20.12.15

I am sätt



Beim Stöbern bin ich auf einen alten Post gestoßen, über den ich sehr schmunzeln musste:



Das war Anfang Februar 2014, als wir alle wegen unseres China-Abenteuers schon ganz aufgeregt waren.

Damals hatte der Mo in der Schule gerade erst angefangen, Englisch zu lernen, Minka konnte gar kein Englisch und Mutze hatte es in der Schule jahrelang mehr oder weniger verweigert.

...

...

...

Mittlerweile sprechen und schreiben sie es fließend, und wechseln mühelos zwischen Englisch und Deutsch hin und her.

****

Allerdings muss ich sagen, dass ich an Minkas erstem Schultag an der Internationalen Schule wirklich gezweifelt habe, ob wir das Richtige tun.

Bzw., um der Wahrheit die Ehre zu geben:

Als ich sie zu ihrem Klassenraum führte, habe ich mir arge Vorwürfe gemacht, was wir unseren Kindern da nur antun.

Mal eben ein bisschen entwurzeln, in ein komplett neues Umfeld werfen, in dem sie noch nicht einmal die Sprache sprechen...

Gerne hätte ich mir die Kinder genommen und wäre mit ihnen nach Österreich zurückgeflogen.

Und es war am Anfang wirklich ein bisschen frustrierend für sie. 

Nach wenigen Wochen meinte Minka aber, sie könne zwar im Unterricht nicht alles verstehen, aber meistens hätte sie zumindest eine ungefähre Vorstellung davon, was vor sich ginge.

Und als sie wenige Wochen später aufforderte, doch bitte ihre Hausaufgabe zu machen, sagte sie:

"Ach, Ma, können wir nicht einfach so tun, als hätte ich nicht verstanden, dass es Hausaufgabe ist?"

Da wusste ich, dass alles in Ordnung war, :-).

Herrlich ist, dass sie alles, was sie hier neu lernt, nurmehr nur auf Englisch kann -- zum Beispiel alles was mit Musik zu tun hat.

(Sie spielt hier Trompete und hatte letzte Woche ihren ersten Auftritt vor einem großen Publikum.)

Zahlen sind allerdings noch verwirrend für sie, da macht sie häufig Zahlendreher (fourty-eight wird zum Beispiel zu Vierundachtzig und andersrum).

****

Der Mo tut sich sehr leicht mit dem Englischen (und übrigens auch mit dem Chinesischen -- ich finde es sehr unfair, dass er kaum lernt und trotzdem gute Noten bringt, während ich ohne Ende leide...), und ist jetzt gerade in den nächsthöheren Level aufgestiegen.

Darauf ist er sehr stolz, und dass darf er auch sein.

Er tut sich überhaupt relativ leicht in der Schule, und findet dass die Internationale Schule im Vergleich zu seinem Gymnasium in Graz ein Waldspaziergang sei.

****

Mutze kann das nicht bestätigen, denn in der Oberstufe geht es hier so wirklich zur Sache -- lernen, lernen, lernen... Das Internationale Baccalaureate Programm verlangt den Schüler/innen wirklich viel ab, kein Vergleich zu Österreich.

Sie hängt wacker drin und gibt sich alle Mühe -- in Vorfreude darauf, dass Uni später mal ein Klacks wird im Vergleich zu dem hier, :-).

Auch sie wechselt mittlerweile mühelos zwischen Deutsch und Englisch hin und her und schreibt auf Englisch mindestens genauso gute Aufsätze und Geschichten, wie auf Deutsch. 

Ich war kürzlich ganz begeistert über die Beurteilung ihres Geschichtslehrers -- sehr anspruchsvollen Geschichtslehrers, by the way -- dass Sprache nun wirklich kein Problem für sie sei.

****

Chinesisch lernt leider nur der Mo in der Schule -- Marie braucht Deutsch für ihren Schulabschluss, da dieser sonst im deutschsprachigen Raum nicht (oder nur mit Zusatzprüfung?) anerkannt wird, und Minka muss noch die Muttersprache verfestigen.

Aber sie schnappen zumindest ein bisschen was auf.

****

Ich kann nicht mit voller Überzeugung sagen, dass das Leben an einer Internationalen Schule leicht ist, denn auch hier gilt, dass man wenig Ausweichmöglichkeiten hat. 

Aber sie profitieren dennoch sehr.

Ob es am Ende die Entscheidung, sie aus ihrem vertrauten Umfeld zu holen, aufwiegt, werden wir sehen, aber ich glaube schon, dass sie weltoffener geworden sind.

