28.02.14

Going East

 
Als der Mo noch klein war, habe ich eigentlich eher vermutet, dass er ein kleiner Happy-Go-Lucky-Kommst-Du-heut-nicht-kommst-Du-morgen-Typ ist -- und habe ich mich gründlich geirrt.

Ganz im Gegenteil ist er nämlich sehr entschieden in den Zielen, die er verfolgen möchte, und ausgesprochen diszipliniert, wenn es darum geht, sie zu erreichen.

Allein, um auf die Schule seiner Wahl zu kommen, hat er hart gearbeitet....

Und er ist auch derjenige in der Familie, der am allermeisten nach China möchte.

"Warum möchtest Du eigentlich so gerne nach China," fragte ich ihn gestern und er antwortete grinsend: "Na ja, jetzt haben wir es ja schon allen erzählt, da wäre das irgendwie doof, wenn wir doch nicht gehen."

"Stimmt," grinste ich zurück, "das wäre ziemlich doof."

"Außerdem," sagte er, "möchte ich das Land kennenlernen und die Kultur."

Und dafür legt er sich schon sehr ins Zeug -- beim Englisch-Lernen für die Schule gibt er mächtig Gas, außerdem ist er mein Sparringspartner beim Chinesisch-Pauken geworden.

Und wird's sicher schon bald besser können als ich.

(Anni ist auch schon ziemlich gespannt auf China -- als es kürzlich mal darum ging, ob es jetzt wirklich schon fix ist, meinte sie empört: "Ich möchte aber nach China!")

****
 
Wir haben alle möglichen Dr. Seuss Bücher zu Hause (weil ich sie sehr liebe), und es ist mir ein Rätsel wie mir dieses bisher hat entgehen können.
 
Wo es doch so schön passt:
 

(Langer Text, aber die ersten paar Zeilen reichen, um einen Eindruck zu bekommen)

****

 Euch wünsche ich noch einen schönen Tag!

So long,
Corinna
 

26.02.14

Ich glaub's ja nicht!

 
Eben im Hause Mahlzahn.
 
Führe den Mo in die hohe Kunst des Pröll-TVs ein
 
Schaue mit dem Mo fern.
 
Da stellt sich heraus, dass ein Typ, den ich auf mindestens (!) Mitte 50 geschätzt habe, in Wirklichkeit jünger ist als ich.

"Ja, eh," sagt der Mo.

"Ja, was?", frage ich....

"Ja, eh ist der jünger als Du," sagt der Mo.

"Findest Du echt, dass der jünger aussieht als ich?", frage ich.

"Ja, eh," sagt der Mo und:

"AB INS BETT!!!!", sage ich.

Hmpf.

Ich glaub's ja nicht, so ein Frechdachs!
 
****
 
Euch wünsche ich einen schönen Abend!
 
So long,
Corinna
 

25.02.14

Ma, mā, mă, mà und má


Seit ein paar Jahren nennen mich die Kinder „Ma“, keine Ahnung woher das kommt, ich glaube, Mutze hat mal damit angefangen.
 
Jedenfalls geht es den ganzen Tag lang immerzu:
 
"Ma?", "Ma!", Ma..."
 
Und wenn ich vom Chinesisch-Unterricht komme, bestürmen sie mich immer: 
 
„Ma, was habt Ihr diesmal gelernt?“
 
„Die Töne,“ sagte ich das letzte Mal und versuchte, ihnen halbwegs zu erklären, dass es  im Chinesischen viele Worte gibt, die zwar in pin yin, der lateinischen Schrift, gleich geschrieben werden aber je nach Betonung etwas völlig anderes bedeuten.
 
Und so fanden sie es lustig, dass Mama auf Chinesisch auch „mā“ heißt – aber viel, viel lustiger (natürlich), dass es nur ein wenig anders ausgesprochen („mă“)… Pferd bedeutet. 

....
 
....
 
....

Es dürfte wohl ziemlich klar sein, wie sie mich jetzt gerne rufen…
 
Worauf ich allerdings mit einem entsprechend bösen Gesicht „mà“ antworte – denn das heißt schimpfen/ausschimpfen.
 
