16.03.18

City of Devils: A Shanghai Noir


Ich bin bei weitem nicht die einzige, die sich nicht an Shanghais turbulenter Geschichte satt sehen und lesen kann.

Und nahm deshalb gerne Mutzes Einladung an, mit ihr zusammen zur Auftaktveranstaltung des Shanghai Lit(erary) Fest(ival)s zu gehen, wo Paul French sein neues Buch City of Devils: A Shanghai Noir vorstellte und über die Shanghaier Unterwelt der 30er und 40er Jahre plauderte!

Und, meine Herren, da ist wirklich die Post abgegangen.

Es war ein explosiver Hotspot für Expat-Grandeur und Dekadenz, Kriminalität, Drogenhandel, Prostitution, Glückspiel, großartigen Reichtum einer- und bitterer Armut andererseits, gemischt mit gewalttätigen und blutigen Konflikten zwischen den chinesischen Nationalisten und den Kollaborateuren der Marionettenregierung Wang Jing Wei's und natürlich der japanischen Besatzung...

Kriminelle allerorten, sozusagen, und ganz besonders in den so genannten "Badlands" Shanghais, wo sich Clubs, Bordells und Glücksspielhallen aneinander reihten und fröhlich mit Drogen hin- und her gedealt wurde...


Und niemand kann die Geschichte der Ganoven und Halunken besser und unterhaltsamer erzählen als Paul French:



Zugegeben, eine seriöse wissenschaftliche Arbeit ist das Buch nicht, will es auch gar nicht sein, dafür aber so gut wie es heute noch möglich ist, anhand von Interviews, Sekundärliteratur und Originalquellen vor allem aus der damaligen Regenbogenpresse und Polizeiberichten des International Municipal Settlements (alles mit Leichtigkeit einzusehen, erzählte er übrigens, wenn man sich denn nur die Mühe macht) recherchiert.

Und mit einer gehörigen Freude am Erzählen geschrieben!


Super war's!

Mein bester Abend in Shanghai bisher überhaupt, und noch dazu in charmanter Begleitung meiner Ältesten, die man ja dieser Tage nicht mehr so oft zu Gesicht bekommt, da sie vor ein paar Wochen ins Wohnheim gezogen ist.

(Und noch dazu habe ich von einem anderen Besucher, der sich ebenso für die Geschichte der Stadt begeistert wie ich, endlich erfahren, warum es Shanghai noch relativ viele der alten Gebäude gibt, während in Tianjin fast alles abgerissen wurde -- das dürfte alles in den 90er Jahren passiert sein, sagte er, als die Leute zu Geld gekommen waren und einen städteplantechnisch eher ... fragwürdigen und relativ unkontrollierten Bauboom begonnen hatten.)

Jedenfalls: völlig genial, und ich geh dann jetzt mal lesen!

So long,
Corinna


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