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So.

Wir packen jetzt die Koffer und brechen in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub auf.

Euch wünsche ich eine wunderschöne Zeit und ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

So long,
Corinna

18.12.15

Eine Geduldsprobe...


China hat mich definitiv verändert.

Früher hatte ich deutlich mehr Toleranz für meine Mitmenschen und habe mich tunlichst nach dem Satz "don't judge the life of others for you have no idea what their journey is all about" gerichtet.

Das kann ich jetzt nicht mehr unbedingt von mir behaupten.

Denn sowohl in der Expat-Umgebung als auch an der Uni treffe ich immer wieder Menschen, die meine Geduld überstrapazieren.

So groß China auch ist, die Expat-Welt ist einfach sehr, sehr klein, und obwohl man meinen sollte, dass wir alle im selben Boot sitzen und uns helfen und unterstützen sollten, scheint mir hier das Getratsche, Ausgrenzen und die Cliquenbildung noch ärger zu sein als zu Hause.

Wahrscheinlich bin ich unfair, denn man muss natürlich auch berücksichtigen, dass wir hier zwar im Überfluss, gleichzeitig aber doch unter erschwerten Bedingungen leben.  

Die Bewältigung des Alltags ist schwerer (einkaufen, ein Heim für die Familie richten, Freiräume finden, die Freundschaften der Kinder ermöglichen, sich überhaupt zurechtfinden, etc.), außerdem hat man weniger Ausweichmöglichkeiten.

Mir scheint, dass manche meiner Mitmütter auch einfach viel zu viel Zeit haben, und sich deshalb viel mehr auf ihre Befindlichkeiten konzentrieren, als sie es zu Hause tun würden.

(Und manchen, seien wir ehrlich, steigt der Überfluss zu Kopf: das größere Haus, die leistbare Vollzeit-Haushälterin, der Fahrer, das Shoppen...).

Das macht das Zusammenleben nicht leichter.

Mir selber gefällt China ja wirklich gut und ich finde es sehr belebend, in so einer spannenden und herausfordernden Umgebung zu leben -- trotzdem scheine auch ich hier gestresster zu sein.

Behaupten zumindest meine Kinder und behauptet die Ärztin, der ich erzählte, dass ich oft schlecht schlafe und manchmal Schwindelgefühle habe.

Aber ich würde niemals tauschen wollen!

(Im Gegenteil finde ich die Vorstellung, dass wir die Hälfte der Zeit schon fast um haben und quasi bald schon wieder nach Hause müssen, sehr erschreckend!)

Jedenfalls, um den Kreis wieder zu schließen:

Irgendein Ventil scheint es wohl zu brauchen, und meines ist es, mich nicht mehr unnötig in Geduld zu üben, wenn mir etwas oder jemand gegen den Strich geht.

Zugegebenerweise macht auch das das Zusammenleben (mit mir) nicht unbedingt leichter.

Das richtige Maß müsste ich also nur noch finden, :-).

So long, 
Corinna

15.12.15

Gestern so...


Gestern so im Vorbeigehen die Zukunftsform "ich werde" mit 会 gelernt...

Es wird...

****

Und wenn das Semester vorbei ist und ich mit meinem TEFL-Kurs gut unterwegs bin, gibt's auch mal wieder was weniger Spracherwerbs-lastiges.

(Gibt es vielleicht was, was Euch besonders interessieren würde?)

Euch wünsche Euch einen schönen Tag!

So long,
Corinna

14.12.15

Spracherwerb...


Gelegentlich diskutiere ich mit Freunden (oder Franks Chef) darüber, ob es beim Chinesisch-Spracherwerb reicht, einfach nur die Sprache -- also das Sprechen der Sprache -- zu lernen, oder ob man, wenn man eh schon dabei ist, die  Schriftzeichen und Grammatik gleich mitlernt.

Die meisten tendieren dazu, einfach nur Sprechen zu lernen, was eh schon schwer genug ist.

Frank und ich dagegen finden, wenn man eh grad mal dabei ist, kann man auch gleich das volle Programm machen...

...

...

...

Andererseits komme ich immer mehr darauf, dass sich die Frage für mich nicht wirklich stellt, denn ich scheine irgendwie bildlich zu denken:

Wenn ich das Wort nicht schriftlich vor meinem inneren Auge habe, kann ich es mir auch nicht merken -- nur nach Gehör würde für mich gar nicht gehen.

****

An der Uni hatte ich immer wieder derbe Rückschläge... d.h. einen großen Teil des Semesters war ich einem Zustand der permanenten Frustration, weil ich nix verstanden habe.

