17.09.17

Go, Phoenix!


In Shanghai gibt es eine unglaublich große Auswahl an Schulen, und die, für die wir uns letztlich entschieden haben, ist eine amerikanische "internationale" Schule -- von allen, die wir uns angeschaut hatten, schien sie uns die ansprechendste.

(Entweder waren die anderen Schulen zu weit weg, haben den Kindern nicht gefallen, wirkten zu steif oder zu unpersönlich. Eine britische Schule wollten wir nicht, und die deutsche Schule wäre zwar die einfachste Option gewesen, aber dann hätten die Kinder ihr Englisch wieder verloren -- besonders Minka spricht inzwischen fließend und nahezu akzentfrei).

 Aber ich muss doch sagen, der Kulturschock war dann doch bei weitem größer als der von vor drei Jahren, als wir nach China kamen...

Noch dazu ist es eine christliche Schule, und der gelebte Glaube ist hier, wie soll ich sagen... etwas lauter (und vereinzelt auch etwas fundamentalistischer) als wir es gewohnt sind.

Besonders der Mo hatte so schon die ein oder andere interessante Begegnung, die ihn etwas stirnrunzelnd zurück ließ -- für interessante Gespräche beim Abendessen ist also gesorgt.

Und natürlich der Sport!

Der wird an dieser Schule wirklich groß geschrieben!

Kürzlich an einer der Außenfassaden der Schule:


Der Mo hat sich dem Volleyball-Team angeschlossen, was wesentlich dazu beigetragen hat, dass er sich an der Schule schnell wohlgefühlt hat.


Und meine Herren, sie trainieren wirklich viel, so inklusive Krafttraining und so, und nach nur zwei Wochen war es ihm das viele Training auch wirklich anzusehen!

(Ein wirklich fescher Kerl, so unter uns gesagt).

Minka spielt derweil Fußball an der Schule und geht einmal in der Woche zum Gymnastik-Training.

Ich bin also ständig damit beschäftigt, Sportklamotten zu waschen...

So ganz normal halt.

****

Aber wie gesagt, der Kulturschock...

Die überwiegende Mehrheit der Westler an der Schule kommt nicht nur aus den USA, sondern sogar fast alle aus dem Mittleren Westen.

Und wenn ich mal einen Amerikaner kennen lerne, der nicht aus Michigan sondern aus einem anderen Staat kommt, finde ich das fast schon exotisch.

Und fast alle wohnen in unmittelbarer Nachbarschaft der Schule -- eine Seifenblase, die so überhaupt nichts mit China zu tun hat.

Mir fehlt da manchmal der Abenteuergeist, sich auch mal außerhalb der Bubble zu bewegen, aber wie mich kürzlich jemand erinnerte, sind viele zum ersten Mal für längere Zeit im Ausland... und die Seifenblase ist immer noch in China. 

("The bubble is still in China.")

Stimmt.

Und immerhin waren die Menschen, die ich bisher kennen lernen durfte, waren bisher ausnahmslos nett.

Was mich am meisten beeindruckt, ist die Energie, mit der sie die Dinge angehen.

Obwohl viele zum ersten Mal in China sind, sind sie extrem gut organisiert und durchgetacktet, sie verlieren einfach keine Zeit.

Einer neuen amerikanischen Bekannten, die erst einige Wochen hier ist, riet ich zum Beispiel, wenn sie vorhabe, richtig Chinesisch zu lernen, solle sie die Schriftzeichen von Anfang an mitlernen....

Und -- tschaka! -- sie kann schon einige Sätze schreiben.

Wir waren da damals definitiv träger gechillter, als wir nach China gekommen sind...

****

Mutze hat mittlerweile mit ihrem Chinesisch-Studium begonnen, und findet Shanghai soundso echt klasse.

Während der arme Mo Latein lernen muss (damit er problemlos in seine alte Schule in Österreich zurück kann), lernt auch Minka jetzt fleißig Chinesisch in der Schule und ich bin echt neidisch, wie gut ihre Aussprache ist.

Ich habe mich auch wieder an einer Uni angeschrieben, bin aber im Moment noch nicht so begeistert vom Unterricht. Wo sie an der Nankai Universität in Tianjin viel zu schnell unterwegs waren, geht es hier eher im Schneckentempo.

Was allerdings nicht heißt, dass mein Chinesisch mittlerweile besser wäre, ich stammele immer noch vor mich hin.

Aber es macht viel Spaß, zu versuchen mich durch zu schlagen und ich finde immer noch, dass man einfach mehr erlebt, wenn man sich in der Landessprache unterhalten kann.

****

Euch wünsche ich ein schönes Restwochenende!

So long,
Corinna

01.09.17

Hobby-Anarchisten


Hola, dahinten an der Kreuzung scheint es die Polizei ja tatsächlich ernst zu meinen, denn neben den regulären Verkehrspolizisten haben sie jetzt auch an jeder Ecke Uniformierte stationiert, die peinlich genau darauf achten, dass sich alle an die Regeln halten.

Wobei "uniformiert" ein weit gefasster Begriff ist, denn das ist man in China bald einmal.

Die, die da an der Ecke stehen, dürften jedenfalls so ziemlich gar keine Befugnisse haben.

Trotzdem kann ich die Bemühungen wirklich nur begrüßen.

Denn obwohl der Verkehr auf der Pudong-Seite Shanghais im Vergleich zu Tianjin wirklich zahm ist, ist es trotzdem kein Vergnügen, sich mitten im Berufsverkehr mit dem Fahrrad durchzuschlängeln.

Da aber die meisten Chinesen im Grunde ihres Herzens "Hobby-Anarchisten"* sind, wird es wohl mehr als ein paar Verkehrspolizisten brauchen, um sie dazu zu bewegen, sich an die Verkehrsregeln zu halten.