Keine Frage, in solchen Situation ist mir durchaus mal nach ein bisschen… „má“.

(bw. dàmá, um genau zu sein).

Soifz.
 
Ich fürchte, ich lern’ das alles nie.
 
*****
 
Übrigens frage kürzlich jemand, ob wir die Kinder eigentlich in die Entscheidung, nach China zu gehen, einbezogen hätten.
 
Ja.
 
Haben wir.
 
Wobei allerdings ein "Nein" von Mutze altersbedingt mehr Gewicht gehabt hätte, als eines von Minka.
 
Ich meine, Minka könnten wir zur Not noch ins Flugzeug tragen, bei Mutze geht das nicht mehr.
 
Nein, im Ernst.
 
Zum Glück hat sich die Frage gar nicht gestellt, denn es haben sich alle erstaunlich abenteuerlustig und aufgeschlossen gezeigt.

Selbst Minka hat am Ende ganz pragmatisch zugestimmt:
 
"Wenn alle gehen, gehe ich auch."
 
Zum Glück, denn wir gehen eh nur als Familie.
 
****
 
Euch wünsche ich einen schönen Tag!
 
So long,
Corinna
 


19.02.14

Wenn die Mutter mit der Tochter...

 
Gestern bat uns Frank, ein Buch für ihn zu besorgen.
 
Und schien tatsächlich davon auszugehen, dass wir den direkten Weg in die Buchhandlung und zurück nehmen würden.

Haha, als ob...
 
 
Als wir ihm am Abend unsere Einkäufe zeigten, fragte er etwas irritiert:
 
"Also hat das Buch jetzt insgesamt 100 Euro gekostet?"
 
"Natürlich nicht!" antwortete ich
(empört)

 
...

 
...
 
...
 
...
 
"...außer Du rechnest die Stiefel mit, die die Verkäuferin mir aus einer anderen Filiale bestellt, weil sie sie in meiner Größe nicht mehr vorrätig hatte."
 
Die bekomme ich aber erst morgen, zählt also nicht wirklich.
 
(Flöööööt)
 
****
 
Typisch Minka mal wieder:
 
 
Kirche gehen geht aus ihrer Sicht (leider) gar nicht, da schaut sie immer, dass sie sich zu einer Freundin absetzen kann.
 
Aber dieses Kreuz, an dem wir jeden Tag vorbei kommen, liebt sie sehr und bleibt dort immer für einen Moment stehen.
 
Und es war ihr ein großes Bedürfnis, eine neue Kerze zu bringen, nachdem die, die ein Anwohner dorthin gestellt hatte, verloschen war.
 
****
 
Weil Minka unbedingt mal Chinesisch essen gehen wollte, haben wir ihr den Gefallen gerne getan.
 
Und als ich mich am Ende auf Chinesisch von der Kellnerin verabschiedete, freute sie sich ungemein.
 
Dabei war meine Aussprache noch nicht mal annähernd richtig
 
In diesem Sinne:
 
Zàijiàn,
Corinna
 

16.02.14

Kinder in die Küche!


Eigentlich hätte der Mo kein Smoothie-Rezeptebuch gebraucht, weil er eh schon so gute macht.
 
In der Buchhandlung ist er aber so entzückend vor mir auf und ab gehüpft, dass ich mich doch hab' breitschlagen lassen.
 
Wenn Kinder unbedingt in die Küche wollen, soll man sie schließlich nicht aufhalten.
 
 
Aus Mangel an den passenden Zutaten, war der Smoothie heute aber noch mal frei Schnauze.
 
Jetzt muss er nur noch lernen, hinterher auch die Küche wieder aufzuräumen.
 
****
 
Gestern hatte die Trainerin, die auch eine gute Fotographin ist, alle interessierten Fechter in den Burggarten zu einem kleinen Foto-Shooting eingeladen.
 
Der Mo kam der Aufforderung gerne nach, und nachdem er mit dem Posieren fertig war (die Fotos sind echt schön geworden!), nutzte er die Gelegenheit, selber auch ein bisschen zu fotographieren.
 

Was wir nur leider nie gescheit hinbekommen, ist ein gutes Foto vom Hölzernen Türken:

 
 
Dabei bewundern wir den jedes Mal, wenn wir dort vorbeikommen.
 