(Bzw., um der Wahrheit die Ehre zu geben: weil ich einfach nicht genug gelernt habe... flööööt).

Mittlerweile geht es aber wieder, und ich habe auch meine Hemmungen überwunden, im Seminar einfach drauflos zu plaudern.

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Gestern so im Taxi:

Die ganze Fahrt über mit dem Fahrer geplaudert. Und der hatte nun wirklich den schlimmstmöglichen Tianjin-Akzent, den man sich nur vorstellen kann.

Ich glaube, das nennt man einen Durchbruch, :-).

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Euch wünsche ich noch eine schöne und besinnliche Adventszeit!

****

(Ach ja, wenn Ihr mich sucht, ich werde dann bald mal unter weihnachtsferienbedingt unter Palmen am Strand liegen... und Schriftzeichen lernen, :-).)

So long,
Corinna



11.12.15

Go away, Mr. Tumor



Ich sollte wirklich öfter chinesische Filme schauen!

Der hier ist richtig, richtig gut.


Nur am Ende viel zu traurig, :-(.

Und ja:

Gott sei Dank für englische Untertitel.

So long,
Corinna

05.12.15

Erstens.... zweitens...


Gott sei Dank für halbwegs gute chinesische Musik!


Die beiden sind deutlich besser als die Band, die sie covern, :-).

(An der Uni spammen uns die Teachings Assistants in den Pausen immer mit so richtig, richtig grauseliger Musik zu, da war ich sehr dankbar, als sie zur Abwechslung mal so was gezeigt haben).

****

Außerdem:

Nachdem ich mich an der Uni derzeit in einem Zustand permanenter Frustration befinde -- (听不懂,看不懂,不会说: verstehe nix, kann nix lesen, kann nix sprechen...) -- habe ich mich gerade für einen Online Kurs Teaching English as a Foreign Language angemeldet. 

Damit werde ich in den kommenden Semesterferien ordentlich zu tun haben, und kann endlich mal wieder die kreative Seite meines Gehirns benutzen.

Des wird so richtig klasse!

(Aber auch anstrengend, vor dem Kapitel Pronounciation und Phonology graut es mir schon jetzt!).

Und dann mal schauen, ob ich einen Nebenjob als Englisch-Lehrerin finde.

****

Euch wünsche ich ein wunderschönes zweites Adventswochenende!

So long,
Corinna

24.11.15

Referat



Vor Referaten bleibt man offensichtlich auch an chinesischen Unis nicht verschont -- und weil mein letztes schon 17 Jahre zurück liegt (und eine rechte Katastrophe war), habe ich dem Ganzen nicht besonders entspannt entgegen geschaut.

Erst recht nicht, nachdem ich erfahren hatte, dass wir es nicht nur -- wie sonst in unseren mündlichen Prüfungen üblich -- vor den Profs sondern vor dem ganzen Seminar halten sollten.

Duh, natürlich vor dem ganzen Seminar! 

War ja schließlich auch ein Referat. 

("Was hast Du denn gedacht, Ma?" fragten meine Kinder nur leicht irritiert.)

Trotzdem ist es mir erst am Nachmittag vorher bewusst geworden. 

Woraufhin ich in Panik ausgebrochen bin, meine Nachbarin, meinen Teaching Assistant und einen lieben Freund zugeheult habe.

Die Nachbarin kam gleich rüber zum Händchen halten und schaffte es, mich über ein, zwei, drei Gläsern Rotwein zu beruhigen... 

(Was dann aber der detaillierten Ausarbeitung des Referates nicht mehr wirklich zuträglich war, :-).).

*****

Heute dann im Seminar.

Außer meiner Power Point Präsentation hatte ich nur ein paar Karteikarten mit den wichtigsten Stichworten vorbereitet. 

Da ich die aber für den Anfang nicht brauchte -- den hatte ich so drauf -- konnte ich später auf die Schnelle die nicht mehr finden, die ich brauchte...

Kurz in Panik geraten...  dann aber "What the fuck" gedacht... und mir einfach meinen Weg durchgeplaudert und mich nix um die vielen Fehler geschert, die ich gemacht habe.

Am Ende war dann alles ein bisschen wild, ein bisschen unübersichtlich, aber...

....

....

....

Yeay! 

Ich habe heute ein Referat gehalten. 

Frei. 

Auf Chinesisch!!!

****

Was schert's mich also, dass meine Noten dieses Semester unterirdisch sind und ich total schwimme -- immerhin kann ich mich notfalls hocherhobenen Kopfes durchplaudern, :-).

