01.02.18

Merchant Princes and Riches


Shanghai hat ja eine ziemlich bewegte, sagenumwobene, oft glorifizierte aber im Grunde doch sehr unschöne, auf jeden Fall sehr turbulente und spannende Geschichte hinter sich. Unter anderem war sie bestimmt von den ausländischen "merchant princes und riches", die sich hier zu Zeiten der Konzession eine goldene Nase verdient und das Stadtbild maßgeblich mit geprägt haben.

Was Shanghai (in meinen Augen) zu so einer besonderen Stadt macht, ist dass hier noch viele der alten Gebäude erhalten sind -- im Gegensatz zu Tianjin (eh schon wissen...), das zwar als Hafenstadt eine ähnlich bewegte Geschichte hat, aber nur mehr wenige Erinnerungen an alte Zeiten.


Weil die meisten Bauherren die Häuser entsprechend ihren kulturellen Vorlieben bauen ließen, kann einem ein Spaziergang durch die Viertel Shanghais manchmal wie eine kleine Weltreise vorkommen...

Wie zum Beispiel in der Xinhua Lu, die einstmals eine beliebte Nachbarschaft für reiche Ausländer aber auch reiche Chinesen war, aber später, unter japanischer Besetzung und chinesischer Marionettenregierung, einen eher traurigen Ruf als "The Badlands" erlangte...

Hier nur einige Bilder unseres Spaziergangs:


Wundert einen jetzt nicht so, dass dieses Haus von einem amerikanischen Südstaatler erbaut wurde, oder? Heute ist es Teil eines Krankenhauses und beherbergt eine Klinik für plastische Chirurgie.

"Och," dachten wir uns nur wenig später, "das Haus könnte aber auch fast oben am Plattenweg in Graz stehen...":



Und warum denn in den Schwarzwald fahren, wenn man auch in diesem Haus, das mittlerweile ein Hotel beherbergt, unterkommen kann:



Ein Haus in Chinesischem Stil ist in diesen Straßen eher eine Rarität. Und obwohl es sehr schön hergerichtet ist und nahezu neu aussieht, wurde es doch schon in den 30ern gebaut:


Richtig schön ist dieses kleine "Schloss" und ich finde es erfreulich, dass es offensichtlich innen renoviert wird, heißt es doch, dass es auch weiterhin erhalten bleibt:


Dieses Haus hier, ebenfalls in den 30ern erbaut, galt mal als das modernste in Shanghai, insbesondere weil es, meinte jedenfalls damals die North China Daily News, "really round, beautifully round" ist. 



(Oups, da war eine Lücke im Zaun, so dass ich doch einen kleinen Blick erhaschen konnte...)

Keine reiche Nachbarschaft, aber dafür eine alte aber sehr atmosphärische Siedlung mit für Shanghai sehr üblichen LiLongs, findet sich nur ein paar Straßen weiter:


In den Häusern auf dieser Straßenseite wohnen viele ältere Menschen, und das sicher schon seit Jahrzehnten. Luxuriös wirkt es nicht, weshalb wir es einigermaßen schräg fanden, dass direkt gegenüber (und es ist eine schmale Gasse) schicke Neubau-Villen hinter hohen Mauern stehen...

China ist eben ein Land der krassen Gegensätze...

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Mit zu den besten Sachen auf der Xinhua Lu gehört, dass es dort auch eine reichhaltige Auswahl an preiswerten chinesischen Nudelküchen gibt, in denen man sich nicht nur aufwärmen sondern auch richtig lecker essen kann:




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Zu jedem der Häuser gibt es eine Geschichte - mitunter auch welche über wilde Entführungen, die damals in Shanghai keine Seltenheit waren - und die ich Euch dann gerne erzähle, wenn Ihr mal nach Shanghai kommt, :-).

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Wer gerne mehr Info über Stadtrundgänge in Shanghai hätte, Ihr könnt mich gerne fragen!

So long,
Corinna

1 Kommentar:

  1. das sind wirklich interessante Endrücke
    quasi alle paar Meter ein neues Land ;)
    und irgendwie komisch anzusehen wenn hinter solchen historischen Gebäuden die Wolkenkratzer auftauchen ..

    schanghaien ist ja auch ein mehr oder weniger bekannter Begriff ..:D
    liebe Grüße
    Rosi

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