20.06.16

Qingdao -- oder: auch das ist China


Kurz nachdem wir im Herbst 2014 nach China kamen, meinte Minka, sie habe sich China irgendwie "viel chinesischer" vorgestellt.

Und ich verstehe schon was sie meint.

Denn abgesehen davon, dass die Menschen hier eben anders aussehen als in Europa, sind die offensichtlichen Unterschiede nicht so gewaltig groß, dass man denkt, man sei in einer komplett anderen Welt.

Vor allem in einer Großstadt wie Tianjin, die sich so rasant entwickelt hat, dass wenig von ihrem ursprünglichen Charakter übrig geblieben ist.

Aber wenn man ein bisschen einzutauchen bereit ist, findet man an jeder Straßenecke Dinge, die eben doch so völlig (und sehr erfrischend) anders sind als bei uns.

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Nun haben wir in der letzten Woche Qingdao besucht, eine Küstenstadt, die ehemals deutsche Kolonie war -- und meine Herren, so gut es mir dort auch gefallen hat, ich war in meinem Leben noch nie so verwirrt wie dort.

Denn egal um welche Straßenecke wir gerade bogen -- es hat uns immer an irgendetwas erinnert, aber nur selten an China:

Ein bisschen an die Nordsee.

(Aber nicht wirklich. Weil: ein bisschen wie Jesolo war's auch. Aber nicht ganz).

Manche Häuser an Waldkirch (Breisgau), einige Straßen an die Eggenberger Allee und den Plattenweg in Graz, und die kleinen verwinkelten Gassen in den Hügeln an Norditalien.

Und dazwischen immer wieder das pralle China -- die kleinen Nudelrestaurants, die Fische, die am Straßenrand zum Trocknen lagen, die kleinen Geschäfte, und natürlich die ein oder andere Pagode, die es zu sehen gab.

Dazwischen aber viel deutsche Architektur, die noch aus der Zeit der deutschen Konzession stammen. Und immer wieder Häuser, die genauso gut in Süddeutschland oder Österreich stehen könnten.

Aber nicht abgekupfert, sondern der Stadtkern ist aufgrund seiner speziellen Geschichte eben so gewachsen.

Es ist in China soundso oft so, dass man momentan grad nicht so genau weiß, wo man eigentlich ist...

Aber so ist China eben auch!

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Hier eine rein zufällige Auswahl, die längst nicht alle Eindrücke wiedergibt:


Allein das Ankommen war ein Gefühl von Abenteuer -- war ja schließlich das erste Mal, das ich ganz alleine mit den Kindern in eine ganz fremde Stadt in China gefahren bin. 

Beim Rauskommen hatte ich das gleiche Gefühl wie damals als ich zum ersten Mal aus dem Bahnhof von Tianjin kam und auf die Stadt schaute: aufgeregt und erwartungsfroh.

Der Bahnhof liegt ganz in der Nähe der Strandpromenade, und so konnten wir (auf unserer Suche nach einem Taxi) schon ein bisschen herumspazieren und erste Eindrücke genießen.


Ein Taxi haben wir aber nicht gefunden -- Taxi-Streik. 

Dank der Hilfe einiger freundlicher Mitmenschen konnten wir dann endlich die richtige Busverbindung finden, um in unsere Jugendherberge (am anderen Ende der Stadt, eh klar) zu fahren.



 Dem Mo hat die Jugendherberge deutlich besser gefallen als das Hutong Hotel in Beijing, während ich nicht so ganz begeistert war. Obwohl ich hinterher gesehen habe, dass wir mit dem Familienzimmer eh Glück hatten, die anderen Zimmer waren...

Na ja. Lassen wir das.

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Dafür war es zum Strand nicht weit.


Überhaupt haben wir uns viel am Wasser aufhalten können, denn das gab es ja quasi überall, :-).

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Lustigerweise wundern sich meine Kinder immer, warum die Chinesen sie so oft fotografieren wollen...


Besonders den Mo hat's diesmal wirklich oft erwischt, :-).


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Zufällig am Straßenrand dieses Café mit dem besten Chocolate Cake ever entdeckt...



Und ja. So einen guten Melange könnte man auch in Österreich bekommen.

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Des hier war total krass: 

Dieser heftige was-auch-immer-für-ein-Stil-Klotz...


... direkt neben diesem leichten chinesischen Gebäude...


... welches im übringen eine abgefahrene Ausstellung junger Schüler/innen zeigte:


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Völlig sprachlos beim Anblick dieser Prachtvilla, die der deutsche Gouverneur sich Anfang des 20. Jahrhunderts am Hügel hat errichten lassen:




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Auch die evangelische Kirche sehr imposant. 

Und sollte man sich fragen, ob man überhaupt noch in China ist, hier ein kleiner unauffälliger Hinweis:



Paare, die für Hochzeitsfotos posieren. 

Überall. 

DAS ist definitiv China wie es leibt und lebt.

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Random Impressions:






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Und hier noch zwei Lieblingsfotos:


Ein genialeres TukTuk-Gefährt habe ich vorher noch nie gesehen, :-).

Und eines meiner Lieblingsfotos aus Qingdao:


Oben am Hügel die Prachtvilla. unten der kleine Platz und Beginn des Aufstieges zu den kleinen engen und sehr atmosphärischen Gassen.

Genau da hatte ich das perfekte Ferien-Gefühl, :-).

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Man muss Qingdao nicht unbedingt gesehen haben. Aber wenn man die Chance hat, dann sollte man es auch nicht auslassen.

Ich würde jedenfalls noch mal hinfahren, mir hat's total gut gefallen, insbesondere dieser verwirrende Mix, wo für jeden etwas dabei ist.

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Habt einen schönen Wochenanfang!

So long,
Corinna


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Liebe Frau_Mahlzahn!

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