02.05.16

The other kind of normal, oder: Liebster-Award


Normalerweise weiche ich Stöckchen gerne aus, aber jetzt ist mir doch mal einer zugeflogen, den ich unmöglich habe vorbeifliegen lassen können -- Jonna von den Expatmamas hat mir den Liebster Award 2016 weitergereicht. 

Des is' wirklich eine große Ehre und gibt mir großen Auftrieb, :-).

Danke, Jonna!

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Der Liebster Award ist schon einige Jahre im Umlauf und soll dabei helfen, weniger bekannte Blogs ein bisschen ins Rampenlicht zu ziehen. Die Regeln sind einfach -- wer den Award erhält, beantwortet 11 Fragen, denkt sich selber 11 Fragen für seien Lieblingsblogger aus, und reicht das Stöckchen weiter.

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Hier die Antworten zu den Fragen, die Jonna mir gestellt hat:

1. Warum hast du beschlossen, einen Blog zu schreiben?

Das Grazerlei hat als Familienblog begonnen, in dem ich all' die kleinen lustigen Alltagsanekdoten festgehalten habe -- so eine Art Glückstagebuch. Ich schreibe gerne, aber am liebsten nur kurze Texte, und ich habe gerne ein Publikum. Dass wir mal nach China gehen würden, war damals noch nicht abzusehen.

2. Was macht dir beim Bloggen am meisten Freude?

Alltag mit drei Kindern kann ganz schön anstrengend sein, aber ich konzentriere mich am liebsten auf die schönen Seiten des Alltags. Zu beobachten, das Schöne aus den Momenten herauszuziehen und es schriftlich festzuhalten.

Für die Familienanekdoten hat das gut funktioniert, für unser China-Abenteuer habe ich aber noch nicht die richtige Sprache gefunden, um die Stimmung wirklich einzufangen.

3. Haben Dir andere Blogs bei deinem Abenteuer Ausland schon geholfen? Wenn ja, welche?

Auf FB gibt es eine Tianjin Expat Gruppe, über die ich zum einen andere Familien gefunden habe, die auch gerade auf dem Sprung waren, nach Tianjin zu ziehen (eine FB-Freundin wurde sogar meine Nachbarin!), aber auch andere Blogs.

Besonders Constanzes Blog 48 Wochen in Tianjin habe ich förmlich verschlungen -- Constanze war Austauschstudentin an der Nankai University und hat mich überhaupt erst auf die Idee gebracht, hier Chinesisch an der Uni zu studieren.

4. Was war deine bisher wichtigste "lesson learned" beim Bloggen?

Phew.

Hatte ich eine?

Auf die harte Tour habe ich nie etwas lernen müssen, aber es war schwierig, herauszufiltern, was ich schreiben konnte, ohne die Persönlichkeitsrechte anderer, vor allem die meiner Kinder, zu verletzen. Als sie älter wurden, habe ich sie zum Beispiel immer gefragt, ob es ihnen Recht sei, wenn ich über dies oder jenes schreibe... Ist mir manchmal schwer gefallen, es zu akzeptieren, wenn sie es nicht wollten.

Hier in China gibt es auch oft Motive, die ich nur allzu gerne fotografieren und veröffentlichen würde -- es aber nicht tue, weil ich es respektlos fände, zum Beispiel Bilder schlafender Menschen.

5. Was war deine bisher wichtigste "lesson learned" im Ausland?

Nochmal phew...

Gerade jetzt würde ich sagen: es lohnt sich, sich selber treu zu bleiben und sich nicht zu verbiegen...

Die Expat-Community ist manchmal sehr schwierig, und ich passe nicht überall rein. Das hat mich am Anfang sehr beschäftigt, aber ich habe auch bald gemerkt, dass es wirklich nicht so wichtig ist, überall reinzupassen und Allerwelts Freund zu sein.

Die besten Freunde findet man eh eher so am Rand und nicht mittendrin.

Deshalb:

 Always be yourself.

(Unless you can be a pirate. Then, always be a pirate.)

:-)

6. Was war dein größtes Fettnäpfchen, in das du in deiner neuen Heimat getreten bist?

Haha. Man sagt ja immer so schön, dass man im Chinesischen nur wegen eines kleinen Fehlers in der Aussprache jemanden tödlich beleidigen kann...

Ganz so wild war es nicht, aber einmal habe ich auf dem Pet-Market ein Aquarium um 100 RMB herunterhandeln wollen -- 350 hat es kosten sollen, aber ich habe auf meinen "er bai wu" bestanden.

Obwohl ich mich zugegebenermaßen sehr über die Reaktion der Verkäufer gewundert habe, denn die waren sichtlich pikiert...