****
 
Meine Nachmittagsbeschäftigung:
 
Hosen flicken.
 
Mal wieder.
 
Wird Zeit für den Sommer, dass ich die Hosenbeine einfach über'm Knie abschneiden und der Mo sie als Shorts anziehen kann.
 
(grmpf).
 
****
 
So long,
Corinna
 
 
 


13.02.14

On the cover of a magazin...

 
Ich muss gestehen, ich find' Papst Franziskus ziemlich klasse.
 
Auch wenn er schon ein bisschen widersprüchlich ist, und der Enthusiasmus, den er verbreitet, geschickt von einigen der Themen ablenkt, die mich eigentlich auch brennend interessieren würden.
 
Trotzdem habe ich sein apostolisches Schreiben gerne gelesen und freu' mich drüber, dass jetzt auch in der Gemeinde mit neuem Schwung diskutiert und geredet wird!
 
 
Und jetzt freu' ich mich grad über diesen Artikel im Kultmagazin Rolling Stone, das mir ein lieber Freund aus den USA mitgebracht hat.
 
****

Anderes Thema:
 
Wir sind keine Impffetischisten, aber auch keine Impfgegner.
 
Und manche Impfungen erscheinen mir im Hinblick auf unsere bevorstehende China-Reise sehr sinnvoll -- Tollwut ist definitiv ein Risiko, das ich nicht eingehen möchte!
 
Deshalb haben wir heute unseren "Impfmarathon" begonnen.
 
"Eigentlich mag mein armer Arm es nicht, wenn er gepikst wird. Und wenn man etwas hineingibt, was eigentlich nicht in den Arme hineingehört," meinte Minka auf dem Weg nach Hause.

Aber...", resümierte sie weiter: "Besser ist es schon."
 
****
 
Was mich wohl an der Impfung stört, ist dass mein Arm immer noch ziemlich "schwer" ist -- jetzt frag' ich mich, wie das wohl gehen soll, heute Abend beim...
 
...
 
...
 
One Republic Konzert?
 
****
 
Euch wünsche ich noch einen schönen Tag!
 
So long,
Corinna
 


12.02.14

Rainer Maria Rilke

 
Kürzlich habe ich mal wieder in den gesammelten Werken von Rainer Maria Rilke geblättert und dabei dieses hier gefunden:
 
Ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten.  Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.
 
(Briefe an einen jungen Dichter, Worpswede bei Bremen, am 16. Juli 1903)
 
Vull schön ist das.
 
So long,
Corinna

Aus Kindersicht...

 
Kürzlich sprachen die Kinder im Religionsunterricht über den 12-jährigen Jesus im Tempel.
 
"Stell Dir vor, Ma," erzählte Minka nach der Schule begeistert, "Jesus hat auch einmal was freches gemacht!"
 
"Jesus hat auch mal was freches gemacht?", fragte ich, und sie antwortete:
 
"Einmal ist er einfach seinen Eltern weggelaufen!"
 
"Echt," grinste ich, "und das gefällt Dir?"
 
"Ja, natürlich!" sagte Minka, "ich meine:  Jesus ist immer so toll und macht immer alles richtig. Aber ein Kind, das immer brav ist, das schafft doch keiner! Und deshalb gefällt es mir, dass er auch mal frech war, wie ein ganz normales Kind."
 
Theologisch vielleicht nicht ganz schlüssig argumentiert -- aber durchaus nachvollziehbar, ;-).
 
So long,
Corinna
 

10.02.14

Schattenwerfer

 
Sicher hab' ich schon erzählt, dass ich immer schon mal in einem Haus mit Flügeltüren leben wollte, und mich sogar geweigert hatte, dem Hausbau zuzustimmen, wenn wir nicht wenigstens in einem Zimmer welche haben würden.
 
Also, Flügeltüren waren wichtig.
 
Weniger wichtig war mir das Drumherum, und so hat es mich in den eindreiviertel Jahren, die wir jetzt schon im Haus wohnen, nie allzu sehr gestört, dass zwischen Türstock und Decke noch ein Leerraum war.
 
Ein Glas sollte da mal hin, aber klarerweise war immer alles andere wichtiger.
 
