13.12.17

China-Challenge: In Nanjing unterwegs


Eigentlich hätte es eine Sprachreise werden sollen: da in Shanghai mein ohnehin eher kümmerliches Chinesisch eher schlechter geworden ist, weil alle immer nur Englisch sprechen wollen, wollte ich mich mal wieder außerhalb meiner Comfort Zone durchschlagen.

Allerdings habe ich das diesmal in Begleitung einer lieben Freundin aus Tianjin getan, so dass wir weniger Chinesisch geübt als viel geplaudert und gemeinsam die Stadt und einige lokale Restaurants erkundet haben.

Schön war's!

Und herbstlich bunt!












Bei manchem, das kulinarisch feil geboten wurde, reichte uns ein Foto...


... obwohl diese Enten ja eine absolute Spezialität sein sollten:





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Eh schon wissen: Tianjin ist die beste und tollste Stadt in ganz China.

Aber Nanjing hat sich ganz, ganz sicher einen sehr, sehr knappen zweiten Platz verdient!

Obwohl Nanjing keine schöne Stadt im klassischen Sinne ist, und es auch hier leider keinen gewachsenen Stadtkern (mehr) gibt, ist es die bisher gechillteste, entspannteste Stadt, die ich in China kennen gelernt habe. Und auch wenn die Begegnungen mit den Menschen dort nur kurz und flüchtig war, fand ich sie total offen, freundlich und herzlich. 

Und das ist bei der leidvollen Geschichte, die diese Stadt in den letzten knapp 180 Jahren durchgemacht hat, beileibe keine Selbstverständlichkeit!

Zum einen hat China hier 1842 den demütigen Vertrag von Nanking unterschrieben, der den ersten Opiumkrieg mit England beendete. Neben der psychologischen Demütigung zwang der Vetrag China freien Handel zu westlichen Konditionen auf und schwächte die chinesische Wirtschaft nachhaltig.



Nur wenige Jahre später wurde Nanjing zum Hauptsitz der Taiping Rebellion, die das Land über 14 Jahre hinweg in einen blutigen Bürgerkrieg stürzte, mit geschätzten 20 bis 30 Millionen Todesopfern.


1912 wurde Nanjing dann zur Hauptstadt der (ersten) Republik von China...





... und 1937 zum Symbol unsäglicher Zerstörung und grauenhafter Verbrechen als -- heute vor genau 80 Jahren -- die japanische Armee die Stadt im zweiten Chinesisch-Japanischen Krieg einnahm...


Das Nanjing Massacre Memorial und Museum hatte in Vorbereitung des 80. Jahrestages geschlossen, und ich bin mir noch nicht sicher, ob ich nicht doch sehr froh darüber bin, es nicht gesehen zu haben.

Denn es ist einfach unfassbar, was Menschen dort anderen Menschen angetan haben.

****

Wie gesagt, auch wenn Tianjin auch weiterhin die allertollste Stadt in China ist, würde ich definitiv nicht nein sagen, wenn wir nach Nanjing ziehen müssten.

Obwohl die Stadt natürlich viel Tourismus anzieht, und natürlich auch viele moderne Ecken hat, ist sie doch erfreulich "lokal" geblieben, mit vielen "normalen" Nachbarschaften, kleinen Restaurants und Geschäften, und freundlichen Menschen.

Ich war bestimmt nicht zum letzten Mal dort, vor allem, weil es von Shanghai aus so leicht zu erreichen ist.

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Euch wünsche ich noch eine frohe Vorweihnachtszeit!

So long,
Corinna

1 Kommentar:

  1. Danke für diesen Beitrag, der in mir wieder viele schöne Erinnerungen an meinen Besuch in Nanjing geweckt hat. :-)
    Das Nanjing Massacre Memorial und Museum habe ich damals als sehr interessant und grausam zugleich empfunden.
    Bzgl. des Rankings sehe ich es auch so, dass Tianjin an erster Stelle steht. ;-) Jedoch würde ich Shanghai vor Nanjing reihen, da ich mich in Shanghai irgendwie wohler gefühlt habe als in Nanjing.
    Wie lange bleibt ihr in Shanghai? Und besuchst du wieder Sprachkurse?

    LG Constanze

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Liebe Frau_Mahlzahn!

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