw, jedenfalls ein sehr unkonventioneller Typ) die Geschichte vom Wilderer Pius Walder erzählt, der in den 80'er Jahren dort erschossen wurde. Doch erst in diesem Jahr ist uns bewusst geworden, dass Walders Grab im Villgratental, genauer gesagt auf dem Friedhof von Kalkstein ist.

Für Villgratener Verhältnisse ist das Grab eine Touristenattraktion, man sieht immer jemanden dort oben am Friedhof das Grab anschauen, und es soll sich sogar schon mal ein Reisebus dorthin verirrt haben.

Doch allein die Inschrift auf dem Grabstein lässt darauf schließen, dass das damals eine arge Geschichte war, und inzwischen habe ich nachgelesen, dass überhaupt kein Grund besteht, sie in irgendeiner Art und Weise zu glorifizieren oder von Freiheit, Rebellentum, Aufbegehren gegen die Obrigkeit und dergleichen zu schwärmen.

Es ist eine ziemlich wilde, aber auch sehr traurige Geschichte, insbesondere, wenn man daran denkt, welche Belastung sie wohl für die Familie, speziell für seinen Bruder Hermann ist:

Nachzulesen ist sie hier und hier.

Ohne weitere Worte.

So long,
Corinna


1 Kommentar:

  1. Das ist eine echt bedrückende Geschichte - denn ich bin davon überzeugt, dass sie jederzeit in modifizierter Form, mit anderen Hintergründen, aber durchaus ähnlichem Ende, noch immmer und überall passieren könnte.

    Ich habe beim Lesen schon aufgrund der Sprache gleich an Ludwig Hirschs "Dorftrottel" denken müssen. Und beim Stichwort "Dorfgemeinschaft" bekomme ich keineswegs so heimelige Gefühle wie manche Menschen, sondern bin recht ambivalent.

    Danke, dass du das hier gepostet hast, das werde ich später meiner Familie weitergeben !

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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