30.04.16

Große Schwester, kleine Schwester...




Große Schwester, kleine Schwester.

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Ich kämpfe weiter mit dem Chinesischen, obwohl es inzwischen immer besser klappt. 

Mit Zhì, dem (ich erwähnte es mehrmals) weltbesten und vor allem geduldigsten Fahrer, unterhalte ich mich fast nur noch auf Chinesisch.

Wobei unsere Gespräche zugegebenermaßen nicht sonderlich philosophisch sind... 

Manchmal hilft er mir auch bei den Hausaufgaben für die Uni, und ich muss sagen: 

Wenn er es mir erklärt, dann verstehe ich es auch besser als wenn's die Professorin an der Uni tut.

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Kürzlich kam mir aber eine andere sprachliche Hürde unter als die der Eloquenz.

Die kulturelle.

Es gibt einfach Redewendungen und Ausdrücke, über die ich mich nicht drüber traue, weil sie mir kulturell so fremd sind.

Zum Beispiel ist es hier üblich (und höflich), auch Fremde mit Verwandtschaftsbezeichnungen anzusprechen.

Kinder nennen ältere Frauen zum Beispiel Ayi (Tantchen) und eine junge Frau, die ich kürzlich kennengelernt habe, nennt mich JieJie (ältere Schwester).

Menschen, die älter sind als man selber, darf man mit DaGe (großer Bruder) oder DaJie (große Schwester) ansprechen.

"Ehrlich?", fragte ich Zhì erstaunt, "ich dürfte den freundlichen Hausbesorger in unserer Straße mit DaGe ansprechen, und das wäre höflich?"

"Ja," antwortete Zhì, "das wäre höflich."

Ich meine, ich kann mich ja daran gewöhnen, dass wir uns an der Uni mit "Pengyou" (Freund) ansprechen, wenn wir den Namen des anderen nicht kennen, aber einen Fremden oder nur wenig Bekannten als großer Bruder oder große Schwester anzusprechen, kommt mir wirklich extrem fremd vor.

Andererseits gefällt mir, dass man mit dieser Anrede gleichzeitig einen Vertrauensvorschuss gibt... 

Bin mal gespannt, ob ich mich jemals so wohl mit der Sprache fühlen werde, dass mir auch das mühelos über die Lippen kommt...

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Euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna




17.04.16

Guilty parties, fuck this life!



Wir Westler haben schon eine gewisse Neigung zur Arroganz -- und besonders deutlich wird das, wenn wir uns über die (oft vermeintlich) englischsprachigen Aufdrucke auf T-Shirts oder Plakaten lustig machen.

Davon gibt es wirklich viele hier und nicht selten steht das hanebüchender Unfug drauf muss da wohl jemand lost in translation gewesen sein...

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Gelegentlich lache ich mit, meistens denke ich aber, was soll's, immerhin versuchen sie es.

Aber jetzt ist mir doch mal tatsächlich eine Jacke mit Aufduck untergekommen, bei der ich spontan dachte:

Krass, :-)



Will auch so eine Jacke, :-).

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Außerdem:


Wenn der Postmann zwei Mal klingelt...

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Kürzlich musste ich mal einen ausgebrannten NinBot, also so ein elektronisches Einrad, zum Hersteller zurück schicken*.  Zhì, der beste und (ich erwähnte es bereits) geduldigste Fahrer der Welt kam extra angereist, um mir dabei zu helfen, befand aber, dass das Teil zu groß, der Karton nicht passend und es ohnehin zu kompliziert sei, es erst zur Post zu fahren.

Besser, meinte er, solle doch die Post zu uns kommen.

Wenige Minuten später kam tatsächlich ein kleines TukTuk angefahren, und lud sich das Teil hinten auf den Gepäckträger... 

Ein toller Service, der mich übrigens gerade mal 50 Kuai, also ca 6,80 Euro, gekostet hat.

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Euch wünsche ich einen schönen Restsonntag, unserer neigt sich leider langsam schon dem Ende zu.

So long,
Corinna

*Wie es dazu gekommen ist, wäre eigentlich mal eine wirklich lustige Geschichte, die einen eigenen Blog-Eintrag wert wäre... Typisch Familie Mahlzahn halt.

