22.01.12

Joghurt, Quark und Käse -- natürlich selbst gemacht


Seit dem ich mich ein bisschen intensiver mit unseren Nahrungsmitteln beschäftigt habe (und dem, wie sie hergestellt werden und was alles drin ist), habe ich unsere Ernährungsgewohnheiten etwas modifiziert:

So haben wir zum Beispiel einen komplett fleischlosen Tag in der Woche eingeführt und basteln am zweiten.

Außerdem essen wir deutlich weniger Aufschnitt und dafür sehr viel mehr Käse.

Deshalb habe ich gleich aufgemerkt, als ich bei Blogg Dein Buch entdeckte, dass der Ulmer Verlag dieses Buch hier führt:


Joghurt, Quark und Käse -- natürlich selbstgemacht von Cosima Bellersen Quirini.

Nun muss ich zugeben, dass sich allein der Titel nach reichlich viel Arbeit anhört für Dinge, die man in guter Qualität in allen Supermärkten findet.

Andererseits:

Ich habe im Mo einen engagierten Küchenjungen, der sich immer freut, wenn es in der Küche etwas zu tun gibt. Und womit lange Nachmittag besser füllen, als gemeinsam in der Küche zu hantieren?

Was soll ich sagen?

Beim ersten Durchblättern des Buches bin ich erst einmal erschrocken, weil mir gleich auf fast jeder Seite Zutaten und Zubehör ins Auge fielen, von denen ich keine Ahnung hatte, wo ich sie her bekommen soll: Rohmilch, verschiedene Kulturen, und das Handwerkszeug für die Herstellung von Käse.

Nach dem ersten Schrecken merkte ich aber, dass das Buch recht gut aufgeteilt ist in einen theoretischen Teil und drei weitere Kapitel ("Milchküche," "Rahmküche" und "Käseküche"), in denen verschiedene Rezepte zur Herstellung von Dickmilch, Joghurt, Butter, Quark, Frischkäse und Weich- und Hartkäse vorgestellt werden.

Den meisten Platz beansprucht die Käseküche, und hier erscheint die Herstellung nicht gerade leicht. Wie schon angedeutet, braucht man viel Zubehör, das sich nicht in jeder Küche finden dürfte: Pressvorrichtung für Hartkäse, Reifebehälter, Käsereifehölzchen, Leinentücher...

Scheint mir eher etwas für echte Liebhaber zu sein, und da war ich fast ein wenig enttäuscht.

Aber dann fand ich in den anderen Kapiteln doch noch einiges, was sich relativ leicht herstellen lässt -- und sich noch dazu nach sehr, sehr viel Spaß anhört.

Schraubdeckelglasbutter zum Beispiel, für die man nicht viel mehr braucht als ein leeres, sauberes Marmeladenglas, Schlagobers, Sauerrahm und eben den Mo:


Sehr gut und vor allem sehr lange schütteln.

Und sich über das erste Ergebnis freuen:


Weiterschütteln, und jetzt geht es ganz schnell:


Und...


Kalt stellen, durchwalken, würzen, evtl. noch aufpeppen* -- sehr lecker.

Allerdings auch sehr wenig. Damit sich der Aufwand lohnt, müsste man mindestens die doppelte Menge der Rezeptangabe nehmen.

Dennoch haben wir Spaß gehabt und werden sicher noch einiges aus dem Buch ausprobieren: Butter, Joghurt, Frischkäse...!

Die Anleitungen sind klar und einfach, es gibt verschiedene Rezeptvorschläge -- und richtig cool ist natürlich aus meiner Sicht, dass man vieles mit Kindern machen kann! Was natürlich auch die Frage beantwortet, ob sich die Anschaffung auch dann lohnt, wenn man keinen Weich- oder Hartkäse herstellen möchte...

Dazu ein "Ja" von mir, ;-).

Meine einzige Kritik: es ist nicht immer ersichtlich, wo man viele der Zutaten herbekommen soll. Die Autorin erwähnt zwar, dass zum Beispiel das Zubehör in Internetshops erhältlich ist (Adressen finden sich im Anhang) und die Rohmilch direkt beim Bauern -- wo ich aber die verschiedenen Kulturen herbekomme, werde ich selber herausfinden müssen. Mein Tipp ist ja das Reformhaus, aber da hätte ich mir wenigstens einen kleinen Nebensatz gewünscht.

Unter dem Vorbehalt, dass sich der Hauptteil des Buches an echte Hobbykäseköche richtet, gebe ich dreieinhalb von fünf möglichen Sternen -- denn für uns ist das Buch eine lustige Ergänzung zu unseren gemeinsamen Kochversuchen in der Küche.

In diesem Sinne:

So long,
Corinna

*Wir haben eine Basilikumbutter gemacht (Rezept dazu im Buch) -- und Mutze ruft schon laut nach mehr!

Kommentare:

  1. Ich habe dieses Buch auch, und war ziemlich infiziert. Ich habe mir tatsächlich mal die Mühe gemacht und im Internet nach Kulturen gesucht. Ich möchte nicht ungefragt im Kommentar Werbung machen... aber ich habe einen Käsereibedarfslieferanten gefunden, die zwar eigentlich eher für Großbetriebe liefern. Weil die Besitzerin selber ganz klein angefangen hat hilft sie total gerne den Anfängern- sie hat mich sogar mal angerufen und gefragt wie es denn mit dem Käsemachen klappt. Ich hab ihr dann ein bisschen erzählt und sie hat mir Tipps gegeben. Ich schicke Dir mal eine Mail mit dem Link von ihrer Seite, falls Du Interesse hast!

    Käse machen macht ziemlich viel Spass, wie ich finde! So sehr, dass ich mir - wenn der Keller fertig ist, eine Ecke extra zum Käse machen einrichten werde- davon träume ich schon seit etwa 5 Jahren- so lange wir das Haus haben ;-) Aber dieses Jahr scheint es etwas zu werden, denn wir werden zumindest ein bisschen im Keller anfangen *freu*

    AntwortenLöschen
  2. Achso- noch mehr Senf von mir!
    Wenn ihr statt eines Marmeladenglases eine 0.5 l Plastikflasche nehmt ist es nicht ganz so schwer zu schütteln, und wenn ihr eine (saubere) Murmel mit dazu tut geht das Verbuttern schneller!
    Wir haben hier im Supermarkt Schlagsahne in Plastikflaschen, davon nehme ich immer knapp die Hälfte raus und schmeisse die Murmel dazu.
    Bei uns wollte das Schütteln nämlich auch immer der Sohn übernehmen, aber der ist leider völlig kraftlos und hat nach 2x Schütteln ENTSETZLICHE Armschmerzen... seitdem die Verbesserungsmaßnahmen ;-)

    AntwortenLöschen
  3. Ja, die Butter habe ich auch ausprobiert, das erste Mal mit einem Becher Sahne im Marmeladenglas, war recht wenig, dafür umso länger geschüttelt ;-) ... das zweite Mal dann mit 2 Bechern Sahne, dem Zauberstab und der hohen Rührschüssel. Ging etwas schneller und ergab eine ganze Reisschüssel voll Butter. Aber die ist ein bißchen bröselig gewesen, nicht so geschmeidig wie die gekaufte. Ist das normal?

    AntwortenLöschen

Liebe Frau_Mahlzahn!

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...