Erst hinterher habe ich erfahren, dass "er bai wu" zwar tatsächlich 250 heißt, aber umgangssprachlich auch: "Du bist behindert"...

...

...

...

Oupsi.

7. Was würdest du jeder Expatmama empfehlen?

Sich schon vorher gut zu überlegen, was sie hier mit der vielen Zeit anfangen möchte.

Die Internationalen Schulen sind in der Regel Ganztagsschulen. Am Anfang ist das ganz praktisch, denn man ist wirklich lange mit Alltagsdingen beschäftigt.

Aber sobald man sich eingelebt hat und weiß, wo man alles findet, kann so ein Tag schon mal sehr lang werden.

Und Shoppen, Kaffee trinken und Lunchen gehen sind halt auch nur begrenzt erfüllend.

Wenn ich mein Studium (und einige weitere Verpflichtungen, die ich eingegangen bin) nicht hätte, würde ich durchdrehen!

8. Was vermisst du aus deiner Heimat am meisten?

Ehrlich?

Außer meinen Freunden eigentlich gar nichts.

Das ist mir aber auch ein wenig unheimlich, denn ich habe mich in Österreich immer sehr wohlgefühlt.

Aber in China fühle ich mich viel freier und ungezwungener und bin nicht so in Sachzwänge eingebunden.

A bissl ist es hier wie im Wilden Westen -- man kann einfach mal machen und ausprobieren. 

Ich fürchte, ich werde es dann schwer haben, mich zu Hause wieder einzugewöhnen, soifz.

9. Was wird dir aus deiner neuen Heimat einmal fehlen? (Abgesehen von neu gewonnenen Freunden)

Zuallererst: die Freunde!

Dann: Die Freunde!

Und dann noch: Die Freunde!

Oups.

Natürlich hieß es in der Frage "abgesehen von den neu gewonnen Freunden".

Aber ich kann nicht oft genug betonen, dass diese neu gewonnenen Freundschaften wirklich etwas ganz Besonderes sind.

Hier ist alles irgendwie intensiver, wir wissen, dass wir einander nur für einen begrenzten Zeitraum haben, und die Zeit nutzen müssen.

Außerdem funktioniert "Vertrauen" hier noch mal eine Spur anders -- zu Hause hat man ja meistens schon langjährige Vertrauenspersonen, aber hier... ist es ein gewagter Sprung.

Denn die Expat-Community ist so klein, und alle sind irgendwie miteinander verbändelt, da muss man sich wirklich sehr genau aussuchen, wem man was und wie viel erzählt.

Hat man also jemanden gefunden, mit dem man wirklich über alles reden kann, hat das wirklich etwas zu bedeuten!

Außerdem: das Essen, das Chaos, die Sprache, die Gelassenheit der Chinesen, die Freundlichkeit, mit der man mir hier meistens begegnet, das Straßenleben, "the other kind of normal".

Ich glaube, dass ist es, was mir hier am besten gefällt: "the other kind of normal."

10. Gibt es etwas, das du an deinem Blog gerne verändern würdest? Was hat dich bislang davon abgehalten?

Eigentlich nichts. Es lesen zwar nicht allzu viele Leute mit, aber das passt schon so.

11. Hast du einen Wunsch an die Expatmamas?

Eine Chatgroup oder Forum auf Expatmamas wäre vielleicht fein, so könnten wir uns leichter miteinander austauschen.

Und an die Expatmütter allgemein: 

Schaut nicht auf die Dinge, die vielleicht grad mal nicht so passen, sondern bleibt offen und neugierig!

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So, und nun ist es an mir, den Liebster Award 2016 weiterzureichen...

Weil Constanze leider nicht mehr bloggt und die meisten China-Blogs, die ich lese, Englisch- oder Dänisch sprachig sind, werfe ich das Stöckchen wieder dahin, wo mein Blog seinen Ursprung hat, nämlich bei den Familienblogs.

Da musste ich auch nicht lange überlegen, wer meine All-Time-Favorites sind, nämlich die, die in jeder Situation das gute, lustige und schräge sehen können, und mir mit ihren Posts immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern!

Maufis Blog verfolge ich schon seit vielen Jahren, und wir haben uns auch schon im Real-Life kennengelernt. Wobei sich bestätigt hat: wir liegen auf der gleichen Wellenlänge. Und ihre Kinder sind wirklich so cool, liebenswert und unkompliziert, wie sie sie im Blog beschreibt.

Sonja hat die beste Schreibe der Welt und einen herrlichen Blick auf die Dinge, und versteht es perfekt, das Positive und Gute in all' den kleinen Gegebenheiten des Alltags zu sehen.

NähMa, die so herrlich authentisch und mit viel Ironie von ihrem Alltag als Mutter und Tagesmutter schreibt -- mir taugt's vull!