Gestern beobachtete ich (an der Ampel brav vor der weißen Linie haltend), wie einer der Uniformierten eine ältere Dame anwies, es mir gleich zu tun. Was sie völlig ignorierte und ihr Fahrrad einfach weiter in die Kreuzung hinein schob.

Der Uniformierte rief ihr noch ein, zwei Mal zu, sie solle stehenbleiben, als sie aber schließlich einfach nur über den Gehweg auswich, meinte er auch nur:

"Hao de."

(Okay.)

Als die Ampel dann endlich auch für mich Grün wurde und er mir freundlich zunickte, dass ich nun fahren dürfe... bin ich trotzdem noch von Rechts- und Linksabbiegern geschnitten worden, ganz zu schweigen von den Autofahrern, die einfach knapp vor mir zum Parken an den Straßenrand einscherten... 

Lustig war der Autofahrer, der aus einer Einfahrt kam und mir den Weg abschnitt. Als ich ihm ziemlich genervt "go! go! go!" zurief, um wenigstens vor lauter Langsamerwerden nicht vom Rad zu fallen, hielt er einfach mitten im Weg an und schaute sich irritiert in alle Richtungen um...

"Go" hört sich nämlich genauso an wie gou ... also Hund.

Oups.

Mein Fehler, :-).

Richtig erfreulich ist auf unserer Seite Shanghais, dass es auf den großen Straßen Radwege gibt, die wirklich nur Zweirädern vorbehalten sind.

Also, Zweirädern und dem gelegentlichen Fußgänger, dem sowieso alles egal ist.

(Das war in Tianjin nicht so, da haben die Autofahrer die Fahrradwege gerne mal als zusätzlichen Rechtsabbieger- oder Überholstreifen zweckentfremdet).

Aber auch auf den Radwegen geht es während des Berufsverkehrs wirklich extrem wild zu, da wird links und rechts überholt, sich in jede Lücke geschlängelt und gegen den Strom gefahren... 

Der Vorteil ist aber, dass man garantiert hellwach ist, wenn man am Ziel ankommt, :-).

****

Euch wünsche ich einen schönen Freutag!

So long,
Corinna

*So bezeichnet in meinem Shanghai-Reiseführer "Shanghai: Zeit für das Beste" von Jochen Klein und Christoph Mohr. Den ich übrigens für Reisen nach Shanghai durchaus empfehlen kann.

30.08.17

The Bubble


"Es ist nahezu lächerlich," sagt eine neue Bekannte beim gemeinsamen Mittagessen in einem In-Lokal, "was für eine falsche Vorstellung die Chinesen davon haben, wie reich wir Expats angeblich sind."

...

...

Na ja, denke ich mir und schaue etwas betreten auf meinen Teller, eigentlich auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass allein mein Menu ungefähr vier Mal so viel kostet wie die Kellnerin vermutlich in der Stunde verdient...

Man muss hier im Allgemeinen -- und in Shanghai im Besonderen -- wirklich sehr aufpassen, dass man den Blick für die Relationen nicht verliert.

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

25.08.17

Shen me?


Shen me?

Was? Wie bitte?

Da hat mich doch heute glatt ein Verkehrspolizist beflegelt höflich angetrillert und mich mit meinem Fahrrad vom Linksabbiegerstreifen verscheucht!

Dabei hatte ich mich doch perfekt an die, äh, ... deutschen Verkehrsregeln gehalten.

Also, ich meine, mal so überhaupt an Regeln. 

Und dann sogar an welche, mit denen ich weitaus sicherer unterwegs gewesen wäre, als mit den chinesischen, bei denen die Radfahrer in der Hierarchie zwar ganz knapp über den Fußgängern, aber definitiv immer noch am ganz unteren Ende stehen.

Aber meine Herren, heute waren sie auch wirklich streng!

Sie haben sogar einen Moped-Fahrer dazu gezwungen, abzusteigen und sein Moped über Straße zu schieben... 

(Ich war zu dem Zeitpunkt eh schon schlauer und wusste, dass die Polizei es heute wirklich ernst meint).

Dabei ist der Verkehr in Shanghai eh recht zahm, jedenfalls verglichen mit Beijing und Tianjin, und ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, dass man hier nahezu stressfrei im Straßenverkehr unterwegs sein kann, :-).

****

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna

22.08.17

Small talk im Hause Mahlzahn


Mutze und der Mo sitzen abends um den Fernseher versammelt und während sie mit einem Auge auf den Bildschirm schauen, plaudern sie munter vor sich hin.

Thema ist ein Film, dessen Namen sie vergessen haben.

Mutze: Du weißt schon, der Film, wo zwei versuchen einen Porno zu drehen.
Mo: Ach, Du meinst Ma's Lieblingsfilm?

...

...

...

...

Flööööööt.

(Allerdings meinte der Mo "Love Actually". Den Namen von dem, über den Mutze sprach, wissen wir immer noch nicht).

So long,
Corinna

18.08.17

Shanghai


Nach einem langen Sommer sind wir nun in Shanghai angekommen, die Wohnung ist bis auf ein paar Kleinigkeiten eingerichtet, und Minka und der Mo hatten vorgestern ihren ersten Schultag an ihrer neuen Schule.

Der Abschied von Tianjin ist uns schwer gefallen, jetzt sind wir aber auch sehr gespannt auf unser neues Abenteuer -- insbesondere in einer Stadt, die einerseits zwar mega modern und international ist (hier gibt es so viele Expats, dass man sich gegenseitig schon gar nicht mehr wahr nimmt), anderseits aber auch noch sehr viele kleine Schätze chinesischen Alltagslebens zu bieten hat.