****

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

04.11.15

Haha...


... noch was, was man in Österreich so nicht sehen würde, das aber hier Alltag ist:


Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna


19.10.15

Netter Versuch, aber....


Heute bekam ich einen Aufsatz zurück, den wir für die Uni schreiben sollten.

Der Kommentar des Teaching Assistant, die den Aufsatz korrigiert hat:


"Du hast eine großartige Anstrengung unternommen, ich bin sicher, dass Dein Chinesisch Stück für Stück besser wird."

Was, wie wir alle wissen, nichts anderes heißt als:

"Netter Versuch, vielleicht wirst auch Du es einmal lernen (aber ich glaube nicht daran)."

...

...

...

...

(Wenigstens die Kinder haben gelacht).

Soifz.

So long,
Corinna

18.10.15

Schnelle Frage, schnelle Antwort


Habe heute den weltbesten (und ich erwähnte es schon, geduldigsten) Fahrer gefragt, warum man in China Hunde* aber keine Katzen isst, und die Antwort war eindeutig:

"Katzen schmecken nicht!"

...

...

Na, dann...

So long,
Corinna

*Ich hab's bisher übrigens noch nicht erlebt, dass tatsächlich mal Hund auf der Speisekarte gestanden hätte.

17.10.15

I love China


Nach meinen vielen Posts darüber, wie sehr ich die Uni liebe, die Schriftzeichen toll finde, aber trotzdem immer weinen* muss, weil es so schwer ist...

...

...

...

mal wieder etwas Spannenderes.

Hier eine kleine und zufällige Auswahl an Dingen, die man so in Österreich nie sehen würde (und die zu den Gründen gehören, warum es mir hier so gefällt):



Stolperfallen dieser und anderer Art gibt es hier zu Hauf -- am Anfang haben uns die Haare zu Berge gestanden, mittlerweile schreckt's uns nimmer. Da geht man halt einfach ein bisschen aufmerksamer durch's Leben.

Man sollte aber nicht immer nur nach unten schauen, denn mitunter sind auch Drähte wild (und in Kopfhöhe) über die Straße gespannt.


Manchmal hängen auch Wäschedrähte quer über den Gehsteig, denn öffentliche Wäscheständer, so wie diese hier in Shanghai, gibt es eben nicht überall.


Die Baugerüste aus Bambus finde ich wirklich süß, jedenfalls schöner als unsere:


Dieses Gefährt ist im Grunde nur zur Hälfte beladen. In der Regel türmen sich die Ladungen mehrere Meter hoch, aber leider habe ich mein Handy nie griffbereit, wenn mal so ein richtig vollgepacktes an mir vorbei fährt.


Derzeit der letzte Schrei: Haarklammern mit Plastiksprösslingen. Werden nicht nur von Kindern gerne getragen...


Der Friseur um die Ecke:


Sehr typisch für China -- der gute Wille zählt:


Kulinarisch ist China immer wieder spannend -- auch wenn wir das wirklich grauslige noch nicht gesehen haben...

(Wer nichts gruseliges und blutiges sehen möchte, bitte jetzt wegklicken).



Als das erste Mal irgend so ein Federviech vor meiner bis dahin nichtsahnenden Nase geschlachtet wurde, war ich noch sehr irritiert... 

Jetzt gehört so etwas (wie z.B. das Häuten eines Tieres hier) zwar nicht gerade zum Alltag, aber ich erschreck mich nimmer.


Am meisten irritiert hat mich bisher das hier: ein Gewinnspielautomat, bei dem man Zigaretten gewinnen kann. Und im Hintergrund harmlose Walt Disney Designs...


So.

Wie gesagt, nur ein kleiner Eindruck.

****

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna

*Scherz. Weinen tue ich natürlich nicht, nur jammern, ;-)

15.10.15

Schriftzeichen


Ich weiß, es gäbe sicherlich Spannenderes, worüber Ihr gerne lesen würdet, als die Schriftzeichen...

...

...

...

... aber die bestimmen nun mal gerade meinen Alltag.

Und gerade vor ein paar Tagen habe ich festgestellt, dass es immer leichter wird, sie zu lernen. Für zehn Schriftzeichen muss ich nicht mehr zehn Blätter voll schreiben, bis ich sie mir gemerkt (oder auch nicht gemerkt) habe, mittlerweile reicht (oft) eines.

Und manchmal brauche ich sie auch nur mehr anzuschauen, um sie mir ein paar Stunden später noch mal im Gedächtnis abzurufen -- und immer öfter funktioniert das sogar bei Schriftzeichen, die ich mir vorher nie hab' merken können.

