21.02.12

Gulas Menü


Dank der freundlichen Vermittlung von Blogg Dein Buch fand ich kürzlich Gulas Menü von Henning Schöttke in meinem Briefkasten.

Der Roman, der im Stories & Friends Verlag erschienen ist, erzählt die Geschichte von Gula und ihrem Vater Charly, einem Hippie und passionierten aber reichlich erfolglosen Koch. Obwohl die beiden sehr aneinander hängen, scheitert Charly an den Erwartungen, die seine Umwelt (sprich Frau und Schwiegermutter) an ihn stellt (stellen). Erst wird er zum Wochenendvater, schließlich bricht der Kontakt gänzlich ab. Zunächst vermisst Gula ihn schmerzlich, dann verdrängt sie die Erinnerung an ihn aus ihrem Leben. Die beiden können nie wieder eine Beziehung zueinander herstellen.


Das Essen habe in Gulas Menü eine große Bedeutung -- mal sei es sinnlich, mal Verführung, mal Junk Food, mal Sehnsucht, mal Fluch... Sogar eine Auszeichnung, den Gourmand World Cookbook Award 2011 in der Kategorie Best Food Literature Books, bekam Schöttke für sein Buch -- was ihm natürlich sehr gegönnt sei.

Doch obwohl ich die Protagonisten interessant und die Geschichte sehr angenehm lesbar fand, erschließt sich diese Bedeutung für mich nicht. Zwar kommt tatsächlich in jedem Kapitel Essen vor -- doch war es für mich eher Nebenschauplatz und ich bezweifle fast, dass es mir aufgefallen wäre, wenn nicht schon auf dem Cover davon die Rede gewesen wäre.

Ein bisschen schade fand ich, dass die jeweiligen Lebensstationen von Gula und Charly, die Schöttke in 16 Kapiteln aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sehr auseinandergerissen sind und oft viele Jahre zwischen ihnen liegen. Über manche Entwicklungen hätte ich gerne mehr erfahren, und bei vielen blieben Fragen offen -- so zum Beispiel die, warum Charly sich schließlich überwindet, den Kontakt zu seiner Enkeltochter zu suchen, aber nie mehr den zu seiner Tochter.

Trotz dieser Kritik fand ich Gulas Menü lesenswert und habe mich gerne damit beschäftigt und über die Geschichte und ihre Protagonisten nachgedacht. Von fünf möglichen Punkten deshalb dreieinhalb von mir!

So long,
Corinna

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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