Wie zum Beispiel die kleinen, engen Gassen in der Nähe der Innenstadt, von denen mir noch unklar ist, ob sie nun Nòng Táng oder Lòng Táng heißen.

So oder so, sie laden wirklich perfekt dazu ein, sich in ihnen zu verlieren und das ganz normale Leben der kleinen Nachbarschaften auf sich einwirken zu lassen.

Im...




und um den Konfuzius Tempel herum:








Auch das moderne Leben hat in den kleinen Gassen mächtig aufgeholt, wir haben eine ganze Manga-Zeile gefunden:


Die Weihnachtsgeschenke für ein Drittel unserer Kinder sind also schon mal gesichert, haha.

****

Über unserer Abschied aus Tianjin und unsere neue Wohnung in Shanghai schreibe ich ein anderes Mal, jetzt mag ich erst mal ankommen, Gedanken sortieren und mich mitten in die Sache stürzen, ;-).

Euch wünsche ich einen schönen Freitag und dann ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna

24.06.17

A different kind of normal -- das andere Normal


Gerade beim Aufräumen meines Laptops gefunden: ein kleiner Aufsatz über China, den ich letztes Jahr für unser Pfarrblatt geschrieben habe.

Sollte ich es schon mal gepostet haben, bitte ich um Verzeihung.

A different kind of normal – das andere „Normal“*

Unser zweites Jahr in China neigt sich dem Ende zu, und alles was uns am Anfang fremd und ungewöhnlich erschien, ist mittlerweile zum Alltag geworden. Auch wenn einiges viel, viel anstrengender ist als im beschaulichen Österreich – die vielen Menschen, der Lärm, das ständige Autohupen, der tägliche Überlebenskampf beim Überqueren einer großen Straße – ist es hier in vielerlei Hinsicht auch erfrischend unkompliziert und entspannt.

Die Menschen in Tianjin erscheinen mir trotz der Betonwüste und der Menschenmassen erstaunlich ausgeglichen und gelassen. In den Parks sieht man vor allem ältere Menschen, die die Grünzonen für ihren Früh- und Abendsport nutzen, oder sich zum Musizieren zusammenfinden. Nicht alle sind Virtuosen, aber sie haben Spaß, und es finden sich immer genügend Leute, die gerne dabei stehen und zuhören. An vielen Straßenecken sitzen Menschen zusammen und spielen chinesisches Schach oder Karten, immer umringt von einer Traube Zuschauer, die das Spiel kommentieren. Über die Mittagszeit sieht man überall Arbeiter, die sich in den Schatten legen und einen Mittagsschlaf halten. Schlafen können die Menschen hier sowieso überall. Für uns unvorstellbar, da wir Schlaf für etwas Privates und Schlafen auf einer Parkbank für asozial halten, aber hier ist es einfach nur normal.

Mittags und Abends tauchen überall kleine fahrbare Küchen auf, an denen man für wenig Geld essen kann, und das Gesundheitsamt hätte viel zu tun, sie alle zu überprüfen. Manchmal mag die Hygiene wirklich etwas zweifelhaft sein, aber es schmeckt köstlich. So genau möchte ich gar nicht wissen, wie es in den Küchen meiner liebsten Nudelläden aussieht, denn dann könnte ich vielleicht das Essen nicht mehr genießen. Und das schmeckt nun mal gerade in den kleinen Läden am besten, die auf den ersten Blick nicht so vertrauenserweckend wirken.

Auch die Markthalle in unserer Nachbarschaft ist auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig –  vor allem die Stände an denen Fleisch verkauft wird, denn das hat mit unseren Hygienebestimmungen wirklich wenig gemeinsam. Aber manchmal ist es doch allemal praktischer als erst quer durch die halbe 15 Millionen Stadt zu fahren, um das Fleisch in einem großen Supermarkt zu kaufen, von dem ich auch nicht weiß, wie es hinten im Schlachtraum aussieht. Dafür sind die Fische am Fischstand wirklich frisch. Das weiß ich, weil schon mehr als einmal ein Fisch aus dem Becken und mir direkt vor die Füße gesprungen ist. Direkt neben dem Fischstand ist übrigens eine Zahnarzt“praxis“, der Behandlungsraum sozusagen mitten in der Auslage. Um den Zahnarzt scheinen aber nicht nur wir einen großen Bogen zu machen, denn wir haben dort noch nie einen Patienten gesehen.

Sicherheitsfanatiker sind Chinesen sicher keine. Überall gibt es Stolperfallen, funktionierende Gurte in Taxis sind meistens Fehlanzeige, das Verkehrsverhalten der Auto- und Radfahrer ist eher … spontan, und der Mut der Arbeiter und vor allem der Fensterputzer bewundernswert. Aus westlicher Sicht geht manches gar nicht. Aber in China geht es eben doch, ohne dass gleich Tausende von Vorkehrungen getroffen werden oder irgendwelche Sicherheitsexperten auf der Matte stehen.

Das kann man natürlich so oder so sehen. Mir hat es jedenfalls schon in mindestens zwei im wahrsten Sinne des Wortes „brenzligen“ Situation sehr geholfen, dass sie komplikationslos und ohne größeren Ärger geregelt werden konnten. Das sind aber alles Anekdoten für sich, über die wir sicher später noch oft lachen werden. Genauso, wie ich jetzt mit meinen chinesischen Freunden darüber lache, dass ich mich Anfang kaum getraut habe, eine Straße zu überqueren, aber jetzt oft noch schneller als die anderen Fußgänger an der anderen Straßenseite ankomme.

*Ganz allein meins.