Wir scheinen mittlerweile schon eine ziemlich gute Basis an Zeichen gelernt zu haben, denn immer öfter kommt es vor, dass sich die neuen Vokabeln eh aus Zeichen zusammensetzen, die wir schon lange gelernt haben.

...

...

...

Bedauerlicherweise heißt das nicht, dass ich gar nichts mehr lernen muss. 

(Ich hol' dann grad mal wieder meine Bücher raus, soifz).

****

Euch wünsche ich einen schönen Tag -- wenn er denn bei Euch endlich mal anfängt, :-).

So long,
Corinna

12.10.15

de, de und de...


Chinesisch ist manchmal wirklich ein bisschen tricky.

Mal abgesehen von allem anderen sind die Schriftzeichen natürlich eine Sache für sich.

Manchmal hat man Glück und die Worte werden genauso geschrieben wie sie gesprochen werden

有点儿 oder 地位 -- völlig klare Sache.

Andere Male kann man sich Bilder zu den Schriftzeichen denken, um sie sich leichter zu merken.

Aber meistens weiß höchstens der Henker, wer denn diese ganzen originellen Ideen hatte...

****

Neben den ganzen anderen "Kleinigkeiten", die man beachten muss, gibt es natürlich auch noch die vielen Wörter, die komplett gleich ausgesprochen aber ganz anders geschrieben werden.

Wobei de, de und ... de(得, 的, und 地) meine ganz persönlichen Favoriten sind, weil es hier auf den grammatikalischen Zusammenhang ankommt, in dem man sie benutzt.

Und bei denen (mir) überhaupt nicht ersichtlich ist, warum man denn drei von denen braucht, wenn eines (meiner bescheidenen Meinung nach) völlig reichen würde.



Hätte 智,der weltbeste und vor allem geduldigste Fahrer der Welt, es mir nicht erklärt, ich hätte es vermutlich nie verstanden.

Allerdings hat es auch zwei Tage und viel Geduld seinerseits gebraucht, bis es endlich so weit war...


Die Kinder fürchten schon, dass er bald kündigen wird, wenn ich ihn weiter mit meinem lausigen Chinesisch quäle.

****

Euch wünsche ich einen schönen Restmontag, unserer neigt sich zum Glück schon dem Ende zu!

So long,
Corinna

10.10.15

Dies und das...


Gestern so im Taxi:

Der Taxifahrer war so entzückt, vier europäische Frauen chauffieren zu dürfen, dass es zu einer der lustigsten und angenehmsten Fahrten bisher wurde...

In denen ich zum ersten Mal nicht mehr ganz so entsetzlich stottern und radebrechen musste...

...

...

Hab' schon öfter gehört, dass man Chinesisch am besten im Taxi lernt, und ich glaube, das stimmt wirklich.

(Im Taxi und auf dem Markt)

****

In einem anderen Taxi habe ich gestern meinen Studentenausweis verloren...

Wisst Ihr, wieviele Taxis es in Tianjin gibt?

Es wäre mir also niemals in den Sinn gekommen, überhaupt zu versuchen, den Ausweis wiederzufinden.

Aber eben bekam ich einen Anruf von der Uni, der Taxifahrer habe sie angerufen und seine Telefonnummer hinterlassen, damit ich ihn abholen kann.

Ich werde mir vermutlich eher einen neuen machen lassen, aber eine SMS schreiben und mich herzlichst bedanken werde ich auf alle Fälle!

(Für einen Anruf reicht mein Chinesisch dann doch noch nicht, :-).).

****

Jetzt fängt wieder die Zeit des Jahres an, in der es draußen immer kälter wird, aber die Heiz-Saison noch lange nicht begonnen hat.

Letztes Jahr waren wir halbwegs verzweifelt, weil es wirklich, wirklich kalt in der Bude wurde.

Dieses Jahr habe ich aber vor, diese Wochen sehr zu genießen.

Denn was kommt, wenn die Heiz-Saison beginnt, ist auch nicht besser...

Unsere Küchentür, die zum Backyard führt, ist undicht. Als wir ins Haus eingezogen sind, wollte ich es eigentlich richten lassen, denn es geht ja gar nicht (fand ich), nach draußen in die Luft zu heizen.

Außerdem funktioniert die Heizung in einem den oberen Stockwerken nicht richtig -- auch das wollte ich eigentlich richten lassen...

Wenige Wochen später war ich heilfroh.