Und last not least Muckeltiger, der der Award hoffentlich ein Ansporn sein wird, wieder mehr zu bloggen -- denn auch ihr Blog gehört zu denen, die mir immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ;-).

Hier meine Fragen an Euch:

1. Was bedeutet Dein Blog für Dich?
2. Hat sich Dein Blog im Laufe der Zeit verändert, und wenn ja, wie?
3. Was machst Du wenn Du nicht bloggst?
4. Welche Art von Blogs liest Du selber gerne?
5. Ein Aha-Erlebnis im Internet? (gut oder schlecht)
6. Welche Freundschaft, die im Internet begonnen und sich dann auf's Real-Life ausgeweitet hat, würdest Du nie missen wollen?
7. Wie sieht Dein perfekter Tag aus?
8. Könntest Du Dir vorstellen, einfach alle Sachen zu packen und für eine Weile mal ganz woanders hinzugehen?
9. Dein Wunsch für die Zukunft Deines Blogs?
10. Dein Wunsch für Deine Zukunft?
11. Die Joker-Frage -- was würdest du noch gerne sagen?

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Und hier nochmal die Regeln für den Liebster Award 2016:
Der Liebster Award unterstützt besonders neue Blogs, um in der Bloggerwelt bekannter zu werden. Aber auch für alte Hasen ist der Liebster Award natürlich eine gute Möglichkeit, noch bekannter zu werden. Der Liebster Award ist eine Vernetzung zwischen Bloggern und funktioniert ganz einfach: Ein Blogger wird von einem anderen Blogger nominiert, beantwortet die gestellten Fragen auf seinem Blog, stellt selbst wieder Fragen und nominiert erneut Blogs für den Liebster Award.
  • Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite. Wer über die Fragen hinaus Fakten über sich präsentieren möchte, kann dies in einem eigenen Blog tun: Fakten über mich (bis zu 11 möglich); wer mit den Fragen gar nichts anfangen kann, darf sie ausnahmsweise auch mal gegen Fakten austauschen; sollte das dann aber auch entsprechend begründen.
  • Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf Eurer Seite. Falls möglich, hinterlasst auf ihrem Blog einen entsprechenden Kommentar, in dem ihr auch für andere sichtbar den Award annehmt.
  • Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite, so dass der Liebster Award nach außen hin sichtbar ist und bleibt.
  • Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf euren Blog.
  • Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.
  • Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiterempfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten. Wer möchte, kann sich dabei an die 200er – 3000er Follower / Leser Regel halten, also solche Blogs empfehlen, die unterhalb dieser Zahlen liegen.
  • Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt. Empfohlen wird, dafür die Kommentarfunktion auf den jeweiligen Blogs zu nutzen, falls diese passend ist. Empfohlen wird auch, die jeweils Nominierten vorab zu fragen, ob sie überhaupt mitmachen wollen, damit sie sich nicht überfallen fühlen. Viel Spaß!

Kommentare:

  1. Manno, jetzt ist mein Kommentar weg!
    Also, danke für das Stöckchen, ich versuch mich mal dran.
    Und jaaaa, ich sollte mal wieder bloggen.
    Bis bald.
    Die NähMa!

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  2. "The other kind of normal" ... das gefällt mir! Danke für den interessanten Post! Und noch mal danke für den Award! (Eigentlich wollte ich ja nicht mehr, aber ich werde die Fragen einfach mal in mir aufnehmen. Mal sehen, was bei rauskommt.) ;0)

    Hab vielen Dank und bleib, wie Du bist,
    Sonja

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  3. Liebe Corinna,
    herrlich zu lesen - wieder einmal. Ich freue mich, dass du mitgemacht hast. Und ja ein Forum gibt es (zumindest auf Facebook) - schau doch mal in der Expatmamas-Gruppe vorbei. Liebe Grüße Jonna

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  4. Tolle Antworten!
    Gerade bei den Fettnäpfchen kann ich auch ein Lied singen, mein Englisch ist ja stets sehr bescheiden, aber wenn man dann unbemerkt 'Deutsch' einbaut und man noch nicht mal die fragenden Blicke des Gegenübers bemerkt...
    Aber das Beste war immernoch meine Mutter, die in Ungarn einen Sack Zement kaufen wollte und unserem Freund (und auch Dolmetscher) sagte, sie wolle unbedingt selbst fragen. Das Ergebnis war, dass sie zwar einen Sack Zement hatte, aber auch sich total blamiert hatte, weil sie nämlich statt nach Zement, nach 'nasser Hundescheiße' gefragt hat...

    Liebe Grüße,
    Linda

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    1. Oh weia! Das Gesicht vom Verkäufer hätte ich gerne gesehen, :-)!

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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