01.02.17

China Challenge: Suzhou

China Challenge:

Ganz alleine an einen Ort in China fahren, an dem ich vorher noch nie war und mich mit nichts weiter durchzuschlagen als meinem veralteten Reiseführer, meinem sehr, sehr schlechten Chinesisch und einer Reservierung für so ziemlich das preiswerteste Hotel, das ich finden konnte -- ich wollte auch mal Schauergeschichten von chinesischen Hotels erzählen können...

Allerdings fing mein Abenteuer gleich mal damit an, dass es wohl zwei Suzhous in China gibt, und das Hotel, in dem ich reserviert hatte, genau im anderen ist...

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Ein neues Hotel ließ aber sich trotz der Menschenmassen, die Suzhou derzeit bereisen, relativ schnell finden, nur leider lässt sich gar nichts schauerliches darüber berichten...

Schade eigentlich...

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In einem Buch über China habe ich mal gelesen, als Westler könne man das Konzept, wie viele Menschen "wirklich viele Menschen" wirklich sind, nicht verstehen, bis man an chinesischen Feiertagen gereist sei...

Die halbe Bevölkerung Chinas schien sich in Suzhou und insbesondere in den Gärten und Parks aufzuhalten...

Außerdem stand in dem Buch, dass man an China zwar viel bekritteln kann (und sicher Recht damit hätte), dass man dieses Land aber auch wirklich lieben kann!

Stimmt!

Außer man kommt an einer der unzähligen Straßenküchen vorbei, an denen "smelly Tofu" -- stinkender Tofu -- verkauft wird -- da vergeht einem nämlich alles.

Und in Suzhou schien es besonders viele davon zu geben...

(Was meiner Figur allerdings sehr zuträglich war: der Geruch hat mir so sehr den Appetit verschlagen, dass ich kaum was essen musste, :-).

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Nichts genialer als diese Erwartungsfreude, wenn man zum ersten Mal in einer fremden Stadt aus dem Bahnhof heraus kommt:


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Suzhou genießt so ein bisschen den Ruf eines Klein-Venedigs, und die Gassen entlang der Kanäle sind, wenn man sich einmal den Menschenmassen entzogen hat, tatsächlich sehr atmosphärisch:






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Spannend war, dass das Touri-Viertel genau inmitten einer ganz normalen, nicht sonderlich reichen Nachbarschaft lag, die den Hutongs von Beijing nicht unähnlich ist...

Ich sah einige Leute in Schlafanzügen zu den öffentlichen Toiletten stapfen, ich hätte ihnen ins Wohnzimmer schauen können, und wurde mit großer Aufmerksamkeit in einem der lokalen Restaurants willkommen geheißen. Mich an den einzig freien Platz zu einem Betrunkenen zu setzen, wollte ich aber trotzdem nicht...



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Besonders (kitschig-) schön ist Suzhou natürlich bei Nacht:







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Ein bisschen was für die Bildung: Steintafeln aus dem 13. Jahrhundert, die Sternenkarte zählt zu den ältesten erhaltenen. Ein chinesischer Bekannter, der sich gut mit chinesischer Kultur auskennt, hat mich aus der Ferne per WeChat durchgecoached -- sehr spannend das, :-).





Wenig begeistert war mein Bekannter aber, als ich ihm dieses Bild aus einem Tempel schickte -- mir hatte es so gut gefallen, aber er schimpfte, diese Glocken seien ja höchsten aus den 90'ern.

Pöh, ich fand sie trotzdem schön:



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Gut gefallen hat mir die Mischung zwischen alt und neu -- Suzhou ist noch nicht so entsetzlich verbaut wie andere Städte in China und die Skyline am See fand ich tatsächlich ganz attraktiv.



Am See konnte ich ein nicht mehr ganz so junges Paar beobachten, die ihren Tag in der Sonne und so ganz offensichtlich ihr Leben genossen... Einer der schönsten (aber an dieser Stelle bilderlosen) Momente in Suzhou.

Das Leben ist einfach wirklich schön!

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Ob es nun wirklich eine echte Challenge war, sei dahin gestellt, denn Suzhou ist eh ausreichend touristisch erschlossen und bisher habe ich mich (*klopfaufholz*) in China noch nie fürchten müssen.

Aber immerhin habe ich es geschafft, mich allen Versuchen der Leute, sich auf Englisch mit mir zu verständigen, mit Chinesisch zu widersetzen, und auf die Art quasi rechts und links viele nette Unterhaltungen geführt.

Schön war's!

Und ich freu' mich auf die nächste Reise!

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Euch wünsche ich einen schönen Tag!

So long,
Corinna

1 Kommentar:

  1. Wow , du hast meinen höchsten Respekt, liebe Corinna !!!
    Ich hätte mich das nicht getraut ...
    Viele liebe Grüße aus dem beschaulichen Krems an der Donau, helga

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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