In unserer Siedlung wird die Heizung zentral gesteuert, und wir können sie nur minimal regulieren.

Dann wird es oft so heiß in den Häusern, dass wir (wenn es die Luftwerte erlauben) die Fenster aufmachen. Einige andere nutzen auch den Air Conditioner zum runterkühlen, aber das erscheint uns als noch größere Energieverschwendung als es dieser generelle Heizwahnsinn schon ist.

Leider steht es nicht in meiner Macht, Verbesserungsvorschläge zu machen -- aber ich denke, mit einigen Änderungen könnte man hier einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten...

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Euch wünsche ich einen ebenso schönen Herbsttag, wie den, der bei uns schon begonnen hat, :-).

So long,
Corinna

08.10.15

Heute so im Chinesisch-Unterricht...


Zusätzlich zur Uni habe ich noch zwei Mal in der Woche Privatunterricht -- böse Zungen nennen es auch Nachhilfe.

(Und die brauche ich auch dringend!)

Jedenfalls saß ich da mit Lia, der besten Chinesisch-Lehrerin von allen, und versuchte, ihr etwas auf Chinesisch (oder dem, was ich dafür halte) zu erklären.

Als der Mo mir aus seinem Zimmer eine WeChat-Nachricht schickte:


****

Neue Vokabeln, die ich heute gelernt habe:

stottern = 结结巴巴

frech = 淘气

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PÖH!

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Euch wünsche ich bravere Kinder einen wunderschönen Tag!

So long,
Corinna

05.10.15

Shanghai


Ich muss gestehen, wenn meine Mit-Expats von Shanghai geschwärmt haben, habe ich immer gedacht, das sei mal wieder so ein Expat-totally-blown-out-of-proportion-Ding, also ein Hype. 

Deshalb war ich etwas skeptisch, als wir letzte Woche in den Zug stiegen, um uns die Stadt mal genauer anzusehen.

Aber was soll ich sagen?

Wir waren noch keinen Abend da, da war ich schon verliebt! 

Des is' ja so genial da! Schwer zu beschreiben, aber es brummt einfach nur so vor Leben.

****

Als allererstes ist da natürlich mal The Bund, eine der Hauptattraktionen und wirklich, wirklich gigantisch!


Man sollte allerdings tunlichst kein gröberes Problem mit Menschenmassen haben -- so viele Menschen auf einen Haufen habe ich noch nie (!) im Leben gesehen.

Der arme Mo stand noch ein paar Stunden später sichtlich unter Schock.

****

Unser Hotel lag in der Nähe des French Quarters, sehr nett, aber ein wenig zu international für mich. 

Auch wenn wir das gute Frühstück natürlich sehr genossen haben:



****

Minka hat sich im Grunde nur Rad schlagend oder auf Wheelies durch Shanghai bewegt:



****

Ausreichend Gelegenheit, mein mickriges Chinesisch zu üben, gab es auch, unter anderem bei dem Versuch, das Propaganda Poster Art Center zu finden. 

Das befindet sich in der Hua Shan Lu. 

Wir landeten allerdings in der...

Hua Shan Lu.



Klassische Verwechslung von Schriftzeichen, :-).

Am Ende haben wir das PPAC dann doch gefunden, und es war wirklich interessant, jedenfalls für alle über einen Meter sechsundsechzig...


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Richtig gut gefallen hat es insbesondere Mutze aber im M50 Creative Center, das dem Beijing Art District 798 nicht unähnlich ist. 




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Als wir dann auch noch einen Abstecher zum Zotter Chocolate Theater gemacht haben, war sie so richtig zufrieden (und ganz in ihrem Element):





Die Nachbarschaft der Shanghai-Filiale ist zwar nicht ganz so schön wie die der mitten in der steirischen Landschaft gelegenen Hauptfiliale, aber der Kontrast macht's.

Jedenfalls ist der Standort direkt am Fluss sehr atmosphärisch:


****

Interessant, aber bedrückend war es am People's Square, wo (offensichtlich verzweifelte) Eltern versuchen, PartnerInnen für ihre ledigen Kinder zu finden:



Ich möchte nicht wissen, was die Kinder (die großenteils in ihren 30ern zu sein scheinen) dazu sagen...

****

Am letzten Abend haben wir eher zufällig eine Nachbarschaft entdeckt, Tian Zi Fang, in der das Leben so richtig brummt -- und haben definitiv entschieden:

Shanghai rockt!

Die Atmosphäre ist einfach klass', sehr sehr lässig!

We'll be back -- for sure!