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Euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna

22.06.17

Asia Challenge: Mit den besten Reisebegleitern unterwegs in Japan

Reisemuffel, die wir in Europa waren, hat uns hier in Asien die Reiselust gepackt.


Während der arme LV noch im Büro brüten mussten, nutzten die Kinder und ich die erste Ferienwoche für eine langersehnte Reise nach Japan.

Wa Sai!

Zum ersten Mal alleine mit den Kindern außerhalb Chinas unterwegs!


Die besten Reisebegleiter ever!

Vor allem Mutze und der Mo hatten sich diese Reise sehr gewünscht, und so beschränkten sich meine Vorbereitungen auf das Organisieren der Flüge, Zugtickets und Unterkünfte.

Den Rest der Planung übernahm Mutze und wir mussten ihr im Grunde genommen nur folgen.

(Sehr angenehm, so reise ich gerne öfter, :-).).

Weil wir aber nur sechs Tage Zeit hatten, musste es leider bei zweieinhalb Tagen Tokio und dreieinhalb Tagen Kyoto bleiben.

Eine echte Challenge war es aber nicht, denn Japan ist ein sehr angenehmes Reiseland und leicht zu navigieren.

Und zum Glück -- weil: when in China, study... Japanese -- hatte Minka ja auch ihr Vokabelheft dabei und konnte zur Not aushelfen.


Viele Bilder haben wir aber nicht gemacht, deshalb nur ein paar kleine Einblicke!




Über das Geschäft 6%DokiDoki hatte der Mo im Internet gelesen und wollte es unbedingt mal sehen. Und, ja, es war die Reise wert -- man durfte drinnen nicht fotografieren, aber ohnehin könnte kein Bild dem, was es dort zu sehen gab, gerecht werden. Finden jedenfalls wir Landeier, die so etwas noch nie im Leben gesehen hatten.

Das Einkaufsviertel, in dem sich das 6%DokiDoki befindet, ist eh echt cool, dort hat es vor allem dem Mo am allerbesten gefallen.

Aber die Manga-Meile war natürlich auch nicht schlecht...


Geschäfte und Geschäfte, und Etagen und Etagen voll von Mangas -- zu Mo's Leidwesen das meiste aber eher "Plastik"-Mangas, eher so für die breite Masse, wenig Insider-Mangas, wie er sich das so vorgestellt hätte.

...

...

...

"Gott sei Dank," sagte Mutze, als ich ein wenig abwesend durch die Gänge schlenderte, "ist Minka grad nicht da."

Und ich so ganz dumm: "Wieso?"

...

...

...



Es gibt tatsächlich Porn-Mangas!

Und Leute, die sie kaufen.

Ich war schlichtweg begeistert, das war ja mal krass.

(Landei, sag ich ja).

****

Natürlich haben wir auch reichlich Tempel gesehen, sowohl in Tokio als auch in Kyoto.




Wobei ich noch nie an einem schöneren (hier aber bildlosen) Ort war wie dem Nanzen-Ji Tempel in Kyoto!

So schön, so ruhig, so angenehm.

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Unser Ferienhäuschen in Kyoto, in einem sehr angenehmen Viertel, von dem man viel zu Fuß machen konnte, alles andere war leicht mit den Öffis zu erreichen.

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Anni hatte schon Sorge, dass sie in Kyoto außer Tempeln nichts würde zu sehen bekommen, aber zum Glück hat die Stadt noch so viel mehr zu bieten, den Affen-Park, zum Beispiel, der uns allen Freude gemacht hat...


... und das Aquarium:




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Die einzig echte Herausforderung in Japan: drei ewig hungrige Kinder satt zu bekommen, denn Japan ist beileibe nicht preiswert. Und das japanische Essen ja nicht unbedingt jedermanns Sache. Die Kinder sind dafür aber wirklich IMMER hungrig!






Aber zum Glück ist ja wenigstens Mutze...




... immer sehr experimentierfreudig:


:-).

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Erwähnte ich schon, dass wir auch unglaublich viele Tempel gesehen haben, einer schöner als der andere?

Äh, ja, haben wir. 

Aber ich wüsste wirklich nicht, welche Bilder ich aussuchen sollte, die waren einfach alle wirklich, wirklich schön!

Es war vielleicht nicht unsere spannendste und aufregendste Reise, die wir je gemacht haben, doch definitiv eine der schöneren, und wir wollen unbedingt noch mal nach Japan!

****

Die Kinder genießen mittlerweile schon ihren Sommer in Europa, während ich hier das Haus entrümpele -- unglaublich was sich in drei Jahren so ansammelt, ich weiß gar nicht, wie viele Müllsäcke ich schon rausgeschleppt habe -- nächste Woche kommen schon die Möbelpacker!

Von unserer Wohnung (also eigentlich eher von unserer Villa in einem Mehrfamilienhaus) in Shanghai und den Qualen, sie zu finden, erzähle ich dann ein anderes Mal -- das war ja mal ein Erlebnis, meine Herren!

****

Euch wünsche ich noch eine schöne Restwoche!

So long,
Corinna

10.06.17

Und dann...


... 

gibt es ja noch das zu erzählen!

photo courtesy of Frances Tschoepel / International School of Tianjin

Die Abschlusszeremonie der Abschlussklasse 2017 der International School of Tianjin.

Ein Waldspaziergang war der International Baccalaureate Studiengang sicher nicht -- in den Worten einer Klassenkameradin:

"Ich würde lieber zwei Mal sterben, als das IB noch einmal machen zu müssen!"

(Wir -- die SchülerInnen und Eltern -- konnten nicht anders, als herzhaft zuzustimmen).

Aber die Arbeit und der Einsatz haben sich gelohnt, und was unsere jungen Erwachsenen akademisch sowohl geleistet als auch gelernt haben, ist unübertroffen.

