17.03.12

Die Mechanik des Himmels


Viele Wege führen nach Rom, und diesmal waren es der Mo und sein Interesse für die Weltraumforschung, die mich dazu bewegten, mich bei Blogg Dein Buch um die Vermittlung eines Buches aus dem Verlag C.H. Beck zu bemühen:


In Die Mechanik des Himmels erzählt Tom Bullough die Geschichte von Konstantin Ziolkowski (1857 -1935), einem der theoretischen Vordenker der russischen Raumfahrt.

Fragmentarisch beschreibt der Autor das Leben Ziolkowskis, beginnend mit seiner Kindheit, in der er aufgrund einer schweren Scharlacherkrankung taub wurde, und sich für Wissenschaft und Forschung zu interessieren begann. Obwohl er in der Schule scheiterte, schickte ihn sein Vater zum Studium nach Moskau, wo er trotz widriger Umstände und vieler Entbehrungen ganz in seinen akademischen Interessen aufging. In einem interessierten Bibliothekar fand er zudem einen Mentor, der Ziolkowski in seinen Neigungen bestärkte und intellektuell herausforderte. Auch als Lehrer blieb er seiner größten Leidenschaft, der visionären Raketenforschung, treu.

Das Buch ist sprachlich sehr ansprechend geschrieben, und angenehm zu lesen. Besonders der Anfang, der die Kindheit Ziolkowskis beschreibt, ist sehr athmosphärisch und dicht. Ganz besonders schön ist eine Schilderung am Ende des Romans, in der er seine sechs Wochen alte Tochter beruhigt, indem er sie in den Arm nimmt, und ihr im Plauderton erzählt, wie eine Rakete konstruiert sein müsse, um sich im Weltall fortzubewegen.

Doch insgesamt macht es die fragmentarische Erzählung schwer, einen Bezug zum Protagonisten herzustellen, oder einen wirklichen Einblick in die Zeit zu bekommen, in der er lebte. Die Familienzusammenhänge sind schwer nachzuvollziehen, es ist nicht wirklich ersichtlich, wie Ziolkowski Zugang zur Universität erhielt, wie sich sein Studium und sein weiterer Lebensweg entwickelte -- urplötzlich ist er Lehrer, bald verheiratet und recht schnell Vater, und man muss immer wieder rätseln, was da jetzt in der Zwischenzeit passiert sein mag.

Ehrlich gesagt wird seine Person bei Wikipedia fast noch greifbarer.

Da das Buch dennoch recht gut und angenehm lesbar ist, gibt es von mir drei von fünf möglichen Punkten.

Der Fairness halber sei aber erwähnt, dass meine MitrezensentInnen ein deutlich größeres Gefallen an Die Mechanik des Himmels gefunden haben.

So long,
Corinna

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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