****

Euch wünsche ich einen schönen Wochenanfang, bei uns sind die Golden-Week-Ferien leider wieder vorbei und die Kinder schon wieder in der Schule.

So long,
Corinna


27.09.15

Ein Tag in China


Ein Tag in China unterscheidet sich nicht wesentlich von einem Tag in Österreich.

Im Grunde ist alles im Minutentakt durchstrukturiert:

Früh aufstehen, Frühstück, Recess Snack und School Lunches für die Kinder vorbereiten, Kinder wecken, Kinder pünktlich aus dem Haus und zum Schulbus treiben, noch ein wenig mit den Nachbarn tratschen, durch's Haus hasten, um wenigstens das Gröbste aufzuräumen, zur Uni fahren, im Seminar verzweifeln, die Kinder nachmittags wieder einsammeln, Minka an den Tisch ketten, damit sie ihre Hausaufgaben macht, Abendessen richten, Minka ins Bett bringen, noch ein wenig für den nächsten Tag vorbereiten, mir vom Mo den Tischtennisball um die Ohren schlagen lassen, mit Mutze über die Schule plaudern... und ab ins Bett.

Die schönste Zeit am Tag ist die zwischen Uni und Kinder einsammeln.

Die nutze ich meistens, um zu stromern.

Zum Beispiel auf dem Markt um die Ecke, an dem zur Mittags- und Nachmittagszeit das chinesische Leben brummt. 

Wirklich schön ist es dort nicht, aber ich habe dort mittlerweile Lieblingsstandler, die mich mit ihnen mein mickriges Chinesisch üben lassen und sich die Zeit nehmen, mich zu verbessern oder mir etwas beizubringen.

(Im ersten Jahr bin ich noch einmal in der Woche zu einem großen Supermarkt gefahren, um dort den Großeinkauf zu erledigen, mittlerweile kaufe ich fast alles -- vom Toilettenpapier über das Waschpulver bis hin zu Reis, Mehl, Thunfisch, Gemüse, Obst, und wenn ich mutig bin, auch Fleisch -- auf dem Markt. Zum Supermarkt muss ich nur noch für Milch, Käse und anderem importierten Schnickschnack).

Oder ich setze mich in ein Café, um dort meine Hausaufgaben zu machen und für den nächsten Tag zu lernen.

(Das kann ich viel besser, wenn Leute um mich herum sind, als wenn ich alleine zu Hause hocke).

Wenn ich in der Schule der Kinder zu tun habe, gehe ich anschließend oft in eines meiner Lieblingsrestaurants, eines davon ein 小饭馆儿 (Xiao Fan Guan r), ein kleines Straßenrestaurant. 

Am ehesten erinnert es an einen Imbiss, nur dass das Essen dort deutlich gesünder ist, als bei uns in der Bude um die Ecke.


Am späten Nachmittag, wenn zu Hause soweit alles vorbereitet ist, dass der Abend kommen kann, treffe ich mich meistens mit meinen Nachbarn draußen in der Siedlung auf einen schnellen Kaffee, auch ein Tageshöhepunkt!

Ganz gerne sitze ich auch in unserem kleinen gepflasterten Hinterhof, in dem eine Sitzgarnitur und ein Trampolin stehen, und manchmal kommen die Nachbarn auf einen Sprung durch die Gartentür herein.

Die meiste Freizeit verbringe ich aber auf meinem kleinen Balkon vor dem Küchenfenster.


Idyllisch ist aber zugegebenermaßen anders: wir wohnen an einer nicht wenig befahrenen Straße, die nur wenige Meter weiter in eine der großen Hauptstraßen mündet, so dass es nie leise ist. 

Aber der Kontrast, mitten in einer Großstadt zu sein und trotzdem einen kleinen Ruheort zu haben, taugt mir vull.

Der Winter kann also ruhig noch etwas warten!

Euch wünsche ich einen guten Start in die Woche!

So long,
Corinna

25.09.15

Letztens so im Fernsehen...




Des war echt ein toller Klassenausflug! Und die Kinder waren so entzückend!

(Minka war vull souverän, und ich hab' auch schon mal größeren Blödsinn geredet, aber noch nie weniger...)

So long,
Corinna

23.09.15

Och, Menno!


Gerade (bei uns ist es schon 22:45) wollte ich mich entspannt zurücklehnen, den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, und den Rest der Zillionen Vokabeln, die für morgen zu lernen sind, halt morgen am Vormittag lernen.

Weil im Stundenplan ja ausdrücklich steht, dass wir Donnerstags erst am Nachmittag Unterricht haben.