(Mutzes Abschlussworte: "Ich möchte meinem Mathe-Lehrer und meiner Physik-Lehrerin für ihre unermüdliche Geduld danken, und sagen: es tut mir wirklich, wirklich, wirklich leid!")

Die zwei Klassenbesten waren auserwählt, Reden zu halten -- und ich möchte mich von Herzen bei ihnen für die humorvollen Reden bedanken, die voll der Anerkennung füreinander und ihrer gemeinsamen Leistung waren und betonten, dass jeder und jede einzelne von ihnen bewundernswerte Stärken und Talente habe. 

Es war, wie Ihr Euch vorstellen könnt, ein sehr emotionaler aber auch wunderschöner Tag für alle!

Man kann ja von dem amerikanischen TamTam um die Graduation mit Talaren, Reden, Urkunden und so weiter halten was man möchte, aber es war ein würdevoller Abschluss voll der Anerkennung der Leistung, die die Schüler und Schülerinnen erbracht haben!

Sie können stolz auf sich sein und werden diese Energie und diesen "sense of achievement" sicher mit in ihren nächsten Lebensabschnitt nehmen.

Alles kann gelingen!

****

Während wir hier die Koffer für unsere nächste Asia Challenge packen, wünsche ich Euch ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna

05.06.17

Im Auto unterwegs....


Unsere Zeit in Tianjin nähert sich dem Ende, und diese Stadt -- die weder die interessanteste noch die schönste unter Gottes weiter Sonne ist, die mir aber drei schöne Jahre lang immer das Gefühl gegeben hat, herzlich willkommen zu sein -- macht mir das schönste Abschiedsgeschenk ever

Die besten Taxi-Fahrten!

Ich kann mich noch gut an meine ersten Taxi-Abenteuer erinnern, damals konnte ich noch kein Chinesisch, fühlte mich absolut hilflos, und bin monatelang lieber stundenlang mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, als noch einmal freiwillig alleine in ein Taxi zu steigen.

Heute lache ich natürlich darüber, denn so schlimm, wie es mir damals vorkam, war es natürlich nicht, sondern eher:

...

...

...

"normal".

Als mein Chinesisch besser wurde, ging auch das Taxi fahren wieder, wurde aber bald ziemlich fad, denn selten ist etwas spannendes passiert.

(Bis auf das eine Mal, wo mich ein Fahrer charmant beflirtet und zum Abschied abgebusselt hat).

Schön war allerdings, dass ich so vielen Taxi-Fahrern allein damit eine Freude machen konnte, aus Österreich zu kommen -- schon hellte sich ihr Gesicht auf und sie begannen zu singen.

...

Aber jetzt, in den letzten Wochen unserer Zeit in Tianjin darf ich noch mal die herrlichsten Erlebnisse haben:

Taxi-Fahrer, die genauso wenig wissen wie ich -- oder das Navi! -- wo's lang geht. 

Oder die, die sagen, dass sie den Weg eh kennen, die eindrucksvollsten Schleichwege nehmen, wo ich mich dann nimmer gescheit auskenne -- und mir dann vorwerfen, ich hätte doch gesagt, ich wüsste, wie man fahren muss, oder dass ich ihnen den Weg falsch angesagt hätte.

Herrlich!!!

Das allerbeste war aber der Rennfahrer letztens, der mich zu einer Grillparty bringen sollte, und mich und das Bier, das ich bei mir hatte, so durchschüttelte, dass ich bei der Party alle warnen musste, die Dosen besser nicht zu öffnen...

Nur wenige Tage später war ich mittags zu einer Zeit unterwegs, zu der man nur schwer ein Taxi findet, als mich ein Taxi-Fahrer zu sich winkte und mich vorne einsteigen ließ...

...

...

...

Vorne, denn hinten saß schon ein Fahrgast, den er nur noch eben schnell nach Hause bringen wolle, bevor er mich an meinen Zielort bringe.

Es wurde zwar ein stattlicher Umweg, aber ein besonderer, denn der Taxi-Fahrer war niemand anderes als mein Rennfahrer!

Dabei heißt es immer, dass es in einer 15 Millionen-Stadt wie Tianjin mit gefühlten zehntausenden Taxi-Fahrern niemals passieren würde, zwei Mal den selben Fahrer zu erwischen!

Und noch dazu haben wir uns die ganze Zeit wirklich nett unterhalten.

****

Und dann ist da natürlich noch Zhì, der weltbeste und vor allem geduldigste Fahrer!

Vor zweieinhalb Jahren, als wir uns noch an ihn und an das expat-seifenblasige Konzept, überhaupt einen Fahrer zur Verfügung zu haben, gewöhnen mussten, hatte es einmal einen Zwischenfall gegeben, der mir so richtig Angst gemacht hatte:

Es hatte fast einen Zusammenstoß mit einem anderen Auto gegeben, und er war total wütend geworden, aus dem Auto gesprungen und hatte sich mit dem Fahrer angelegt, dem (eh klar) eigentlich er die Vorfahrt genommen hatte.

Ich hatte mich damals wirklich sehr, sehr erschrocken, hätte es aber total vergessen, wären wir nicht kürzlich in einem völligen Verkehrschaos stecken geblieben, in dem Zhì mal kurz die Nerven geschmissen hat!

"Cào!", fluchte da der weltbeste und vielleicht doch nicht ganz so geduldige Fahrer, sprang (unter heftigem Türenschlagen) aus dem Auto... und Minka und ich dachten schon, gleich gibt's Streit...

Diesmal waren wir allerdings nicht erschrocken, sondern fanden's richtig cool, wie er (wenn auch unter einigem Gefluche) dabei half, das Chaos aufzulösen!