Bis es Frank gereicht hat, und er die Sache in die Hand genommen hat.
 

Ehrlich gesagt ist es nicht immer leicht, im Schatten eines Mannes zu leben, der nicht nur alles kann, sondern auch noch alles sehr gut kann.
 
Andererseits...
 
 
... ist der Schatten, den er wirft, ja eh recht schön, ;-).
 
Euch wünsche ich noch einen schönen Abend!
 
So long,
Corinna
 
 
 



07.02.14

Ohne weitere Worte...

 
 
Eben beim Packen für's Jungschar-Winterlager:
 
Ich: "Hey, Minka, Waschlappen und Handtuch nicht vergessen!"
 
Minka:  "Häh? Wofür das denn?"
 
...
 
...
 
...
 
...
 
Soifz.
 
So long,
Corinna
 


A long way to go...

 
 
Ich fürcht', meinen ersten Versuch,
ein chinesisches Schriftzeichen zu ... äh... schreiben,
kann ich getrost als...
 
...
 
...
 
...
 
...
 


... gescheitert betrachten, ;-).
 
So long,
Corinna
 



06.02.14

I am sätt


"Let's speak English," sagte der Mo vorgestern beim Abendessen und ich antwortete:  "Great idea, let's do!"

Woraufhin das Gespräch erst einmal für eine Weile verstummte.
"I'll go to my room," sagte Mutze und ... verschwand, während der Mo dann doch erstaunlich ausdauernd an seinem Butterbrot kaute.
"Come on," grinste ich, "talk to me, guys."
"I am sätt," meldete sich da Minka mutig zu Wort und ich fragte:  "You are sad?"
"Yes.  I am sätt," bestätigte sie und ich fragte noch mal:  "Du bist traurig?"
"Nei-h-en!", lachte sie:  "Ich bin satt!"
****
Wer mich in den nächsten Tagen irgendwo persönlich trifft, wundere sich bitte nicht, wenn ich seltsame Laute von mir gebe.
Wir hatten gestern unsere erste Chinesisch-Stunde und lernen gerade das chinesische Alphabet....
(Happy happy joy joy).

Immerhin könnte ich jetzt schon ansatzweise höflich parlieren, denn auf die Höflichkeitsfrage "Ni chi fan le ma?" (hast du heute schon gegessen) könnte ich schon antworten:  "gǒu" und "" (Hund und Pferd).
...
...
...
Weia aber auch.

Euch wünsche ich einen schönen Tag!
So long,
Corinna





04.02.14

Tschö mit ö...


Eben an der Kasse im Supermarkt ließ mich eine Frau vor und ich hörte schon an der Sprachmelodie, dass sie keine Österreicherin ist.
 
Als ich mich von ihr verabschiedete, antwortete sie:
 
 
...
 
...
 
...
 
...
 
"Tschö."
 
"Tschö mit ö?" grinste ich, und sie lachte:  "Ja."
 
Rheinländerin, klarer Fall, und noch dazu kommt sie aus der Stadt, die auch unsere letzte Station war, bevor wir nach Graz gezogen sind.
 
Und wie die Rheinländer so sind, hat's natürlich keine weitere Sekunde gedauert, bis wir schon ein bisschen geplaudert haben.

Hat mich echt gefreut, sie kennenzulernen, und ich hoffe, dass wir uns bald wieder über den Weg laufen.
 
****
 
Lustig ist oft, wenn wir irgendwo im Rheinland im Supermarkt an der Kasse stehen und uns nach hinten, vorne, rechts und links mit den Leuten unterhalten.
 
"Woher kennt Ihr die vielen Leute?", fragen die Kinder dann oft, und wir grinsen:
 
"Kennen wir gar nicht, haben wir noch nie gesehen."

Ist da halt so.
 
So Long,
Corinna


02.02.14

Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn

 
Falsche Jahreszeit (und schlechtes Foto), aber trotzdem:
 
Ich liebe unseren Birnbaum, der eher ungeplant und zufällig in unseren Garten kam.
 
 
 
Und muss immer an Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland denken, wenn ich anschaue. Wer von Euch kann es noch auswendig?
 
So long,
Corinna
 


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