Leider habe ich den Fehler gemacht, noch mal eben meine Mails zu checken.

Unter denen ich diese freundliche Erinnerung der Professorin fand, dass wir uns doch schon morgen früh an der Uni einfinden sollen!



Und ich kann noch nicht mal behaupten, ich hätte nix verstanden!

Hmpf.

So long,
Corinna

Recess Snacks und School Lunches


Der Mo macht mir ja gerne Komplimente.

Wie zum Beispiel dieses, als ich ihn fragte, ob die Recess Snacks und School Lunches okay seien, die ich ihnen jeden Morgen für die Schule mache:

"Deine Snacks und Lunches, Ma," sagte er, "sind auf alle Fälle die kreativsten. Und oft schmecken sie auch."

:-).

****

Die Kinder gehen auf eine Ganztagsschule, und weil sie morgens ungern oder nur wenig frühstücken, muss ich sie für den ganzen Tag versorgen, d.h. ihnen eine Jause und ein Mittagessen mitgeben.

Das Essen in der Schulkantine mögen zumindest der Mo und Mutze nicht, deshalb stehe ich hier morgens meistens schon kurz vor sechs in der Küche...

Und abends auch noch mal: Abendessen machen, backen, für den nächsten Tag vorbereiten...

(Studieren tu' ich nebenbei auch wieder, die Uni hat vorgestern angefangen.)

****

Diese Woche auf dem Jausen-/Lunch-Plan:

Montag:

Recess: Zimtschnecken und Obst, 
Lunch: Sandwich mit einem Aufstrich aus Hühnerfleisch, Paprika und Gurken 

Dienstag:

Recess: Brotstangen mit Tzaziki-Dip
Lunch: Thunfisch-Wraps

Mittwoch:

Recess: Obstsalat mit Joghurt
Lunch: Würstel, Bratkartoffeln, Sauerkraut

Donnerstag:

Recess: Würstel und Laugengebäck
Lunch: Spaghetti mit Tomatensauce Pizza

Freitag.

Recess: Rosinen-Bagel und Obst
Lunch: Käse-Pfannkuchen

Das war in Österreich definitiv leichter.

****

Aber dafür ist die Schule klass'.

Der Mo murrt zwar, dass sie auf seiner Schule in Graz mehr Mathe gelernt haben, aber insgesamt habe ich den Eindruck, dass sie hier -- neben Englisch -- viel mehr und andere Skills lernen als in Österreich.

Aber Gas geben tun sie, meine Herren!

Der Mo hat's in der Mittelschule noch relativ leicht, aber bei Minka in der 3. Klasse geht's im Vergleich zum letzten Jahr richtig rund!

Für eine Volksschülerin hat sie schon wirklich was zu schaffen, zum Glück haben wir den Lehrer überzeugen können, die Hausaufgaben erst Montags und nicht schon Freitags einzusammeln.

Trotzdem musste ich mich kürzlich mit ihm beraten, weil sie ihre Hausaufgaben nicht zuverlässig macht(e).

Allerdings, informierte Minka ihren Lehrer: "My mom is the only one who has a problem with that!"

****

Von Mutze mal ganz zu schweigen, sie ist jetzt in der 11. Klasse und arbeitet schon kräftig auf die Matura zu:

Deutsch, Englisch und Geschichte als Hauptfächer, und Physik, Mathe und Kunst als Nebenfächer.

 Dazu muss sie noch TOK (Techniques of Knowledge) belegen, und außerdem gibt's da noch die kleine unbedeutende Sache, die sich CAS nennt -- Community and Service, d.h. sie sollen sich in- und außerhalb der Schule sozial engagieren...

Echt heftig.

****

Gestern war ich mit ihr beim College Councellor, um uns über mögliche Studienfächer beraten zu lassen -- auch ein ziemlich toller Service, den es in dieser Ausführlichkeit an ihrer alten Schule nicht gegeben hat.

Gut war's, der Anfang ist gemacht, :-).

****

Und immer wieder bin ich begeistert, wie mühelos die Kinder zwischen Deutsch und Englisch hin- und her wechseln!

****

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

20.09.15

Wandern geht auch in China gut, :-)


Während unsere Männer mit ihren Rennrädern in und um Jixian herum unterwegs waren, waren wir Mütter mit den Kindern wandern!












Total schön war's, und selbst für uns Bergfexe nicht wenig herausfordernd.

Aber so war wenigstens selbst Minka endlich einmal so richtig schön ausgepowert!

Euch wünsche ich einen schönen Sonntag!

So long,
Corinna


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