Jiāyóu -- Gib Gas!

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Er ist einfach der absolut Coolste, und neben meinen besten Freundinnen hier, derjenige, den ich am meisten vermissen werde, wenn wir nach Shanghai ziehen.

Fast drei Jahre lang hatte er eine unglaubliche Geduld mit uns allen, und mit meinem mickrigen Chinesisch im Besonderen.

Lesen und Schreiben habe ich an der Uni gelernt, aber Chinesisch sprechen von ihm.

Und er hat den schönsten Tianjin-Dialekt, den man sich nur denken kann -- bei niemandem hört sich dieses brummige Chinesisch mit den gerollten Rs besser an als bei ihm!

Er hat sich immer mein Gejammere über meine Nachbarn angehört und sich köstlich über mein Geschimpfe über Frank amüsiert -- ihn aber auch immer wieder verteidigt, denn die beiden schätzen sich sehr.

(Schön eine Erinnerung, als die beiden gemeinsam am Auto gewerkelt haben).

Er war mein Vertrauter und hat mich mehr als einmal getröstet, wenn gerade so gar nichts ging.

Und er hat mehr als einmal angeboten, sich für mich zu streiten, wenn er dachte, dass ich alleine nicht klar komme.

Um dann anderen voller Stolz zu erzählen, dass ich mich schon selber sehr gut alleine durchschlagen kann.

Ohne ihn ist Tianjin für mich wirklich unvorstellbar!

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Hier hat die letzte Schulwoche begonnen -- Ruhe vor dem Sturm, sozusagen, bevor wir nächste Woche noch mal verreisen, und danach schon bald die Möbelpacker kommen!

Euch wünsche ich einen schönen Start in die neue Woche!

So long,
Corinna

22.05.17

Ich versteh' nur Chinesisch...





Vull lieber Kommentar zu einem ansonsten sehr sehr schlechten Aufsatz.

(Und ja, der Aufsatz war inhaltlich eher katastrophal -- aber dafür hatte ich weniger Grammatikfehler als sonst, haha).

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Übrigens hatte ich kürzlich etwas mit einer Umzugsfirma zu regeln -- und habe sie gebeten, im Vorfeld lieber alles per SMS zu klären als am Telefon, denn.... ich könne besser schreiben und lesen als am Telefon sprechen... 

Haha.

Sehr lustig finde ich meistens, dass Chinesen entweder davon ausgehen, dass man gar kein Chinesisch spricht -- oder aber perfekt. Ein Mittelding scheint es da nicht zu geben.

Als der Herr von der Umzugsfirma persönlich da war, um sich alles anzuschauen, war unsere Unterhaltung jedenfalls sehr, sehr lustig.

Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

18.05.17

Examinations in Progress!




...

...

...

Langer Rede, kurzer Sinn:

Ein Waldspaziergang waren die vergangenen drei Schuljahre definitiv nicht, aber am Dienstag hat Mutze ihre letzte Matura-Prüfung abgelegt!

Das ist mal irgendwie so richtig ... "ohne Worte"!

Woah!

So long,
Corinna

09.05.17

Habe ich das gerade wirklich gesagt?


Hab' ich mich das wirklich gerade sagen hören?

"Ich kann doch den Umzug alleine machen, dafür brauchst Du doch nicht da zu sein!"

...

...

...

...

Hier in Tianjin liegen wir nämlich fast schon in den letzten Zügen:

Mutze steckt mitten in ihrer Matura -- heute in einer Woche dürft Ihr uns laut jubeln hören, wenn auch die letzte Klausur geschafft ist.

Für sie stehen dann noch der Senior-Trip mit ihrer Abschlussklasse an -- Strand, Strand, und noch mehr Strand -- und danach die Abschlussfeierlichkeiten, die hier mit großem Prunk und Glitzer gefeiert werden. 

Ach ja, und danach darf sie alle ihre Mathe- und Physikunterlagen wegschmeißen und wird nie mehr im Leben damit belästigt!

Der Mo und Minka haben noch bis zum 9. Juni Schule, danach wollen wir für ein paar Tage verreisen, und dann dürfen sie sich schon ins Flugzeug setzen und nach Hause fahren, während ich hier alles für den großen Umzug nach Shanghai vorbereite.

Und weil Frank beruflich stark eingebunden ist, ... eben: bereite ich das halt alleine vor. 

(Aber was heißt da schon allein: ich muss nur ausmisten und vorsortieren, für das Grobe kommt dann eh ein Umzugstrupp). 

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Eine Wohnung in Shanghai haben wir gefunden -- darüber aber mehr, sobald der Vertrag unter Dach und Fach ist, :-).

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Tianjin ist nicht die schönste oder interessanteste Stadt unter Gottes weiter Sonne, für uns war es aber ein perfekter Ort, unser China-Abenteuer zu starten und hat uns viele Möglichkeiten gegeben, uns auch außerhalb der Expat-Seifenblase zu bewegen und zu entfalten.

Was für mich umso wichtiger war, als dass die Expat-Seifenblase so gar nicht mein Ding ist. 

Natürlich gibt es solche und solche Menschen, und jeder geht anders mit den Herausforderungen des Expat-Lebens um, und ich habe hier viele wunderbare Menschen kennengelernt und enge Freundschaften geschlossen.

Aber es gibt leider auch viel zu viele (und ich lebe mitten unter ihnen), die so ziemlich jedem Vorurteil gerecht werden und deren Oberfläche einfach nicht zu schlagen ist...

(Dabei ist es allerdings nicht nur der Post-Kolonialismus, der grüßen lässt...)

Oft genug hat es mir die Sprache verschlagen.