15.04.16

Welcome to China, :-)


Kürzlich wieder eines dieser Erlebnisse gehabt, wie man sie auch nur in China haben kann...

Stand -- übrigens ziemlich missmutig, also alles andere als strahlend -- morgens an der Busstation, als eine junge Frau, Typ Girlie, aus einem der ankommenden Busse stieg, mich sah, fröhlich anlächelte und Hallo sagte.

Höflich grüßte ich zurück und versuchte die junge Frau irgendwo einzuordnen, denn mir schien, ich hätte sie irgend woher kennen sollen...

Erst ging die Frau weiter, doch keine zehn Sekunden später stand sie neben mir und fragte nach meiner Telefonnummer...

Äh, ja...

Das passiert schon mal häufiger, also kein Problem, kann sie gerne haben.

Sie dankte freundlich und ging wieder...

...

...

...

... nur um doch noch mal auf mich zugesprungen zu kommen und zu fragen, ob wir ein gemeinsames Selfie machen könnten...

Auch das passiert häufiger, und auch wenn es mich immer wieder verwundert, mache ich gerne mit.

Darüber freute sie sich so sehr, dass sie mir zum Abschied noch einen dicken Schmatzer auf die Wange drückte...

...

...

...

...

...

...

...

...

Ich nehme an, Eure Reaktion ist jetzt genauso wie die der meisten anderen, denen ich es erzählt habe:

Geht ja gar nicht!

Aber es war tatsächlich sehr nett und die junge Frau so offen und fröhlich, dass ich mich wirklich über die Begegnung gefreut habe.

(Ich mag impulsive Menschen).

Euch wünsche ich einen schönen Start ins Wochenende!

So long,
Corinna

01.04.16

Chinesisch lernt man am ehesten im Taxi


Chinesisch, sagen die Expats, die schon ewig hier leben und die Sprache fließend sprechen, lernt man am ehesten im Taxi.

Und ich beginne, daran zu glauben.

Nachdem ich am Anfang ein leicht unangenehmes Erlebnis beim Taxi fahren hatte, hatte ich mich ewig nicht mehr getraut, alleine ins Taxi zu steigen.

Heute lache ich drüber, denn, meine Herren, ich hab' damals auch so ziemlich alles falsch gemacht, was falsch zu machen geht, und angekommen bin ich am Ende soundso.

Jedenfalls bin ich monatelang lieber stundenlang mit den Öffis unterwegs gewesen, als Taxi zu fahren.

Und die Öffis sind soundso lustig, man kommt in Tianjin wirklich leicht und preiswert herum, und kann unterwegs Leute bestaunen und ihren Gesprächen zuhören.

Bildungsreise für Anfänger, sozusagen.

Mittlerweile bin ich ja schon fortgeschritten und fahre wieder gerne Taxi.

(Kostet zwar mehr als die Öffis, aber immer noch fast nix).

Wenn man Glück hat, erwischt man auch einen neugierigen Taxifahrer, der sich gerne unterhalten möchte.

Und die meisten sind so freundlich, nur das zu fragen, was ich eh verstehe und worauf ich auch gut antworten kann.

Und in den letzten Tagen ist es auch ganz häufig passiert, dass ich spontan und ohne viel nachzudenken antworten konnte.

Nur beim Taxifahrer gestern, der wissen wollte, wann bei uns das Rentnenalter beginnt, war es noch ein wenig holprig...

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Heute an der Uni auch mal wieder ein Erfolgserlebnis gehabt: nachdem ich durch so ziemlich alle Prüfungen gefallen bin, die wir bisher hatten, haben wir heute lustige Rollenspiele gemacht, und ich konnte relativ spontan drauflos plappern.

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Am Anfang kam mir Chinesisch wie ein Buch mit sieben Siegeln vor, und ich habe mich überhaupt nicht einhören können.

Mittlerweile gefällt mir die Sprache wirklich gut und ich finde sie sogar ziemlich schön.

(Wenn nur die ganzen Schriftzeichen nicht wären...)

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Euch wünsche ich ein schönes Wochenende, das bei uns schon begonnen hat!

So long,
Corinna

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