11.02.18

1933 Shanghai Slaughterhouse


Ich habe in den letzten Wochen so viel unternommen -- mal alleine, mal mit Freundinnen -- dass ich gar nicht genau weiß, wo ich eigentlich anfangen soll zu erzählen...

Deshalb versuche ich es jetzt einfach mal der Reihe nach:

Ein definitives Highlight meiner/unserer Streifzüge war das alte Schlachthaus.


Anfang der 1930er von einem Briten entworfen, galt es lange als eines der größten Schlachthäuser Asiens. 



Allerdings habe ich noch nicht herausgefunden, wieviel Vieh hier täglich... äh... geschlachtet wurde, wie es mit der Haltung der Tiere und den Arbeitsbedingungen der Arbeiter aussah... 

Die Hygiene, vor allem an glühend heißen, feuchten Sommertagen?

Der Geruch? 






Man möchte es sich ehrlich gesagt gar nicht so genau vorstellen...

Aber das, ich gebe es zu, macht es ja gerade so interessant.

 Durch das Labyrinth der Gänge zu gehen, auf denen das Vieh getrieben wurde, über die Stiegen für die Arbeiter... 



Es ist sehr spukig und unheimlich dort, besonders an kalten Wintertagen. 

Und gerade dann irgendwie richtig cool.


Heute beherbergt das Gebäude Kreativbüros, Hochzeitsplaner, Restaurants, Cafés... aber obwohl das Gebäude wirklich ganz viel Potential hat, stehen die meisten Räume leer. Außer den vielen (hauptsächlich chinesischen) Besuchern, die für Selfies posieren, scheint eigentlich niemand so richtig Leben in die Bude zu bringen.



****

Würde ich Shanghai-Touristen empfehlen, sich das Schlachthaus anzuschauen? 

Wenn Ihr die zwei Extra-Stunden Zeit habt und genügend Phantasie mitbringt, Euch vorstellen zu können (und zu wollen), wie es wohl mal gewesen sein muss, auf alle Fälle!

Schenkt Euch aber den anschließenden Kaffee beim obligatorischen Starbucks (das natürlich auch hier seine Krallen reingefahren hat) und geht lieber ins Central Perk um die Ecke -- auch das ist Shanghai, ;-).

****

Für die Anfahrt empfehle ich die Metro, nicht nur weil es sehr praktisch ist, sondern auch, weil man auf dem Weg von der Station zum Schlachthaus durch ältere Nachbarschaften kommt, in denen das ganz normale Leben brummt. 



Wie immer: meldet Euch, wenn Ihr in Shanghai seid und gerne eine Stadtführung hättet, :-).

Euch wünsche ich einen schönen Sonntag!

Cheers,
Corinna

Kommentare:

  1. ui
    das ist wirklich ein Riesending
    und so verschachtelt
    man kann sich gar nicht richtig vorstellen dass lebendes Vieh da bis ganz oben hin getrieben wurde
    ich denke in dem Beton war es da auch im Sommer nicht so heiß.. und es gab vielleicht auch Kühlkammern ..
    interessant ist es auf alle Fälle

    liebe Grüße
    Rosi

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  2. Liebe Rosi,

    ja, man kann es nur hoffen für die Arbeitnehmer, dass es in dem Betonklotz nicht ganz so heiß war... denn Shanghai ist im Sommer wirklich Hölle! Heiß, stickig, und die Luftfeuchtigkeit ist enorm... Was das Kühlen des Fleisches und den Geruch angeht... Ich lese immer wieder, dass für Neuankömmlinge in Shanghai in den 20er/30er Jahren der Geruch generell zu den allerschlimmsten ersten Eindrücken gehörte... Und Fleisch (Kühlung, Hygiene) ist für mich auch heute noch immer wieder ein Thema beim Einkaufen. Es wäre also wirklich interessant zu wissen, wie es wohl damals war.

    Es muss jedenfalls wirklich völlig irre gewesen sein hier -- echt wild, und so extrem viele Parallelwelten!

    Cheers,
    Corinna

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  3. Das sieht voll unheimlich aus. Ich kann es mir sogar sehr gut vorstellen wie es voller Vieh aussieht...Überhaupt scheint es eine spannende Stadt zu sein. Asien ist leider so gar nicht meins, auch wenn es interessant ist.
    Liebe Grüße,
    Lee

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  4. Ich finde, dass Stadtführungen kreativ sind und froh machen. Ich würde mich freuen, wenn du an meiner Linkparty teilnimmst:http://ein-kleiner-blog.blogspot.de/2018/02/linkparty-froh-und-kreativ-jeden-monat.html
    LG Elke

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  5. Erinnert stark an Brutalismus, wie man ihn eigentlich von den Bauten aus den Staaten des Wahrschauer Paktes her kennt.

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