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Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

02.05.17

Ein geschenkter Tag!


Dienstagmorgen, 2. Mai:

Früh aufstehen, Jause und School Lunch für die Kinder vorbereiten, Kinder wecken, Kinder aus dem Haus zum Schulbus treiben, aufräumen, Wäsche waschen, (Geburtstags-)Kuchen backen, einkaufen gehen, einen Lessonplan für den Englischkurs für einige meiner Mitmütter vorbereiten, merken, dass ich schon reichlich spät bin, schnell meine Chinesisch-Bücher und den Aufsatz, den ich (Gott sei Dank) schon am Sonntag geschrieben habe, in meinen Rucksack werfen, den Fahrradschlüssel suchen...

...

...

...

und einen Moment innehalten.

Haben viele Chinesen nicht heute auch noch frei? 

Die Schule der Kinder ist ja eine Privatschule, die haben definitiv heute Unterricht. 

Aber die Uni, ich meine, so als öffentliche Bildungseinrichtung? Die richtet sich doch klarerweise immer nach den chinesischen Gepflogenheiten...

...

...

Ein schneller Ruf in den Gruppen-Chat meiner Kommilitonen bestätigt (ich bin schon fast aus der Tür raus):

Heute ist keine Uni!

...

...

...


Dafür ist aber der Garten der Lieblingsfreundin immer offen, :-).


Ein wahrlich geschenkter Tag!

****

Noch besser:

Mittwochs habe ich eh nie Seminar, aber Donnerstag... ist auch noch frei!

Und Donnerstags gibt's in Tianjin immer meine Lieblingssachen zu tun -- ich werde also nicht mal schwänzen müssen, um mir (noch) einen schönen Tag zu machen!

****

Euch wünsche ich einen (ebenso) guten Start in die kurze Woche!

So long,
Corinna

21.04.17

Verkehrserziehung


Schrieb ich tatsächlich erst vor wenigen Wochen einen begeisterten Post über die Leihfahrräder, die hier allerorts aus dem Boden schießen?

Im Grunde eine wirklich gute Idee, eigentlich auch dadurch, dass man die Räder überall abstellen darf und nicht erst eine Station finden muss...

...

...

...

Und genau das ist es, was mich jetzt, im Frühling, wo alle wieder gerne radeln, in den Wahnsinn treibt: nämlich, dass man sie wirklich einfach überall abstellen darf.

Denn so sieht es tagsüber vor dem Bürogebäude neben unserem Haus aus:


An Durchkommen ist nicht mehr zu denken.

Mittlerweile zeigen sich also auch die Mängel dieses Systems und insbesondere die Auswüchse des enormen Wettbewerbs zwischen den Betreibern.

Ich bin gespannt, wie es sich weiterentwickelt.

****

Gestern rief man an der Nankai Universität zur Verkehrserziehung.

Mit Anwesenheitspflicht.

Was folgte, war eine Mischung zwischen Kindergarten-Klamauk und Horrorshow.



Verkehrsregeln von Straße überqueren bis Anweisungen der Verkehrspolizei befolgen über krasseUnfallvideos der Straßenkameras.

Zum Glück habe ich ungefähr die Hälfte der Videos verschlafen, und bin erst durch die überraschten Rufe der anderen Anwesenden wieder aufgewacht.

Das war alles sicher gut gemeint, aber... warum zeigen die das uns?

Die wenigsten von uns fahren hier in China Auto. Und die meisten von uns kommen aus Ländern, in denen es tatsächlich Verkehrsregeln gibt.

Oder besser: in denen die Verkehrsregeln auch streng befolgt werden.

Natürlich gibt es in China auch Verkehrsregeln, keine Frage. 

Doof daran ist nur, dass sie, übertrieben ausgedrückt, im Grunde auf das Recht des Stärkeren hinauslaufen, denn der Verkehrsfluss muss so gut es geht am Laufen gehalten werden.

Angesichts der Auto-Massen, die sich hier nicht nur zu Stoßzeiten auf den Straßen tümmeln, ergibt das auch Sinn.

Andererseits hat es zu einer Hierarchie im Straßenverkehr geführt, an dessen unterem Ende Radfahrer und Fußgänger stehen.

Und dazu, dass man (vom Autofahrer bis hin zum Fußgänger) leicht versucht ist, jede Lücke auszunutzen, um ans Ziel zu kommen.

Was den Eindruck der Regellosigkeit natürlich umso mehr verstärkt.

...

...

...

Und so gesehen, war ich mir gestern wirklich nicht sicher, ob wir internationalen Studierenden die richtigen Adressaten für Verkehrserziehung waren...

Leider konnte auch der entzückende Tianjin-Akzent des Vortragenden meine Aufmerksamkeit nicht fesseln, aber immerhin bin ich so zu einem kleinen Mittagsschläfchen gekommen.

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Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

17.04.17

Das ist der Moment, an dem du einmal hängst...



Und wieder einmal mehr nur mit der Hilfe Gottes und der von Campino ein Referat an der Nankai Uni hinter mich gebracht.



 Das war mittlerweile das vierte oder fünfte Referat, in das ich die Toten Hosen eingebaut habe -- egal was das Thema ist, ohne sie geht es einfach nicht, haha.





Diesmal sollten wir über unsere liebste Reise referieren und da fiel mir doch glatt unsere Reise nach Vietnam ein, als wir mit Motorrollern durch eine atemberaubend schöne Landschaft gefahren sind und der Mo und ich dabei lauthals "Das ist der Moment, an dem du einmal hängst, wenn du irgendwann zurück denkst!" gegrölt gesungen haben.

Ich würde ja gerne sagen, dass mir das Referat diesmal gut gelungen ist, aber egal, was ich mache -- Karteikarten schreiben, Stichwörter notieren, den ganzen Text ausschreiben...

