24.07.12

ohnegrund


Da der Mo den Tributen von Panem sei Dank mittlerweile zur echten Leseratte geworden ist, und Minka ausreichend Pixi-Bücher mitgenommen hatte, war am Strand (und in meinem liebsten Strandcafé von allen) auch für mich ausreichend Zeit zum Lesen.

So war ich sehr froh, dass ich Dank der freundlichen Vermittlung von Blogg Dein Buch ein Exemplar von Schulamit Meixners Debütroman ohnegrund aus dem Wiener Picus-Verlag zur Verfügung gestellt bekam.


Um es gleich vorweg zu nehmen: das einzige, was ich an dem Roman auszusetzen habe ist, dass er sich fast zu flott und leicht liest, was der Tiefe der Thematik und der Protagonisten nicht ganz gerecht wird.

Einerseits spricht das natürlich sehr für Meixners Schreibstil, andererseits ist man fast ein wenig verleitet, zu schnell drüber zu lesen.

Aber ansonsten: ein schönes Buch, das ich gerne gelesen habe, auch wenn ich mit der Hauptprotagonistin Amy nie recht warm geworden bin.

Mit 20 reist die antriebs- und orientierungslose Amy von London nach Tel Aviv, wo sie auf Geheiß ihres Vaters Innendesign studieren soll. Doch schon am ersten Tag begegnet sie Nimrod, einem jungen und idealistischen Studenten der Sozialpädagogik, in den sie sich verliebt und den sie nur wenige Monate später heiratet – zum Teil auch aus Rache an ihren Eltern, die immer nur mit sich selber beschäftigt waren und sich nie wirklich mit Amy auseinander gesetzt haben.

Aus ihrer Kindheit begleitet sie der tiefe Wunsch, dass ein Liebender auch ohne Worte weiß, dass er bleiben soll – doch Nimrod reicht ihr gemeinsames Leben nicht.

Nach zehn Jahren kehrt sie mit ihrer Tochter nach London zurück, um sich frustriert zu fragen, was aus ihrem Leben geworden ist. Sharona, der Amy nicht erzählt, warum ihr Vater nie mehr zu ihnen zurück kehren wird, flüchtet sich derweil in Phantasiewelten.

Wie gesagt, es ist ein schöner, stiller Roman, doch im Grunde ist er tief traurig – denn die Protagonisten haben keine wirklichen tiefen Bindungen zueinander, sondern eigentlich nur zu den Dingen, über die sie sich definieren. Auch Amy überwindet diese Beziehungslosigkeit nicht, so dass man sich am Ende fragen muss, ob es ihr wenigstens gelingen wird, eine tiefe Bindung zu Sharona aufzubauen…

Was mir sehr gut an ohnegrund gefallen hat, waren sowohl die Einblicke in die Kultur und das Leben in Israel, als auch die langsame Annäherung Amys an ihre Familiengeschichte, die geprägt von der Judenverfolgung ist – hier geht Meixner sehr behutsam und liebevoll mit ihren Protagonisten um.

Nochmals meinen Dank an den Picus-Verlag, und mein Kompliment an die Autorin – ich freue mich darauf, mehr von ihr zu lesen.

So long,
Corinna

Kommentare:

  1. Klingt gut, kannst du mir sagen, was ich falsch mache? Ich werd einfach nicht freigeschalten!!!

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  2. Halo Corinna,
    das Nix kennen wir gut. Kennt ihr auch "Wieder Nix"? auch sehr köstlich.
    Danke für die Tipps!

    LG und weiterhin schöne Ferien

    Annette

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  3. Halli hallo,

    mensch, das liebe ich an Büchern, wenn die einzige Kritik ist, dass sie sich zu schnell gelesen haben. Das wandert gleich mal auf meine zu-lesen-Liste (die wird auch immer länger ^^)

    LG
    Icedragon!

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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