...

...

... in dem Moment, in dem ich da vorne stehe, schmeiße ich erst die Nerven und zweitens all' meine Notizen weg und kann dann schauen, wie ich mich irgendwie frei durch hangele...

Glanzvoll war's nicht, aber zumindest habe ich es überlebt.

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Was lustigerweise sehr wohl geht:

Wenn wir ganz spontan im Seminar über irgendwas referieren müssen. 

Das macht mir gar nichts aus, da fällt mir immer etwas ein.

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Euch wünsche ich einen schönen Ostermontag, genießt ihn!

So long,
Corinna

13.04.17

China Challenge: XinJiang


China Challenge:

Wann immer sich die Gelegenheit bietet, alleine in China verreisen und schauen, wie ich klar komme.

Diesmal: das autonome Gebiet XinJiang im tiefen Nordwesten Chinas.

Rational war die Entscheidung nicht, sondern beruhte einzig und allein darauf, dass ich täglich begehrliche Blicke auf die Landkarte Chinas werfe, die in unserem Flur hängt. Und jedesmal fällt mein Blick auf diesen Punkt "Ürümqi"...

Ich meine, wie cool hört sich das denn bitte an?

Aber, dachte ich bisher immer, das ist so weit weg und so unerreichbar für mich, niemals werde ich mich trauen, da alleine hinzufahren. Immerhin gibt's da ja niemanden, den ich schnell zu Hilfe rufen könnte, wenn ich ein Problem habe... Und ob mein Chinesisch jemals gut genug wird, um mich wirklich ganz allein dort zurecht zu finden?

...

...

...

Und was soll ich sagen?

Nein, mein Chinesisch ist auch weiterhin eher unterirdisch, aber zumindest mangelt es mir nicht mehr an dem nötigen Selbstvertrauen, es einfach mal zu versuchen. 

(Außerdem sprechen die Uiguren Chinesisch eh nur als Zweitsprache, und dann hört es sich noch nicht einmal sonderlich "Chinesisch" an, und war so lustigerweise für mich relativ leicht verständlich, haha).

Da mir vorher schon klar war, dass Ürümqi außer diesem ver.dammt coolen Namen weiter nicht sonderlich viel zu bieten hat, habe ich noch einen Abstecher nach Turfan eingeplant -- dafür hatte ich aber einen Tourguide engagiert, weil ich mich nicht unnötig mit hier Zug-, da Bus- und dort Taxi fahren aufhalten, sondern alle Ziele direkt ansteuern wollte. 

Hier ein paar Eindrücke:

Hong Shan in Ürümqi. Der ... Hügel, der da so einfach unvermittelt in der Stadt herumsteht, hat ein bisschen Grazer Schloßberg Feeling und ist ein schöner Nah-Erholungsort für die Einwohner. Außerdem hat man von dort aus einen wunderschönen Ausblick. Ürümqi selber ist ja bei weitem keine Schönheit, aber zumindest landschaftlich sehr schön gelegen.



Ich kann niemandem wirklich empfehlen, auf das Riesenrad zu gehen, und es hätte mir eine Warnung sein sollen, dass ich die einzige war... aber zumindest für die Aussicht hat es sich wirklich gelohnt:




Ich war aber trotzdem froh, als ich wieder unten war, ;-).

Das XinJiang Regional Museum -- war die ganze Reise wert. Was die Authentizität mancher der dort ausgestellten Artefakte angeht, hatte ich zwar so meine Zweifel...



... aber das diabolische Grinsen dieser zwei Tonkameraden hier...



... ist einfach der Renner!

(Allein dafür hätte ich das Museum gern ein zweites Mal besucht...).

Dann die Reise nach Turfan: Allein die Autofahrt war beeindruckend!



Die Oasenstadt Turfan ist in ganz China als bester Weintraubenproduzent bekannt -- und unter anderem Dank eines Jahrhunderte alten Untergrundwassersystems, das Wasser aus den Bergen ins Tal ableitet und so die Wasserversorgung garantiert:


Jiao He Ruinen:









Hätte mich nicht der Hunger getrieben, hätte ich mich dort noch stundenlang aufhalten können.

Apropos Hunger...






Random Views auf dem Bazaar:



Ein Ausflug in die Flammenden Berge -- unglaublich!



Thousand Buddha Caves -- die meisten Fresken sind Raub und Zerstörung zum Opfer gefallen (siehe Link zur Doku weiter unten), aber die Lage dieser Höhlen ist wirklich einmalig schön!


Tu Yu Valley und Tu Yu Village:



Das ehemalige Wohnhaus von Albert von Le Coq (siehe Link weiter unten):



Und letztlich noch das Imin Minaret, das 1778 erbaut wurde.


Auch das Museum von Turfan war einen Besuch wert (Schade, dass wir nicht schon vor 16 Jahren hier waren, als Mutze noch der weltgrößte Dino-Fan war -- XinJiang ist ja ein Paradies für Paläontologen!).

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Lohnenswert ist diese Dokumenation: "in Echt" ist alles sogar noch viel beeindruckender!

Obwohl ich die Uiguren auf den ersten Blick als nicht so offen empfunden habe, wie es in der Doku beschrieben wird. Während mir Chinesen oft sehr neugierig und offen vorkommen und ein Lächeln Türen öffnet, bin ich dort meistens eher skeptischen Blicken begegnet, und habe mich, viel mehr als im restlichen China, als Fremdkörper empfunden.

Aber toll war es trotzdem -- so viele neue Eindrücke, so viel gesehen, so viel erlebt!

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Euch wünsche ich einen wunderschönen Tag!

So long,
Corinna

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